Diplomarbeit, 2003
98 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Geschichte des Drehbuchs in Deutschland
3. Zeitgenössische Drehbuchliteratur
3.1 Drei amerikanische Dramaturgien
3.1.1 Das dramaturgische Konzept von Syd Field
3.1.1.1 Struktur
3.1.1.2 Figuren
3.1.1.3 Kritik
3.1.2 Das dramaturgische Konzept von Christopher Vogler
3.1.2.1 Struktur
3.1.2.2 Figuren
3.1.2.3 Kritik
3.1.3 Das dramaturgische Konzept von Robert McKee
3.1.3.1 Struktur
3.1.3.2 Figuren
3.1.3.3 Kritik
3.2 Drei europäische Dramaturgien
3.2.1 Das dramaturgische Konzept von Oliver Schütte
3.2.1.1 Struktur
3.2.1.2 Figuren
3.2.1.3 Kritik
3.2.2 Das dramaturgische Konzept von Michel Chion
3.2.2.1 Struktur
3.2.2.2 Figuren
3.2.2.3 Kritik
3.2.3 Das dramaturgische Konzept von Ari Hiltunen
3.2.3.1 Struktur
3.2.3.2 Figuren
3.2.3.3 Kritik
4. Vergleich und Bewertung
4.1 Merkmale der untersuchten dramaturgischen Konzepte
4.2 Merkmale der populären Dramaturgie
4.3 Vergleich mit anderen dramaturgischen Formen
4.3.1 Die Merkmale des geschlossenen Dramas
4.3.2 Die Merkmale des offenen Dramas
4.4 Unterscheidung der Dramenformen
4.5 Bewertung der populären Dramaturgie
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die populäre Drehbuchliteratur, um den häufig erhobenen Vorwurf zu prüfen, dass normierte "Kochbuch"-Dramaturgien die Filmproduktion zu einer schablonenhaften Erzählweise und zur Förderung von "Einheitsbrei" verleiten.
3.1.1.1 Struktur
„Ein Drehbuch ist eine Geschichte, die mit Bildern, Dialogen und Beschreibungen im Rahmen einer dramatischen Struktur erzählt wird.” Die dramatische Struktur definiert Field als „[...] lineare Anordnung aufeinander bezogener Vorfälle, Episoden oder Ereignisse, die zu einer dramatischen Auflösung hinführen.” Er stellt ferner die Behauptung auf: „Alle Drehbücher folgen dieser geradlinigen Grundstruktur.”
Field schlägt vor, ein Drehbuch zunächst in drei Akte zu unterteilen. Der erste Akt stellt die Exposition dar, der zweite Akt die Konfrontation und der dritte Akt die Auflösung. Field geht von einem Richtwert von 120 Drehbuchseiten für einen abendfüllenden Spielfilm aus, wobei eine Drehbuchseite ca. einer Minute Film entspricht, und unterteilt die drei Akte in folgende Längen: Die Exposition beginnt auf Seite 1 und endet auf Seite 30 bzw. mit Minute 30, mit einem Plot Point (Wendepunkt) zwischen Seite 25 und Seite 27.
1. Einleitung: Erläutert die Relevanz des Drehbuchschreibens und führt in die Problematik ein, ob Handbücher eine "Einheitsbrei"-Dramaturgie fördern.
2. Geschichte des Drehbuchs in Deutschland: Bietet einen historischen Abriss der Entwicklung des Drehbuchs in Deutschland, von den Anfängen der Kinematographie bis hin zur heutigen Situation.
3. Zeitgenössische Drehbuchliteratur: Analysiert detailliert die theoretischen Konzepte von drei amerikanischen und drei europäischen Drehbuchautoren.
4. Vergleich und Bewertung: Systematisiert die untersuchten Konzepte als "populäre Dramaturgie" und vergleicht diese mit offenen und geschlossenen Dramenformen.
5. Zusammenfassung: Resümiert die Ergebnisse der Analysen und zieht ein Fazit über den Einfluss von "Kochbuch"-Dramaturgien auf die moderne Filmproduktion.
Drehbuchschreiben, Dramaturgie, Stoffentwicklung, Filmtheorie, Drei-Akt-Struktur, Plot Point, Heldenreise, Autorenschaft, Filmproduktion, Erzähltechnik, Charakterentwicklung, Drehbuchmanuale, Filmdramaturgie, Strukturmodell, Handwerk des Schreibens.
Die Arbeit widmet sich der kritischen Untersuchung von Handbüchern zum Drehbuchschreiben und hinterfragt, ob deren normierte Anleitungen zu einer schablonenhaften und einförmigen Erzählweise im Film führen.
Im Zentrum stehen die Strukturmodelle für Drehbücher, die Rolle der Heldenreise, die Funktion von Charakteren sowie die historische und theoretische Fundierung dramaturgischer Konzepte.
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme aktueller Dramaturgie-Konzepte, um zu klären, ob diese Konzepte tatsächlich als "Kochbücher" für einen künstlerischen Einheitsbrei fungieren oder lediglich Hilfsmittel darstellen.
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Literaturanalyse von sechs einflussreichen Drehbuch-Manualen und ordnet diese in den Kontext dramentheoretischer Traditionen ein.
Im Hauptteil werden nacheinander die Theorien von Field, Vogler, McKee, Schütte, Chion und Hiltunen vorgestellt, kritisch hinterfragt und anschließend in einer vergleichenden Übersicht systematisiert.
Zu den Kernbegriffen zählen Drehbuchdramaturgie, Plot-Struktur, lineare Erzählweise, Zuschauerempathie, Kausalität und das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen und kreativer Vision.
Die Drei-Akt-Struktur (Exposition, Konfrontation, Auflösung) zieht sich als roter Faden durch fast alle untersuchten amerikanischen und europäischen Modelle, wobei ihre starre Anwendung von den Autoren unterschiedlich stark gefordert wird.
Der Antagonist wird als essenzielle Gegenkraft definiert, die das Handeln des Protagonisten herausfordert; die Arbeit betont, dass dessen falsche oder zu schwache Gestaltung oft die Ursache für die Mittelmäßigkeit vieler Drehbücher ist.
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