Magisterarbeit, 2009
92 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Geschichte der palästinensischen Flüchtlinge in Jordanien
2.1 Die zionistische Bewegung und der Wunsch nach einem Judenstaat
2.2 Flucht aus den palästinensischen Gebieten
2.3 Die Rolle Jordaniens im israelisch-arabischen Krieg 1948/49
2.4 Die Situation der Flüchtlinge in Jordanien
3. Identitätsfindung und -entwicklung palästinensischer Flüchtlinge
3.1 Identität - eine allgemeine Definition
3.2 Kollektive Identität
3.3 Nationale Identität
3.4 Die arabische Identität
3.5 Historische und politische Bedingungsfaktoren der palästinensischen Identitätsentwicklung
3.6 Identitätskonstruktionen palästinenischer Flüchtlinge in Jordanien
3.7 Beeinflussung der Identitätsentwicklung palästinensischer Flüchtlinge in Jordanien
3.7.1 Familie
3.7.2 Religion
3.8 Ursachen und Auswirkungen von Identitätskrise palästinensischer Flüchtlinge in Jordanien
3.8.1 Die Identitätskrise und ihre Bedingungsfaktoren
3.8.2 Bedingungsfaktoren: Krieg und soziale Probleme
3.9 Zusammenfassung
4. Auswertung der Statistik zur Identitätsfindung palästinensischer Flüchtlinge in Amman
4.1 Methodik und Durchführung der Befragung
4.2 Aufbau des Fragebogens
4.3 Ergebnisse der Befragung
4.4 Diskussion der Ergebnisse
4.4.1 Selbstdefinition der Flüchtlinge
4.4.2 Identität und !urba
4.4.3 Identität durch kollektives Bewusstsein
4.4.4 Identität durch Tradition und Religion
4.4.5 Identität durch Bildung – eine mögliche Zukunftsperspektive
5. Schlussbemerkung
Diese Magisterarbeit untersucht die Identitätsfindung von palästinensischen Flüchtlingen der ersten Generation (48er Flüchtlinge) in Jordanien. Ziel ist es zu analysieren, ob sich diese Flüchtlinge als Teil der jordanischen Gesellschaft integriert fühlen, an ihrer palästinensischen Identität festhalten oder eine hybride Identität ausbilden, und wie sich die Lebensumstände im Flüchtlingslager (Jabal al-Hussein) im Vergleich zum Leben außerhalb des Lagers auf diesen Identitätsprozess auswirken.
2.1 Die zionistische Bewegung und der Wunsch nach einem Judenstaat
Die Idee der Errichtung eines Judenstaates entwickelte sich schon im 19. Jahrhundert und wurde von der zionistischen Bewegung eingeführt. Ludwig Watzal schreibt dazu folgendes: „The Zionist settlement project began with the construction of Rishon LeZion in 1882. Five years later, at the First Zionist Congress, held in Basle in 1897, the nationalistic-political program for a ‘Judenstaat’ was presented to the public“. Die Stadt Rishon LeZion wurde im Jahre 1882 von jüdischen Einwanderern aus Russland gegründet. Nach Watzal hätten die Zionisten schon durch die Gründung jener Stadt mit der Implementierung des „nationalistischen und politischen Programms“ zur Errichtung eines Judenstaates begonnen.
Dieses Vorhaben der zionistischen Juden sei von der Britischen und Amerikanischen Regierung unterstützt worden. Für den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, so Watzal, „was the return of the Jews to Palestine like a fulfillment of the Biblical prophecies, and he zealously supported the Zionist project.“ Darüber hinaus geht Watzal auf den Antisemitismus in Westeuropa ein, der dazu geführt hätte, dass sich die Juden in Europa emanzipieren wollten: „The call for the emancipation of the Jews was a Western European phenomenon, which […] was to produce the evil of modern anti-Semitism.” Demnach führte die Emanzipation der Juden zu einem „modernen Antisemitismus“, der in Westeuropa seine Wurzeln hat. Moses Hess, einer der führenden Denker der zionistischen Bewegung, war einer der ersten, die aufgrund des Antisemitismus die Errichtung eines jüdischen Staates forderten: „Because of the latent anti-Semitism and the prevailing nationalism, he was one of the first to demand in 1862 the creation of a state for Jews in their ancestral homeland, Palestine.”
1. Einleitung: Beschreibt die Einwanderungsgeschichte Jordaniens und die Herausforderung der Integration palästinensischer Flüchtlinge unter Wahrung der nationalen Identität.
2. Geschichte der palästinensischen Flüchtlinge in Jordanien: Analysiert die historischen Hintergründe des Exodus sowie die Rolle der zionistischen Bewegung und des Staates Jordanien.
3. Identitätsfindung und -entwicklung palästinensischer Flüchtlinge: Erörtert theoretische Ansätze zur Identitätsbildung und analysiert Familie und Religion als zentrale Einflussfaktoren.
4. Auswertung der Statistik zur Identitätsfindung palästinensischer Flüchtlinge in Amman: Präsentiert und diskutiert die empirische Befragung von 48er Flüchtlingen in und außerhalb des Jabal al-Hussein Lagers.
5. Schlussbemerkung: Fasst die Ergebnisse zusammen, wonach sich Flüchtlinge in Jordanien zwischen Integration und der Wahrung ihrer palästinensischen Identität bewegen.
Palästinensische Flüchtlinge, Jordanien, Identitätsfindung, Kollektive Identität, Nakbah, Integration, Flüchtlingslager, Nationaler Identität, Sozialisation, Exil, Heimat, Bildung, Tradition, Religion, 48er Flüchtlinge.
Die Arbeit befasst sich mit der Identitätsfindung und -konstruktion palästinensischer Flüchtlinge, die nach 1948 in Jordanien eine neue Heimat gefunden haben.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Flucht, die theoretischen Konzepte von individueller und nationaler Identität sowie die Rolle von Familie, Religion und sozioökonomischen Faktoren für die Identitätsbildung.
Die Arbeit untersucht, wie palästinensische Flüchtlinge ihre Identität in Jordanien definieren und ob sich die Lebensbedingungen im Flüchtlingslager gegenüber dem Leben in der Stadt auf diese Identität auswirken.
Die Arbeit kombiniert eine historische und theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Befragung palästinensischer Flüchtlinge in Amman.
Der Hauptteil analysiert die historischen Fluchtursachen, entwickelt den theoretischen Rahmen für Identität und untersucht mittels einer Befragung, wie die Befragten ihre Zugehörigkeit zu Jordanien oder Palästina wahrnehmen.
Identitätsfindung, Palästinensische Flüchtlinge, Jordanien, Integration und Nakbah.
Die Befragung zeigt, dass Flüchtlinge in Lagern häufiger an ihrem Flüchtlingsstatus festhalten, während Flüchtlinge außerhalb der Lager eine stärkere Identifizierung mit dem Status als jordanische Staatsbürger aufweisen, wenngleich eine starke emotionale Bindung zur Heimat in beiden Gruppen existiert.
Die Familie fungiert als wichtigster Sozialisationsfaktor, der palästinensische Werte, Traditionen und die kollektive Erinnerung an die Heimat an nachfolgende Generationen weitergibt und so die palästinensische Identität stützt.
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