Bachelorarbeit, 2011
68 Seiten, Note: 1,0
Einführung
I Kinderarmut
1. Armut – Definition oder Konstruktion?
2. Kinderarmutsverteilung in Deutschland
3. Dimensionen der Kinderarmut
3.1 Kinderarmut als Ausdruck und Folge familiärer Armut
3.2 Armut aus Kindersicht
4. Auswirkungen der Kinderarmut
4.1 Materielle Versorgung
4.2 Versorgung im Kulturellen Bereich – Bildung und Ausbildung
4.3 Physische und Psychische Lage
4.3.1 Gesundheit und Sicherheit
4.3.2 Verhaltensauffälligkeiten
4.4 Situation im sozialen Bereich
4.4.1 Beziehungen zu Gleichaltrigen und zur Familie
4.4.2 Subjektives Wohlbefinden und Exklusion
5. Zwischenfazit
II Kinderarmut als Thema sozialräumlich orientierter Sozialer Arbeit
1. Armut als Handlungsfeld der Sozialen Arbeit
2. Sozialräumlich orientierte Soziale Arbeit
3. Dimensionen und Ziele im Kontext von Kinderarmut
3.1 Teilhabe
3.2 Aktivierung
4. Handlungsoptionen
4.1 Beteiligungsstrukturen
4.2 Lokale Ökonomie fördern
5. Sozialräumliche Armutsprävention – Utopie oder Möglichkeit?
Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten der sozialräumlich orientierten Sozialen Arbeit bei der Prävention und Bewältigung von Kinderarmut. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob eine sozialräumliche Ausrichtung der Sozialen Arbeit Kindern wirksame Teilhabechancen eröffnen und dem Gefühl der Ausgrenzung entgegenwirken kann, wobei der Fokus auf Aktivierung und lokalen Strukturen liegt.
3.2 AKTIVIERUNG
„Die aktivierende Arbeit mit Bürgern ist eine Arbeitsform sozialraumorientierter Sozialer Arbeit auf der Ebene der Sozialstruktur“ (FRÜCHTEL u.a. 2007b, S. 179, Herv. im Orig.). Um Aktivierung oder Empowerment (wörtlich: Selbstbefähigung, Selbstbemächtigung) zu ermöglichen bedeutet dies für die Soziale Arbeit zum einen, dass der Fokus auf die Ebene der Sozialstruktur gerichtet ist, wobei Ungleichverteilungen von Macht und Einflussnahme thematisiert werden (vgl. ebd., S. 182). Hier kann ein „konflikthafter Prozess der Umverteilung von politischer Macht [initiiert werden] in dessen Verlauf [...] Gruppen von Menschen aus einer Position relativer Machtunterlegenheit austreten und sich ein Mehr an demokratischen Partizipationsvermögen und politischer Entscheidungsmacht aneignen“ (HERRIGER 2002, S. 12 zit. nach FRÜCHTEL u.a. 2007b, S. 182).
Zum anderen bedeutet es jedoch auf individueller Ebene, Kinder und Jugendliche „in ihren Ressourcen so zu stärken, dass sie ihre eigene Identitätspassung finden. Diese Empowermentperspektive ist unabdingbar an verbindliche und umfassende Partizipation gebunden, die von Erwachsenen nicht als Gnadenerweis aus der politischen Dominanzkultur der Erwachsenen eröffnet, aber auch wieder genommen werden kann, wenn es dieser politisch nicht mehr opportun erscheint“ (KEUPP 2008, S. 21f.).
Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz von Kinderarmut im Kontext politischer Debatten und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Rolle der sozialräumlich orientierten Sozialen Arbeit zu prüfen.
I Kinderarmut: Dieses Kapitel definiert Armut als Konstrukt, analysiert die Verteilung in Deutschland sowie die vielfältigen materiellen, sozialen und psychischen Auswirkungen auf Kinder.
II Kinderarmut als Thema sozialräumlich orientierter Sozialer Arbeit: Hier werden die Grundlagen des sozialräumlichen Ansatzes erörtert, konkrete Handlungsoptionen wie Beteiligungsstrukturen und lokale Ökonomie vorgestellt sowie die Frage der Armutsprävention als Utopie oder Möglichkeit diskutiert.
Kinderarmut, Sozialraumorientierung, Soziale Arbeit, Teilhabe, Aktivierung, Empowerment, Armutsprävention, Lebenslage, soziale Ausgrenzung, Verwirklichungschancen, Lokale Ökonomie, Gemeinwesenökonomie, Armutsgefährdungsquote, Bildungsbenachteiligung
Die Arbeit befasst sich mit den Dimensionen und Folgen von Kinderarmut in Deutschland und untersucht, wie sozialräumlich orientierte Soziale Arbeit dazu beitragen kann, betroffenen Kindern bessere Chancen und Teilhabemöglichkeiten zu bieten.
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Armut, die materielle und psychische Situation armer Kinder, die Bedeutung des Sozialraums sowie Strategien wie Aktivierung, Partizipation und die Förderung einer lokalen Ökonomie.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob (Kinder-)Armutsprävention eine Aufgabe der sozialräumlich orientierten Sozialen Arbeit sein kann.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis aktueller Studien (z. B. KiGGS, Shell Jugendstudie) und Fachdiskursen, um sozialräumliche Handlungskonzepte für die Arbeit mit armutsgefährdeten Kindern zu systematisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Erscheinungsformen und Folgen der Kinderarmut sowie eine anschließende Ausarbeitung der sozialräumlichen Arbeitsansätze, inklusive deren Ziele, Methoden und konkreter Handlungsoptionen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kinderarmut, Sozialraumorientierung, Empowerment, Teilhabe und Gemeinwesenökonomie.
Der Sozialraum wird als zentraler Ort begriffen, an dem durch Vernetzung, Aktivierung und die Schaffung konkreter Gelegenheiten Teilhabegerechtigkeit gefördert werden kann, statt sich rein auf die Abmilderung finanzieller Mängel zu beschränken.
Das Hull House dient als historisches Beispiel dafür, dass Aktivierung im Sinne einer Gemeinwesenökonomie bereits vor über 100 Jahren erfolgreich zur Verbesserung der Lebensbedingungen in benachteiligten Nachbarschaften eingesetzt wurde.
Es wird als ein bemerkenswertes Zukunftsmodell im "Einschub" diskutiert, um die Diskussion um nationale, politische Ansätze zur Armutsbekämpfung abzurunden, auch wenn die Autorin den Fokus auf die sozialräumliche Ebene legt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Armutsprävention sowohl auf nationaler Ebene (Ursachenbekämpfung) als auch lokal im Sozialraum (Teilhabe, Empowerment) notwendig ist, wobei die Einbettung in eine umfassende Präventionsstrategie entscheidend ist.
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