Masterarbeit, 2011
135 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung: Kritische Soziale Kulturarbeit
1.1 Kultur und Kulturbegriff
1.2 Soziale Kulturarbeit
1.3 Kulturkritik
1.4 Kulturindustrie
1.5 Kritik, Kritische Theorie und die Soziale Kulturarbeit
2 Methodenreflexion
2.1 Hermeneutik: allgemeine Klärung des Begriffes
2.1 Verstehen, Auslegung und Applikation nach Gadamer
2.2 Der Automatismus der Applikation
3 Kritische Theorie
3.1 Die Dialektik der Aufklärung
3.1.1 Adornos und Horkheimers Begriff der Aufklärung
3.1.2 Die Kulturindustrie und der Massenbetrug
3.2 Ästhetik und Theorie nach Adorno
3.2.1 Der Doppelcharakter der Kunst
3.2.2 Kunst und Utopie
3.2.3 Natur- und Kunstschönes
3.2.4 Das Hässliche
3.3 Frankfurter Schule und der Film: Theodor W. Adorno und Walter Benjamin als Beispiele für eine Kontroverse
3.4 Kritische Reflexion: Adornos Relevanz, Aktualität und Aussagekraft aus heutiger Sicht
3.4.1 Negative Dialektik, Nihilismus und Utopie
3.4.2 Die Manipulationsmacht der Kulturindustrie heute
3.4.3 Emanzipation und pädagogischer Wert Kritischer Sozialer Kulturarbeit
3.4.4 Kulturindustrie und Populärkultur: Erkenntnisse und Ergänzungen durch die Cultural Studies
4 Der Film als Medium Kritischer Sozialer Kulturarbeit
4.1 Weshalb Film?
4.2 Ästhetische Erfahrung und Film
4.3 Bildung und Medien – medienpädagogische Perspektiven
4.4. Filmästhetik und -didaktik
4.4.1. Affektivität und Emotionen
4.4.2 Didaktik der Erzählung: ein medienintegratives Modell
4.5 Filme verstehen: kurze Einführung in die Filmanalyse
4.5.1 Inhaltliche Analyse des Films
4.5.2 Publikum und mehrdimensionales Modell der Filmanalyse
5 David Lynch
5.1 „Lynchville“: einige Fakten und Aspekte
5.2 Schein, Fassade und das Böse in David Lynchs Werken
5.3 Exemplarische Analysen
5.3.1 Twin Peaks: das tragische Ende der zivilisierten Gesellschaft
5.3.2 Dune: über einen gescheiterten Messias und den Faschismus
5.4 Weshalb Lynch?
6 Vergleich: Adorno und Lynch
6.1 Schnittmengen zwischen Kritischer Theorie und David Lynch
6.2 Unterschiede in den beiden Positionen
6.3 Fazit
7 Erträge für Kritische Soziale Kulturarbeit – Gesamtfazit
7.1 Kritische Theorie
7.1.1 Kritische Theorie und ihr Wert für die Kritische Soziale Kulturarbeit
7.1.2 Bedingungen und Einschränkungen
7.2 Das Medium Film
7.2.1 Erträge und Potenziale für Kritische Soziale Kulturarbeit
7.2.2 Ergänzende Anmerkungen
7.3 Kritische Soziale Kulturarbeit mit dem Medium Film und Kulturelle Inklusion
7.3.1 Kulturelle Inklusion und Kritische Theorie
7.3.2 Kulturelle Inklusion und Film
7.3.3 Abschließende Anmerkungen, Ergänzungen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen theoretisch fundierten und praktisch anwendbaren Ansatz für eine „Kritische Soziale Kulturarbeit“ (KSK) zu entwickeln. Dabei wird eine Verbindung zwischen der Kritischen Theorie nach Theodor W. Adorno und den filmischen Werken von David Lynch hergestellt, um das Medium Film als Werkzeug für emanzipatorische Bildungsprozesse in der Sozialen Arbeit nutzbar zu machen.
3.1.2 Die Kulturindustrie und der Massenbetrug
Der Begriff Kulturindustrie welcher bereits eingangs kurz erörtert wurde, findet sich auch in DdA wieder. Horkheimer und Adorno widmeten ihm ein ganzes Kapitel ihres Buches: „Kulturindustrie – Aufklärung als Massenbetrug“. Aufklärung im Sinne der KT ist also auch verwoben mit der Kulturindustrie, vor allem was die Ökonomisierungstendenzen der gesamten Gesellschaft, wie sie im letzten Teil des vorangegangenen Abschnitts angesprochen wurden, anbelangt. Wird nun in diesem Rahmen von „Aufklärung“ gesprochen, ist anzumerken, dass sich die folgenden Ausführungen auf jenen Begriff beziehen, wie ihn Horkheimer und Adorno in DdA definiert haben, also einen Begriff der Aufklärung, der eine Kritik an ihren tendenziösen Entwicklungen und nicht an ihrem Fundament vornimmt. Es wird also keine ideologische Distanz zu aufklärerischem Handeln per se gesucht. Weder Adorno noch Horkheimer hätten solches proklamiert, da beide als klare Befürworter einer aufgeklärten, bürgerlichen Gesellschaft zu sehen sind. Vielmehr geht es um die Eigendynamik und Dialektik der Aufklärung, die bereits beschrieben wurde, ihre Tendenzen zum Totalitarismus und die Unterwerfung allen Gedankenguts unter die Aspekte der Nützlichkeit und Messbarkeit, kurz, das Rationale und vor allem ökonomisch Greifbare.
