Diplomarbeit, 2010
166 Seiten, Note: Sehr gut
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Definitionen und Begriffe
1.3. Methodik
1.3.1. Experteninterviews
1.3.1.1. Stichprobe
1.3.2. Fragebogen
2. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
2.1. Ausgewählte Aspekte des Lebens in der DDR
2.1.1. Das Alltagsleben
2.1.2. Die Arbeitswelt
2.1.3. Politik und Geschichte
2.1.4. Der Eiserne Vorhang und die Reisefreiheit
2.1.5. Armee, Staatssicherheit und Polizei
2.1.6. Wirtschaft
2.1.7. Bildung
2.1.8. Sport
3. Städtebauliche Entwicklungsphasen: 1945 bis 2009
3.1. Trümmerbeseitigung und beginnender Aufbau: 1945 bis 1955
3.2. Industrielles Bauen: 1956 bis 1970
3.2.1. Die sozialistische Stadt
3.3. Bauboom der Plattenbausiedlungen: 1971 bis 1989
3.3.1. Die DDR als Spezifikum in Osteuropa
3.4. Phase der Schrumpfung: 1990 bis 2009
3.4.1. Wichtige Instrumente der Wohnungspolitik
3.4.1.1. Das Altschuldenhilfegesetz (AHG)
3.4.1.2. Die Eigenheimzulage als umstrittenes Instrument
3.4.1.3. Das Förderprogramm „Die soziale Stadt“
3.4.1.4. Das Förderprogramm „Stadtumbau Ost“
3.4.2. Das Problem der Segregation
3.4.3. Gentrifizierungsprozesse in Ostdeutschland und Chemnitz
4. Die Transformation des Wohnbausektors in Chemnitz unter Berücksichtigung der Plattenbausiedlung „Hutholz“
4.1. Kurzcharakteristik des Untersuchungsgebietes
4.2. Demographische Daten in Chemnitz
4.3. Bevölkerungsprognosen und Wohnungsbedarf
4.4. Bevölkerungssuburbanisierung im Verdichtungsraum Chemnitz
4.5. Demographische Daten im Hutholz
4.6. Das Chemnitzer Stadtentwicklungskonzept (SEKO)
4.6.1. Relevante Inhalte für den Wohnbausektor
4.6.2. Handlungsräume des Stadtentwicklungskonzeptes
4.6.3. Die Zukunft des SEKO
4.7. „Stadtumbau Ost“ in Chemnitz
4.8. Positive Aspekte der „Platte“
4.9. Infrastrukturelle Einrichtungen
4.9.1. Kultureinrichtungen
4.9.2. Jugendeinrichtungen
4.9.3. Sporteinrichtungen
4.9.4. Kinderbetreuungseinrichtungen
4.9.5. Bildungseinrichtungen
4.9.6. Medizinische Einrichtungen
4.9.7. Nahversorgungseinrichtungen
4.9.8. Sicherheitsempfinden der Bevölkerung
4.9.9. Öffentlicher Nahverkehr
4.10. Mieten- und Leerstandsentwicklung
4.10.1. Wirtschaftliche Folgen von Wohnungsleerständen
4.11. Haus- und Wohneigentum
4.12. Sozioökonomische Daten
4.13. Politische und soziale Zukunftsperspektiven für die Hutholz-Siedlung
4.13.1. Anregungen für die Zukunftsperspektiven von Plattenbaugebieten und speziell für die Hutholz-Siedlung
4.13.2. Neue Konzepte und Perspektivenwechsel
4.14. Zusammenfassung
5. Fachdidaktische Einbettung
5.1. Leistungsfeststellung im Geographie- und Wirtschaftskundeunterricht
5.2. Formen der Leistungsfeststellung
5.3. Schriftliche Leistungsfeststellung
5.3.1. Bezugssysteme der Leistungsfeststellung
5.3.2. Gütekriterien bei schriftlichen Lernerfolgskontrollen
5.3.3. Anforderungsbereiche
5.3.4. Operatoren
5.3.5. Kompetenzbereiche des Faches Geographie
5.4. Der Test
5.4.1. Fach- und Vorkenntnisse der Schüler
5.4.2. Erwartungshorizont, Bewertungseinheiten und Didaktische Analyse
5.4.3. Notenschlüssel
Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess des Wohnbausektors in Chemnitz, mit einem besonderen Fokus auf die Plattenbausiedlung „Hutholz“. Ziel ist es, die sozioökonomischen Folgen städtebaulicher Entwicklungen und den Wandel der Wohnsituation in einer schrumpfenden Stadt wissenschaftlich zu analysieren.
