Bachelorarbeit, 2010
70 Seiten, Note: 1,3
I Einleitung
II Sprache und Identität
1 Gesellschaft und Sprache
2 Die Rolle der Sprache bei der Bildung von Identität
3 Die Zuschreibung der Identität
4 Identitätsbehauptungen
5 Fazit
III Die (Un-)Möglichkeit des Erzählens: Eine Analyse der Erzählstruktur des Romans Malina
1 Die Personen
1.1 Ivan
1.2 Malina
1.3 Ich
2 Einheit von Zeit und Ort
2.1 Die Zeit
2.2 Der Ort
3 Die Montage
3.1 Die Telefongespräche
3.2 Die Briefe
3.3 Das Interview
3.4 Die Träume
3.5 Die Malina-Dialoge
3.6 Die Bezüge auf Literatur und Musik
IV Die sprachliche Zurichtung von Identität in Malina
1 Glücklich mit Ivan: Die Dokumentation eines zerstörten Ich
1.1 Liebesutopie oder Der Versuch eines Identitätsentwurfs
1.2 Die Sprachspiele zwischen Ich und Ivan
2 Der dritte Mann: Die Rekonstruktion der Identitätsdeformation
2.1 Die Sprache der Träume
2.2 Der sprachsymbolische Aufbau der Welt im Ich
3 Von letzten Dingen: Die Transformation als letzte Behauptung
3.1 Die Dialoge zwischen Ich und Malina
3.2 Das Verschwinden in der Wand oder Die Unhintergehbarkeit der symbolischen Ordnung
V Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang von Sprache und Identitätsbildung im Roman "Malina" von Ingeborg Bachmann, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, wie die Konstitution von Identität durch Sprache thematisiert wird und wie die inhaltliche Identitätsproblematik in die Struktur des Erzählens umschlägt.
1 Gesellschaft und Sprache
Dass Gesellschaft und Sprache zusammenhängen, ist offensichtlich: Jede Gesellschaft besitzt ihre eigene Sprache. Doch wie sie zusammenhängen, lässt sich nicht so leicht klären. Bringt eine bestimmte Gesellschaft ihre eigene Sprache hervor, oder formt eine Sprache die Gesellschaft? Lassen sich Sprache und Gesellschaft überhaupt voneinander trennen oder sind sie gar untrennbar miteinander verwoben? Dies sind Fragen, die auch George Herbert Mead (1863 - 1931) sich so gestellt haben könnte, liefert er in seinem Werk Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus doch äußerst schlüssige Antworten.
Ausgehend von der Fragestellung, was „nun der grundlegende Mechanismus [sei], durch den der gesellschaftliche Prozeß angetrieben wird“, sucht Mead die Grundzüge menschlicher Sozialität aufzudecken, wobei deutlich wird, dass bei ihm nicht die Struktur von Gesellschaft, sondern ihr prozessualer Charakter im Vordergrund steht. Im Rahmen seiner Kommunikationstheorie gelangt er zu der Auffassung, dass „das Grundprinzip der gesellschaftlichen Organisation des Menschen die Kommunikation zu sein“ scheint.
I Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität von Bachmanns Roman ein und definiert den methodischen Rahmen der Untersuchung, welche Identitätsproblematik und Sprachstruktur verknüpft.
II Sprache und Identität: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen des Symbolischen Interaktionismus nach G.H. Mead sowie Aspekte der Selbstdarstellung und Identitätsarbeit nach Goffman.
III Die (Un-)Möglichkeit des Erzählens: Eine Analyse der Erzählstruktur des Romans Malina: Hier wird die spezifische Kompositionsweise des Romans, inklusive Figurenkonzeption, Zeit-Ort-Einheiten und die verschiedenen Textgattungen wie Telefonate, Briefe und Träume, detailliert analysiert.
IV Die sprachliche Zurichtung von Identität in Malina: In diesem Hauptteil wird die Identitätsentwicklung des Ichs entlang der drei Romanabschnitte als Prozess der sprachlichen Konstruktion und Dekonstruktion untersucht.
V Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, die den unauflösbaren Zusammenhang von Identität und sprachlicher Organisation im Roman bestätigt.
Ingeborg Bachmann, Malina, Identität, Sprache, Erzählstruktur, Symbolischer Interaktionismus, G.H. Mead, Erving Goffman, Identitätsdeformation, Selbstdarstellung, Ich-Erzählung, symbolische Ordnung, Rollenübernahme, Sprachspiel, Literaturanalyse
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Identitätsbildung und sprachlicher Struktur in Ingeborg Bachmanns Roman "Malina".
Die Schwerpunkte liegen auf soziologischen Identitätstheorien, der Analyse der komplexen Erzählstruktur des Romans und der Untersuchung, wie Sprache Identität sowohl konstituiert als auch deformiert.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Identitätskonstitution im Roman durch Sprache thematisiert wird und wie die inhaltliche Identitätsproblematik in die Erzählstruktur übergeht.
Es wird eine strukturanalytische Vorgehensweise gewählt, die durch den Rückgriff auf sozialphilosophische und psychologische Identitätstheorien (Mead, Goffman) untermauert wird.
Der Hauptteil analysiert die spezifische Erzählstruktur (Montage von Briefen, Telefonaten, Träumen) und untersucht die Identitätsentwürfe des Ichs im Kontext seiner Interaktionen mit den Figuren Ivan und Malina.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Identität, Sprache, Malina, Erzählstruktur, Interaktionismus und Sprachspiel.
Ivan fungiert als Ziel eines utopischen Identitätsentwurfs, dessen Scheitern das Ich erst zur schmerzhaften Auseinandersetzung mit der eigenen Identitätsdeformation zwingt.
Malina wird als rationale, objektivierende Komponente des Ichs verstanden, die das emotionale, leidende Ich bei der sprachlichen Bewältigung seiner Existenzkrise begleitet.
Das Verschwinden symbolisiert das endgültige Aufgehen des Ichs in der sprachsymbolischen Ordnung, womit die Möglichkeit einer individuellen Identität jenseits der gesellschaftlich vorgegebenen Strukturen endet.
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