Magisterarbeit, 2010
216 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das technische Bild der Vergangenheit: Befundrekonstruktion
2.1 Die archäologische Dokumentation: Befund und Befundergänzung
2.2 Die architektonische Trias: Grundrisse, Ansichten und Schnitte
2.3 Die didaktische Vermittlung: Axonometrien, Linearperspektiven und Montagen
2.4 Der Umgang mit Unsicherheit: Validität
3. Das künstlerische Bild der Vergangenheit: Anschauungen
3.1 Das Hinzufügen von Kontext: Veranschaulichung und Illustration
3.2 Der Bezug zu Ort und Zeit
3.3 Die Visualisierung von Funktion: Ausstattung und Inventar
3.4 Die Humanisierung des Bildes: Szenarien
3.5 Die gestaltete Antike: Modularität
4. Das computergestützte Bild der Vergangenheit: CAD-Rekonstruktionen
4.1 Die Verwaltung des Mangels: frühe Visualisierungen
4.2 Der Siegeszug der Computergraphik: Rekonstruktionen des 21. Jahrhunderts
4.3 Ein Schnappschuss der Vergangenheit: Fotorealismus
4.4 Die Suche nach Alternativen
5. Resumeé
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklungen und Tendenzen aktueller Rekonstruktionen antiker Architektur. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Architektur in neueren, graphischen Rekonstruktionen in Szene gesetzt wird und welche Vorstellungen damit verbunden sind, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem und künstlerischem Zugriff sowie die Rolle digitaler Visualisierungstechniken analysiert werden.
1. Einleitung
Für die graphische Rekonstruktion antiker Architektur steht gegenwärtig ein breites Spektrum an Darstellungsformen zur Verfügung. Es reicht von nüchterner Aufnahme der Grabungsbefunde mit angedeuteten Ergänzungen bis hin zur lückenlos ausgearbeiteten Anschauung; von exakter und präziser Bauzeichnung in der Tradition architektonischer Konstruktionszeichnungen bis hin zu naturalistisch wirkenden Computergraphiken und suggestiven Illustrationen.
Die Vielfalt an Darstellungsformen ist sicherlich als Reaktion auf unterschiedliche Ansprüche zu verstehen, die an sie geknüpft werden. So hat sich innerhalb der archäologischen Fächer eine Tradition von geeigneten Darstellungsformen für die Dokumentation von Befunden und die Kommunikation von Hypothesen entwickelt, die sich stark anlehnt an den Umgang mit Bildformen innerhalb der Fachrichtung der Architektur und im Speziellen der Bauforschung. Die archäologische Dokumentation ist heute geprägt von der nüchternen Sachlichkeit ihrer Bildsprache, von Reduktion, Abstraktion und Normierung der graphischen Mittel. Das Bild und die Bilder, die aus diesem wissenschaftlichen Zugang entstehen, sind gekennzeichnet durch die Lücke und durch den Kontrast zwischen dichter Information und Leerstellen.
Dagegen steht das Verlangen eines geschlossenen, erfahrbaren Bildes, dass die Sicht auf das unversehrte Original erlaubt und einen Einblick bietet in den antiken Urzustand in seiner ursprünglichen Lebenswirklichkeit. Die anschauliche Rekonstruktion schließt die Lücke zwischen wissenschaftlich diskreten Informationsbeständen und dem Bedürfnis nach einer geschlossenen Interpretation, dem Wunsch, die überlieferten Baufragmente zu einem „sinnvollen, vielleicht auch ersehnten Ganzen zu vervollständigen“.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das breite Spektrum graphischer Rekonstruktionsformen ein und formuliert das Erkenntnisinteresse der Arbeit hinsichtlich der Inszenierung antiker Architektur.
2. Das technische Bild der Vergangenheit: Befundrekonstruktion: Die Befundrekonstruktion als erkenntnistheoretischer Prozess bildet die Grundlage, wobei der Fokus auf der normierten, fachspezifischen Darstellungsweise archäologischer Dokumentation liegt.
3. Das künstlerische Bild der Vergangenheit: Anschauungen: Dieses Kapitel analysiert künstlerische Darstellungen, die durch Kontextualisierung und ästhetische Gestaltung eine geschlossene Bildwelt erzeugen, um die Antike anschaulich zu vermitteln.
4. Das computergestützte Bild der Vergangenheit: CAD-Rekonstruktionen: Hier wird untersucht, wie Computergraphiken einerseits technische Möglichkeiten erweitern, andererseits durch spielerische Ästhetik und Automatisierung neue Herausforderungen für die wissenschaftliche Valenz der Rekonstruktion schaffen.
5. Resumeé: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die verschiedenen Inszenierungsmodi hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Rezeption antiker Architektur.
Graphische Rekonstruktion, Antike Architektur, Befunddokumentation, Archäologische Anschauung, CAD-Visualisierung, Bildanalyse, Architekturinszenierung, Rekonstruktionstheorie, Antikenrezeption, Fotorealismus, Validität, Wissenschaftliche Kommunikation, Medienwissenschaft, Bildvokabular, Virtuelle Rekonstruktion
Die Arbeit untersucht das Spektrum und die Wirkung graphischer Rekonstruktionen antiker Architektur. Sie analysiert, wie antike Bauten visuell inszeniert werden und welche Rolle verschiedene Darstellungsmodi dabei spielen.
Zentrale Felder sind die technische Befundrekonstruktion, künstlerische Anschauungen sowie der Einfluss computergestützter Verfahren (CAD) auf die visuelle Repräsentation antiker Architektur.
Das Ziel ist es, die Entwicklung und Tendenzen aktueller Rekonstruktionen hinsichtlich ihrer bildnerischen Mittel und der zugrunde liegenden wissenschaftlichen sowie künstlerischen Absichten zu untersuchen.
Die primäre Methode ist die Bildanalyse. Dabei werden Rekonstruktionen hinsichtlich ihrer Umsetzung, graphischen Mittel, Codierungen und Bildauswahl untersucht, um sie nach verschiedenen Inszenierungsebenen zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des technischen Bildes, des künstlerischen Bildes und des computergestützten Bildes, wobei jeweils die spezifischen Rahmenbedingungen der Inszenierung herausgearbeitet werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Graphische Rekonstruktion, Befunddokumentation, CAD-Visualisierung, Architekturinszenierung und Antikenrezeption.
Während die technische Rekonstruktion durch Abstraktion und Reduktion auf wissenschaftliche Sachlichkeit und Validität abzielt, setzt die künstlerische Rekonstruktion auf eine „Füllung“ des Bildes durch Kontext, Ausstattung und Szenarien, um ein erfahrbares Ganzes zu vermitteln.
Computergraphiken stehen oft in der Kritik, durch ihren fotorealistischen Anspruch „Sicherheit“ vorzutäuschen. Aktuelle Bemühungen versuchen jedoch, durch Transparenz oder zeichnerische Filter den hypothetischen Charakter von Rekonstruktionen explizit im Bild kenntlich zu machen.
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