Fachbuch, 2011
68 Seiten
Vorwort
Die Spätbronzezeit in Österreich
Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
Golden glänzten die Helden in der Sonne
Die Nordtiroler Urnenfelder-Kultur von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr.
Diese Arbeit widmet sich der wissenschaftlichen Untersuchung der Nordtiroler Urnenfelder-Kultur (ca. 1300/1200 bis 800 v. Chr.), indem sie deren soziale Strukturen, materielle Hinterlassenschaften und kulturelle Praktiken analysiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Rekonstruktion des Lebensalltags der damaligen Ackerbauern, Viehzüchter und Metallhandwerker sowie der Analyse ihrer Siedlungsmuster und Bestattungsriten.
Golden glänzten die Helden in der Sonne
In den meisten Teilen Nordtirols existierte von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. die Nordtiroler Urnenfelder-Kultur. Dieser Begriff geht auf den Münchener Prähistoriker Karl Heinz Wagner (1907–1944) zurück, dessen Werk »Nordtiroler Urnenfelder« 1943 erschien. Dagegen konnte sich der von einem Fundort in Innsbruck-Hötting abgeleitete Name Höttinger Kultur nicht durchsetzen.
Die Menschen der Nordtiroler Urnenfelder-Kultur sind teilweise aus den Angehörigen der mittleren Inneralpinen Bronzezeit-Kultur (etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.) hervorgegangen und teilweise zugewandert. Die Zuwanderer kamen vor allem aus Oberbayern.
An den Knochenresten aus dem Gräberfeld von Kapfing bei Fügen im Zillertal konnten die Wiener Anthropologen Maria Urschitz und Eike Meinrad Winkler (1948–1994) vor allem Symptome von Mangelerkrankungen erkennen. Dazu gehören Porosierungen am Gaumen, am Augenhöhlendach (Cribra orbitalia) und am Hirnschädel (Cribra cranii), Verdickungen im Bereich der Stirn- und Scheitelbeinhöcker sowie Harris-Linien an den Langknochen, die als Zeichen für eine Störung des Längenwachstums der Knochen gelten.
Vorwort: Einleitende Informationen zum Fokus der Arbeit auf die Nordtiroler Urnenfelder-Kultur und eine Danksagung an die unterstützenden Experten.
Die Spätbronzezeit in Österreich: Darstellung der zeitlichen Einteilung in Stufen sowie der regionalen Verbreitung der verschiedenen Kulturen und Gruppen.
Golden glänzten die Helden in der Sonne: Detaillierte Analyse der Nordtiroler Urnenfelder-Kultur, inklusive Siedlungsfunden, Ernährung, Bergbau, Bestattungswesen und der sozioökonomischen Struktur.
Nordtiroler Urnenfelder-Kultur, Bronzezeit, Spätbronzezeit, Archäologie, Bestattung, Bergbau, Kupfer, Metallhandwerk, Kriegergräber, Siedlungsgeschichte, Anthropologie, Keramik, Schmuck, Gräberfeld, Volders
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Nordtiroler Urnenfelder-Kultur und beleuchtet die Lebensweise der Menschen in dieser Region während der Spätbronzezeit.
Die Arbeit behandelt Themen wie Siedlungsformen, Bestattungsriten, Metallhandwerk, Bergbauaktivitäten und die soziale Struktur der Bevölkerung.
Das Ziel ist die fundierte Rekonstruktion des Lebensalltags und der gesellschaftlichen Organisation auf Basis archäologischer Funde und anthropologischer Analysen.
Der Autor stützt sich auf archäologische Befunde, anthropologische Knochenuntersuchungen, die Auswertung historischer Grabungsberichte und den Vergleich mit zeitgenössischen Fundkomplexen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der kulturellen Abfolge Österreichs und eine tiefgehende Untersuchung der Nordtiroler Spezifika wie Siedlungsplätze, Grabbeigaben und Handelsbeziehungen.
Die zentralen Begriffe sind Nordtiroler Urnenfelder-Kultur, Spätbronzezeit, Gräberfelder, Kupferbergbau und archäologische Fundinterpretation.
Lothar Sperbers Analysen ergaben, dass sich die Bevölkerung in Volders aus einer Mischung alteingesessener und zugewanderter Familien zusammensetzte, die in getrennten Bestattungsgruppen beigesetzt wurden.
Das Goldblech weist Symbole auf, die als Sonnensymbole interpretiert werden und einen der wenigen Hinweise auf die religiösen Vorstellungen der Zeit liefern.
Sie dienten laut dem Prähistoriker Markus Egg in den Gräbern vor allem als prestigeträchtige Symbole für ein standesgemäßes Leben im Jenseits.
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