Bachelorarbeit, 2009
35 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Ilija Trojanows „Der Weltensammler“ im Lichte der Theorie Interkultureller Kommunikation
2.1. Begriffsdiskussion: Kultur – Interkulturalität
2.1.1. Kultur
2.1.2. Interkulturalität
2.2. Interkulturelle Kommunikation
2.2.1. Begriffsklärung
2.2.2. Interkulturelle Kompetenz und Interkulturelles Lernen
2.3. Ilija Trojanow: „Der Weltensammler“ – ein interkultureller Roman
2.4. Interkulturelle Kommunikation in Trojanows „Weltensammler“
2.4.1. Der Elitemigrant: Richard F. Burton
2.4.2. Ignoranz der kulturellen Andersheit
2.4.3. Der Sonderweg Burtons: Entwicklung interkultureller Kompetenz
2.4.4. Schwierigkeiten in der interkulturellen Kommunikation
2.4.5. Richard Burton zwischen Assimilation und „Verwandlung“
3. Schlussbemerkung
Diese Arbeit untersucht, wie sich Theorien der interkulturellen Kommunikation im Roman „Der Weltensammler“ von Ilija Trojanow widerspiegeln. Das primäre Ziel ist es, das Konzept der interkulturellen Kompetenz und deren Grenzen anhand der Entwicklung der Romanfigur Richard F. Burton zu hinterfragen, um zu analysieren, ob eine vollständige kulturelle Transformation möglich ist.
2.4.2. Ignoranz der kulturellen Andersheit
Die in Indien stationierten britischen Soldaten sind das beste Beispiel dafür, wie die kulturelle Andersheit Indiens ignoriert beziehungsweise sogar abgewertet werden kann. Schon die räumliche Trennung zwischen Briten und Indern mag dabei metaphernhaft anmuten: „von dem Viertel der Eingeborenen in der Senke konnte [Burton] nur sehen, was herausragte: Türme und Minarette. Der Rest war Eintopf (...)“ – die Besetzer oben, die Beherrschten unten. Aber es bleibt keineswegs bei der nur räumlichen Trennung der Behausungen, das Sich-Einlassen auf die fremde Kultur findet nicht statt, wie folgender Textausschnitt beweist:
„Sein [Burtons; Anm. d. Verf.] erster Abend im Klub. (...) Es war Oxford und London, auf ein weiteres und wieder von vorne. Alles war ihm vertraut, die Bilder, die Rahmen, (...)“
Für die meisten Soldaten ist ihr Aufenthalt weniger freiwillig als vielmehr eine Bestrafung. Sie agieren aus der Haltung heraus, die überlegene „Rasse“ zu sein, und wollen sich mit den Einheimischen nicht abgeben, geschweige denn sich ihnen öffnen und ihre Kultur kennen lernen. Dabei sind den Briten die Konventionen der Inder – zumindest teilweise – durchaus vertraut. Lassen sie sich von einem einheimischen Diener die Füße waschen, so gilt dieser bei seinen Landsleuten als unrein; die Besatzer wissen darum und sogar die Begründung dafür kann ein britischer Soldat liefern: „Weil Füße unrein sind und weil Sie ein Christ sind und somit per se unrein.“ Lediglich der Umgang der britischen Offiziere mit diesem interkulturellen Wissen macht jede erfolgreiche Kommunikation unmöglich: „Solchen Ausreden begegnet man auf Schritt und Tritt“, tun sie wichtige Konventionen der Einheimischen einfach ab.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Romans von Ilija Trojanow im Kontext interkultureller Theorie ein und formuliert die leitende Forschungsfrage zur Spiegelung dieser Theorien im Text.
2. Ilija Trojanows „Der Weltensammler“ im Lichte der Theorie Interkultureller Kommunikation: Dieser Hauptteil legt die theoretische Basis für Kultur und Kommunikation und analysiert die spezifische Anwendung dieser Konzepte auf die Handlungen und Entwicklungen der Romanfigur Richard F. Burton.
3. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Erkenntnisse zusammen und kommt zum Ergebnis, dass Burtons Streben nach einer vollständigen kulturellen Verwandlung scheitert und eine dauerhafte Identitätsfindung in einer postmodernen Welt problematisch bleibt.
Interkulturelle Kommunikation, Kultur, Interkulturalität, Identität, Richard F. Burton, Ilija Trojanow, Fremdheitserfahrung, Assimilation, Kulturstandards, Interkulturelle Kompetenz, Ethnozentrismus, Akkulturation, Postmoderne, Literaturwissenschaft, Weltensammler
Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel von interkultureller Kommunikationstheorie und literarischer Fiktion, speziell am Beispiel von Ilija Trojanows „Der Weltensammler“.
Neben theoretischen Grundlagen zu Kultur und Kommunikation stehen die Themen Fremdheitserfahrung, der Erwerb interkultureller Kompetenz und das Spannungsfeld zwischen Identität und Assimilation im Vordergrund.
Ziel ist es zu ergründen, inwiefern die Romanfigur Richard F. Burton durch interkulturelles Lernen eine tiefgreifende Identitätsveränderung vollziehen kann und wo die Grenzen dieser „Verwandlung“ liegen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse durchgeführt, die interkulturelle Theoriekonzepte als Interpretationsfolie auf den Roman anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsdiskussion und eine detaillierte Analyse spezifischer Episoden aus Trojanows Werk, die den interkulturellen Lernprozess Burtons illustrieren.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie interkulturelle Kommunikation, Identität, Akkulturation und das Konzept der Kulturstandards geprägt.
Das koloniale Setting verschärft das Spannungsfeld zwischen den agierenden Parteien, da ethnozentrische Haltungen und Machtstrukturen hier besonders ausgeprägt sind und eine erfolgreiche Kommunikation erschweren.
Burton fungiert als Grenzgänger, der versucht, seine westliche Sozialisation durch das Aneignen fremder kultureller Codes zu überwinden, dabei jedoch an der Unvereinbarkeit der verschiedenen Wertesysteme scheitert.
Die Arbeit argumentiert, dass eine vollständige „Verwandlung“ die Aufgabe der eigenen Identität erfordern würde, was jedoch zu einem Verlust an innerer „Festigkeit“ führt, da kein Zielzustand erreicht werden kann.
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