Bachelorarbeit, 2011
50 Seiten, Note: 1,3
1. Fantasiewelten in der gegenwärtigen Literatur
2. Fantastische Narrativik
2.1 Eine Einführung nach Todorov
2.2 Merkmale der Fantastik
2.2.1 Auf der Erzählebene: Destabilisierung und Metalepse
2.2.2 Fiktive Realität und realistische Fiktion
2.2.3 Die andere Welt
2.2.3.1 Transformation von Raum und Zeit
2.2.3.2 Das Motiv des Doppelgängers
2.2.4 Fantasmatik von Schrift und Buchstaben
2.3 Eingrenzung und Klassifizierung der Fantastik
2.3.1 Kategoriale Grenzen
2.3.1.1 Fantastik vs. Märchen
2.3.1.2 Fantastik vs. „Magischer Realismus"
2.3.1.3 Fantastik vs. Fantasy
2.3.2 Das Neofantastische
2.3.3 Die Fantastik: Genre oder Gattung?
3. Carmen Martín Gaites Caperucita en Manhattan
3.1 Inhalt
3.2 Literarische Merkmale
3.2.1 Form und Erzählperspektive
3.2.2 Saras Traumwelt
3.2.3 Die Fantasmatik der Sprache
3.2.4 Der Märchencharakter
3.2.5 Das Wunderbare, Freiheitssymbolik und Angstmotivik
3.3 Die magische Bedeutung der Orte
4. Juan José Millás' El orden alfabético
4.1 Inhalt
4.2 Literarische Merkmale
4.2.1 Form und Erzählperspektive
4.2.2 Die Ordnung und die Symbolik der Sprache
4.2.3 Julios Parallelwelt
4.2.4 Das andere Ich
4.3 Millás' versteckte Gesellschaftskritik
5. Die Werke im Vergleich
5.1 Die Welt der Sprache und der Bücher
5.2 Die Flucht vor der Realität
5.3 Der destabilisierte Protagonist
5.4 Der Bruch mit Regeln und Normen: Medien- und Genderkonstrukte
6. Eine zusammenfassende Einordnung der Werke von Millás und Martín Gaite und ihr Beitrag zur modernen Literatur
Diese Arbeit untersucht komparativ die Fantasiewelten in den Werken "Caperucita en Manhattan" von Carmen Martín Gaite und "El orden alfabético" von Juan José Millás, mit dem Ziel, die literarischen Gemeinsamkeiten, die Rolle der Fantasie und deren Einordnung in die zeitgenössische spanische Literatur zu analysieren.
2.2.4 Fantasmatik von Schrift und Buchstaben
Die Semantik bzw. Soziolinguistik hat uns gelehrt, dass Wörter die Grundlage der Gedanken sind. Demnach präge Sprache nicht nur gesellschaftliche Gruppen, sondern auch deren Art der Erfassung der Wirklichkeit. Geht man in diesem Zusammenhang davon aus, dass Sprache die Realität formt, so zeigt sich, welchen Einfluss Wörter – und somit Schrift und Buchstaben – auf unser Leben haben. Dabei ist es jedoch wichtig zu betonen, dass die Anordnung dieser Zeichen arbiträr ist und Buchstaben mehr als nur eine alphabetische Bedeutung haben können.
In „Erzählte Phantastik" erklärt Renate Lachmann, dass Buchstaben multireferentielle Zeichen sind. Sie können nicht nur eine rein mediale Funktion besitzen (beispielsweise beim Buchstabieren eines Wortes), sondern auch als autonome Einzelzeichen agieren und fungieren so nicht im Sinne der festen Syntax des Alphabets. Kalligraphen, Letristen und andere Künstler können diesen beispielsweise ein visuelles Profil oder einen magischen oder mystischen Charakter verleihen. In der Literatur wird diese Funktion häufig aufgegriffen, indem Buchstaben als Akteure auftreten und sich teilweise aus dem Schriftzusammenhang lösen. Durch ihr symbolisches Potential transportieren sie zum Beispiel geheime Botschaften oder ihre ikonische Gestalt wird zur Schau gestellt. Auch der phonische Charakter von einzelnen Buchstaben und Wörtern ist hierbei nicht außer Acht zu lassen.
Diese Multireferentialität von Schrift und somit der Sprache bedingt ebenso eine Motivik im fantastischen Sinn wie bereits weitere oben genannte Elemente.
1. Fantasiewelten in der gegenwärtigen Literatur: Einführung in das Thema der Fantastik in der Literatur und Vorstellung der zu untersuchenden Werke.
2. Fantastische Narrativik: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Fantastik unter Heranziehung bedeutender Literaturtheoretiker.
3. Carmen Martín Gaites Caperucita en Manhattan: Detaillierte Analyse des Romans bezüglich Inhalt, Sprache und zentraler Motive wie Freiheit und Märchenelemente.
4. Juan José Millás' El orden alfabético: Untersuchung des Werkes im Hinblick auf die Destabilisierung der Realität durch Sprache und die Identitätssuche des Protagonisten.
5. Die Werke im Vergleich: Kontrastive Analyse beider Romane bezüglich Sprache, Realitätsflucht und gesellschaftskritischer Hintergründe.
6. Eine zusammenfassende Einordnung der Werke von Millás und Martín Gaite und ihr Beitrag zur modernen Literatur: Fazit zur literarischen Einordnung beider Autoren im Kontext der modernen spanischen Literatur.
Fantastik, Carmen Martín Gaite, Juan José Millás, Caperucita en Manhattan, El orden alfabético, Literaturvergleich, Erzähltheorie, Fiktion, Realität, Neofantastik, Symbolik, Identität, Sprachphilosophie, Moderne Literatur, Spanien
Die Arbeit bietet eine vergleichende literaturwissenschaftliche Untersuchung der fantastischen Elemente in den Romanen "Caperucita en Manhattan" von Carmen Martín Gaite und "El orden alfabético" von Juan José Millás.
Zu den Schwerpunkten zählen die Konzepte der Fantastik, die Verschränkung von Realität und Traumwelt, die Bedeutung der Sprache sowie die Darstellung von Identität und gesellschaftlicher Normen.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der literarischen Struktur beider Werke herauszuarbeiten und zu analysieren, wie beide Autoren das Fantastische nutzen, um die Realität zu reflektieren.
Es handelt sich um eine qualitative, komparative Literaturanalyse, die auf gängigen Theorien zur Fantastik aufbaut, um die gewählten Primärtexte strukturiert zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Fantastik, eine tiefgehende Analyse beider Primärtexte unter Berücksichtigung von Erzählperspektive und Symbolik sowie einen abschließenden direkten Vergleich der Werke.
Fantastik, Komparatistik, zeitgenössische spanische Literatur, Realitätskonstruktion, Sprache als Machtinstrument und Identitätsbildung sind die zentralen Begriffe.
Der Begriff ist in beiden Romanen zentral: Sowohl Sara als auch Julio entwickeln in ihren Traum- bzw. Parallelwelten Projektionen ihrer selbst, die als kompensatorische Mechanismen zur Bewältigung ihrer realen Alltagssituationen dienen.
Während bei Martín Gaite die Sprache als magisches Element zur Verbindung mit der Traumwelt dient, thematisiert Millás vor allem die Destabilisierung der Welt durch den Zerfall von Sprache, was er als gesellschaftskritische Metapher für den Verlust an Ordnung und Sinn nutzt.
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