Adorno und Horkheimer beschreiben den ökonomischen Kulturapparat als einen quasi mehr oder minder homogenen Moloch, der sich von seinen Methoden, Idealen und Zwecken her kaum unterscheidet. Es ist also relativ uninteressant, ob die Rede von Rundfunk, Kino oder der Literatur ist. Das Massenprodukt Kultur unterscheidet sich nicht in relevantem Ausmaß von der Sache her. Adorno und Horkheimer beschreiben dies unter anderem anhand von A- und B-Filmen, die sich – was ihre künstlerische Qualität anbelangt – kaum differenzieren, sondern lediglich was eine spezifische Zielgruppe an Konsumenten anbelangt, die sich vor allem anhand des Kriteriums der Zahlungskräftigkeit bildet.
1 Einleitung: Kritische Soziale Kulturarbeit: Einführung in den Ansatz der KSK durch die Verbindung von Kritischer Theorie und Film sowie die Definition zentraler Begriffe.
2 Methodenreflexion: Erläuterung der hermeneutischen Methode zur Analyse der verwendeten theoretischen Texte und der Rolle der Applikation.
3 Kritische Theorie: Detaillierte Auseinandersetzung mit der Theorie der Frankfurter Schule, insbesondere Adornos Aufklärungsbegriff, Kulturindustrie und Ästhetischer Theorie.
4 Der Film als Medium Kritischer Sozialer Kulturarbeit: Darstellung des Films als niederschwelliges, ästhetisch anspruchsvolles Medium für soziale Bildungsarbeit und Einführung in die systematische Filmanalyse.
5 David Lynch: Porträt des Regisseurs und Analyse seines spezifischen Filmstils ("Lynchville") sowie exemplarische Betrachtung von Werken wie "Twin Peaks" und "Dune".
6 Vergleich: Adorno und Lynch: Gegenüberstellung der Positionen zur Aufdeckung von Schnittmengen und Differenzen in ihrer Weltanschauung und Ästhetik.
7 Erträge für Kritische Soziale Kulturarbeit – Gesamtfazit: Synthese der Ergebnisse für die Soziale Kulturarbeit, inklusive einer Einschätzung zu Bedingungen, Inklusionspotenzialen und praktischen Handlungsempfehlungen.
Kritische Soziale Kulturarbeit, Kritische Theorie, Theodor W. Adorno, David Lynch, Kulturindustrie, Aufklärung, Filmästhetik, Soziokultur, Filmanalyse, Utopie, Emanzipation, Kulturelle Inklusion, Postmoderne, Mündigkeit, Dialektik.
Die Arbeit untersucht, wie der Ansatz der „Kritischen Sozialen Kulturarbeit“ theoretisch und praktisch begründet werden kann, indem sie klassische Kritische Theorie mit der Ästhetik und den Werken des Regisseurs David Lynch verknüpft.
Zentrale Themen sind die Kritische Theorie (insb. Adorno), die Rolle der Kulturindustrie, die Potenziale des Mediums Film als soziales Bildungswerkzeug sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der spezifischen Ästhetik von David Lynch.
Das Ziel ist die theoretische Fundierung einer KSK, die das Medium Film nutzt, um Menschen zu emanzipatorischem Denken und kritischer Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt zu animieren, anstatt sie lediglich als Konsumenten zu betrachten.
Die Arbeit nutzt primär einen hermeneutischen Ansatz zur Textanalyse sowie eine systematische Filmanalyse nach Korte, um theoretische Konzepte auf filmische Beispiele anzuwenden.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Kritischen Theorie reflektiert, das Medium Film als Werkzeug der Kulturarbeit analysiert, die Werke David Lynchs auf ihre kritischen Potenziale untersucht und diese Ansätze in einem abschließenden Vergleich zusammengeführt.
Die zentralen Begriffe umfassen Kritische Theorie, Kulturindustrie, Soziale Kulturarbeit, Filmästhetik, Emanzipation, kulturelle Inklusion und das Konzept von Lynchville.
Nach Ansicht des Autors eignet sich Lynch besonders, da seine Filme den Zuschauer zur intensiven Auseinandersetzung und Interpretation zwingen und durch die Darstellung des „Hässlichen“ und „Bösen“ gesellschaftliche Missstände oder psychologische Abgründe aufdecken, die kritische Reflexionsprozesse anregen können.
Kulturelle Inklusion wird als zentrales Anliegen der Sozialen Kulturarbeit verstanden, um Zielgruppen Teilhabe an Kunst und Kultur zu ermöglichen und so Exklusionsmechanismen der modernen Gesellschaft (insb. der Kulturindustrie) aktiv entgegenzuwirken.
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