Examensarbeit, 2003
72 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Angst
2.2 Abgrenzung Angst, Furcht und Phobie
2.3 Angsttheorien
2.3.1 Psychoanalytische Angsttheorien
2.3.2 Lerntheoretisch-behavioristische Ansätze
2.3.2.1 Mowrer: 2-Phasen-Lerntheorie
2.3.2.2 Hull/Spence & Taylor: Trieb-Habit-Theorie
2.3.3 Kognitionstheoretische Ansätze
2.3.3.1 Larzarus: kognitiv-emationales Prozessmodell
2.3.3.2 Epstein
2.4 Schulangst
2.4.1 Soziale Angst
2.4.2 Leistungsangst
2.4.3 Schulverweigerung in Bezug auf das Alter des Kindes
3. Entwicklungspsychologische Erklärungsversuche zur Entstehung von Schulangst bei Kindern im Vorschul- und Grundschulalter
3.1 Familiäre Bedingungen
3.1.1 Zweiprozess-Modell elterlicher Erziehungswirkung
3.1.2 Erziehungsstile von Stapf
3.1.3 Autobiographische Erinnerungen und Ängstlichkeit in Entwicklungsphasen
3.1.3.1 Kontakt und Isolation in den ersten drei Lebensmonaten
3.1.3.2 Orale Phase: 4. bis 17. Monat
3.1.3.3 Anale Phase: 2. bis 3. Lebensjahr
3.1.3.4 Leistungsmotiv und Isolationsangst
3.1.3.5 Isolationsfaktor Fernsehen
3.1.3.6 Angstfaktor Großfamilie
3.2 Institutionelle Bedingungen
3.2.1 Lehrerverhalten und Schulangst
3.2.2 Inhalt und Vermittlung des Lehrstoffs
3.2.3 Schulleistungsbewertung
3.2.4 Gestaltung von Prüfungssituationen
3.2.5 Schüler-Schüler-Verhältnis
4. Handlungsmöglichkeiten der Lehrkräfte zur Vermeidung und Verminderung von Schulangst
4.1 Schülerfreundliches Lehrerverhalten
4.2 Berücksichtigung von Schülerbedürfnissen
4.3 Das Leistungsvermögen des einzelnen Schülers
4.4 Vorbereitung und Durchführung einer Prüfung
4.5 Kooperation und Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule
4.6 Offener Unterricht zur Vermeidung von Ängsten
5. Empirische Untersuchung
5.1 Beschreibung des Kinder-Angst-Test II
5.2 Testdurchführung an der Don- Bosco- Schule
5.2.1 Konzept der Don-Bosco-Schule
5.2.2 Auswertung des KAT II (Schulkinder)
5.2.2.1 Auswertung Form A
5.2.2.2 Auswertungen Form P und R
5.3 Testdurchführung bei Kindern im Vorschulalter
5.3.1 Beschreibung des Konzeptes der integrativen Kindertagesstätte »Rappelkiste« und »Wiedenhoff«
5.3.2 Auswertung des KAT II (Vorschulkinder)
5.3.2.1 Auswertung Form A
5.4 Vorschul- und Grundschulkinder im Vergleich
6. Zusammenfassung
7. Quellenangaben
Die Arbeit untersucht die entwicklungspsychologischen Ursachen und Erscheinungsformen von Schulangst im Vorschul- und Grundschulalter, um Lehrkräften und Eltern fundierte Grundlagen für ein angstfreies Lernumfeld zu bieten. Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten zur Prävention und Verminderung von Ängsten durch gezielte pädagogische Interventionen aufzuzeigen.
2.3.2.1 Mowrer: 2-Phasen-Lerntheorie
Mowrer versteht Angst als eine innere Reaktion, die durch klassische Konditionierung in zwei aufeinanderfolgenden Phasen erlernt und hervorgerufen wird. Die erste Phase ist die der klassischen Konditionierung und die Zweite die der instrumentellen Konditionierung. Im ersten Lernschritt wird über eine klassische Konditionierung die Angstreaktion erworben. Ein ursprünglich neutraler Reiz wird durch Konditionierung zu einem angstauslösenden, aversiven Reiz (Schreck, Schmerz, Misserfolg), was zu einer konditionierten Reaktion führt.
In formaler Schreibweise sieht die erste Phase wie folgt aus:
Treffen diese Reize ein- oder mehrmals zusammen auf, führt das zu einer konditionierten Reaktion, bei der nur einer bedingter Reiz vorhanden sein muss und der Schreck nicht mehr nötig ist.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Angst im Kindesalter und motiviert das Forschungsinteresse durch die Rolle der Schule als Ort sozialen Lernens.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Angst, Furcht und Phobie und diskutiert verschiedene psychologische Angsttheorien.
3. Entwicklungspsychologische Erklärungsversuche zur Entstehung von Schulangst bei Kindern im Vorschul- und Grundschulalter: Es wird analysiert, wie sowohl familiäre Bedingungen als auch institutionelle Schulbedingungen zur Entstehung von Schulangst beitragen können.
4. Handlungsmöglichkeiten der Lehrkräfte zur Vermeidung und Verminderung von Schulangst: Das Kapitel bietet konkrete praktische Strategien für Lehrkräfte an, um durch schülerfreundliches Verhalten und offene Unterrichtsformen Ängste abzubauen.
5. Empirische Untersuchung: Die Untersuchung stellt die Anwendung des Kinder-Angst-Test II an Schulen und Kindertagesstätten vor und wertet die Testergebnisse aus.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der theoretischen Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Elternhaus und Schule.
Schulangst, Angsttheorien, Kindes-Angst-Test, Leistungsangst, Sozialisationsangst, Entwicklungspsychologie, Erziehungsstile, Prävention, Lehrerverhalten, Schulverweigerung, Grundschule, Vorschulalter, Stress, Angstbewältigung, Emotionale Entwicklung
Die Arbeit untersucht das Phänomen Schulangst im Vorschul- und Grundschulalter aus entwicklungspsychologischer Sicht und leitet daraus praktische Implikationen für den schulischen Alltag ab.
Die zentralen Felder umfassen theoretische Angstmodelle, die Auswirkungen elterlicher Erziehung und schulischer Bedingungen sowie eine empirische Untersuchung zur Angstbelastung von Kindern.
Das Hauptziel ist es, ein Basiswissen über angstauslösende Faktoren zu vermitteln und konkrete Wege aufzuzeigen, wie Lehrer und Eltern schulängstliche Kinder unterstützen und eine angstfreie Umgebung schaffen können.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Befragung unter Verwendung des standardisierten Kinder-Angst-Test II (KAT II) in einer Grundschule und zwei Kitas.
Im Hauptteil werden neben den Ursachen (familiär und institutionell) insbesondere pädagogische Handlungsoptionen wie schülerfreundliches Lehrerverhalten und die Gestaltung offener Unterrichtsformen diskutiert.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Leistungsangst, Soziale Angst, Angstkontroll-Mechanismen, Erziehungsstile und Stressverarbeitung geprägt.
Der Übergang bringt eine völlig neue Umgebung und soziale Anforderungen mit sich, bei denen viele Kinder Unsicherheit und Trennungsängste erleben, die bei negativer Bewältigung zu Schulangst führen können.
Lehrer beeinflussen durch ihr Erziehungsverhalten, die Art der Leistungsbewertung und das Klassenklima maßgeblich, ob Kinder eine angstfreie Lernbereitschaft entwickeln oder durch destruktive Rückmeldungen in die Versagerrolle gedrängt werden.
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