1.2. Definitionen und Begriffe
Gravierende und schnelle Veränderungen im Planungs-, Wirtschafts- und Gesellschaftssystem werden als Transformation bezeichnet (Heineberg 2006, 241). Sie sind gekennzeichnet von einer nachholenden Modernisierung ehemals sozialistischer Gesellschaften. Dabei wird ein bekanntes Endziel angenommen und die Zeitspanne des Transformationsprozesses bleibt unbekannt. Es erscheint jedoch zweifelhaft, ob die Transformation in Ostdeutschland als Prozess mit bekanntem Ausgang (Endziel) interpretiert werden kann (vgl. Burdack 2001, 261). Hannemann (2002, 11 und 260) konstatiert, dass die Transformationsprozesse in den neuen Ländern ebenso eine zeit- und ergebnisbezogene Offenheit wie auch, dass die Entwicklungsperspektiven für ostdeutsche Städte „äußerst ungewiss“ sei. Des Weiteren werden Prozesse des Wandels und Umbruchs in ehemals sozialistischen Ländern mit dem Sammelbegriff „Transformation“ bezeichnet (Reißig 1994 zit. in: Schucknecht 2003, 37). Icks (1996 zit. in: Wiktorin 2000, 15) sieht den Transformationsprozess erst dann beendet an, wenn ein makroökonomisches Gleichgewicht und die gesellschaftliche Integration zweier unterschiedlicher Gesellschaften erreicht sind. Dieser Zustand besteht in Ostdeutschland noch nicht und wird auch in absehbarer Zeit nicht eintreten.
Die Transformation in Ostdeutschland und speziell die des Wohnbausektors stellt im Vergleich zu anderen Transformationsgesellschaften einen Sonderfall dar. Die Übertragung von Institutionen (Mehrparteiendemokratie, Marktwirtschaft, Rechtssystem, Verwaltungsstrukturen) in sehr kurzer Zeit, ohne eigene Such- und Lernprozesse, barg ein erhöhtes Konfliktpotenzial, was zwangsläufig zu Anpassungskrisen führen musste (Schucknecht 2003, 37ff). Ziebura (1998 zit. in: Hannemann 2002, 260) formulierte, dass die Übertragung des „Modells Westdeutschland“ auf die ehemalige DDR ohne Bereitschaft zur Selbsterneuerung damit bezahlt wurde, dass zwei Gesellschaften unter einem staatlichen Dach existieren. Vielfach findet man in der relevanten Literatur den Begriff der „nachholenden Transformation und Modernisierung“, der den Anpassungsprozess nach westlichem Muster bezeichnet.
1. Einleitung: Einführung in die Problemstellung und die Motivation für die Untersuchung des Transformationsprozesses in Chemnitz-Hutholz.
2. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Analyse der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der DDR und deren Einfluss auf den Wohnungsbau.
3. Städtebauliche Entwicklungsphasen: 1945 bis 2009: Historischer Rückblick auf die verschiedenen Phasen des Wohnungsbaus von der Trümmerbeseitigung bis hin zum modernen Stadtumbau.
4. Die Transformation des Wohnbausektors in Chemnitz unter Berücksichtigung der Plattenbausiedlung „Hutholz“: Detaillierte empirische Untersuchung der demographischen und sozioökonomischen Lage im Hutholz.
5. Fachdidaktische Einbettung: Übertragung der Forschungsergebnisse in eine didaktische Konzeption für den Geographieunterricht der achten Klasse.
Transformation, Wohnbausektor, Chemnitz, Hutholz, Plattenbausiedlung, Stadtumbau, Segregation, Schrumpfung, Stadtentwicklung, Geographieunterricht, Demographie, Wiedervereinigung, Wohnungsmarkt, Leerstand, Wohnpolitik
Die Arbeit analysiert den Wandel des Wohnbausektors in Chemnitz nach 1990 mit Fokus auf die Plattenbausiedlung Hutholz.
Die Themen umfassen die Geschichte des DDR-Wohnungsbaus, die Folgen der Wiedervereinigung für die ostdeutsche Stadtstruktur, demographische Entwicklungen und wohnungspolitische Steuerungsinstrumente.
Das Ziel ist es, die empirischen Auswirkungen von Schrumpfungsprozessen und Segregation auf ein spezifisches Wohngebiet zu dokumentieren und Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.
Es werden eine Literaturanalyse, eine qualitative Expertenbefragung sowie eine quantitative Fragebogenerhebung unter den Bewohnern des Hutholz durchgeführt.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Fallstudie zum Hutholz, inklusive Infrastrukturanalysen, Mieten- und Leerstandsentwicklung sowie stadtplanerischen Konzepten wie dem SEKO.
Transformation, Stadtumbau, Plattenbau, Hutholz, Chemnitz und Segregation sind zentral für das Verständnis dieser Arbeit.
Es wird erläutert, wie dieses Gesetz Wohnungsunternehmen von DDR-Altlasten entlastete, aber gleichzeitig neue wirtschaftliche Herausforderungen durch den notwendigen Wohnungsrückbau schuf.
Entgegen medialer Negativberichte zeigen die Befragungen, dass viele Bewohner die Lage vor Ort deutlich positiver und sicherer einschätzen als Außenstehende.
Der letzte Abschnitt dient der wissenschaftlichen Anwendung der Ergebnisse, indem ein Testkonzept für den Geographieunterricht entwickelt wird, das die Transformationsproblematik schülergerecht aufbereitet.
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