Diplomarbeit, 2011
75 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Die leitenden Prinzipien der Ethik Peter Singers
3 Die Kritiker
3.1 Die Kritiker: drei Fachbereiche, drei Professoren – ein Duktus
3.2 Beispiele reproduzierter Meinung
4 Inhaltliche Auseinandersetzung mit der Ethik Singers
4.1 Traditionelle Gerechtigkeitsvorstellungen und Singers Konzept im Vergleich
4.2 Interessen und Personen:
4.3 Affen und Menschen: Selbstbewusstsein bei Tieren
5 Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch die Vorwürfe, die Peter Singers ethische Positionen im deutschsprachigen Raum – insbesondere im Kontext der Sozialen Arbeit – erfahren haben, und setzt diese in eine material- und meta-ethische Analyse, um die Validität der Kritik zu hinterfragen.
§ Deontologie und Konsequentialismus im Vergleich:
Nach traditioneller Moralvorstellung gilt Singer zufolge ein Mord oder eine Lüge, auch wenn das Ergebnis wünschenswert ist, als falsch, weil nach einer deontologischen Theorie (traditionelle Moralvorstellung) nicht das Ergebnis einer Tat, sondern nur die Handlung selbst beurteilt wird. Immanuel Kant wird von Singer als ein bekannter Vertreter einer deontologischen Ethik angeführt (vgl. Singer 1994, 26f.). Dessen Formel: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde“ (vgl. Singer 1994, 27), verursacht Singer zufolge durch seinen Absolutismus Leid und Schmerz. Konsequentialisten hingegen werten nicht die Tat selbst, sondern fragen, ob das Ergebnis der Tat wünschenswert für viele ist. Ein Konsequentialist bewertet zwei Situationen mit identischer Handlung möglicherweise unterschiedlich. Zwei Beispiele zur Veranschaulichung einer konsequentialistischen Haltung: 1) Wenn wenige Unschuldige sterben müssen, um das Überleben vieler zu sichern, könnten die in Kauf genommenen Opfer moralisch gerechtfertigt sein. 2) Wenn die Gestapo klingelt und fragt, ob man Juden versteckt halte, ist eine Lüge gerechtfertigt. Das Ergebnis der Handlung (Lüge) ist wünschenswert für die so geretteten Menschenleben. Fragt hingegen das Finanzamt an, ob man denn keine Steuern zahlen müsse, dann wäre eine Lüge nicht wünschenswert für viele, sondern nur für einen selbst. Die Handlung (Lügen) ist daher unangebracht (vgl. Singer 1994, 24ff). Diesem ethischen Konzept, welches eine Handlung anhand der Konsequenzen als gut oder schlecht bewertet, fühlt sich Singer zugehörig (vgl. Singer 1994, 25ff).
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Debatte um Peter Singer und die PID in Deutschland sowie Definition der persönlichen Motivation des Autors aus Sicht der Sozialen Arbeit.
2 Die leitenden Prinzipien der Ethik Peter Singers: Einführung in die utilitaristischen Kernprinzipien, den Konsequentialismus und das Prinzip der gleichen Interessenabwägung.
3 Die Kritiker: Darstellung und Analyse von neun konkreten Kritikbeispielen aus der Fachwelt, um aufzuzeigen, wie Singers Thesen in der Debatte häufig verzerrt oder ideologisch interpretiert werden.
4 Inhaltliche Auseinandersetzung mit der Ethik Singers: Eine tiefergehende philosophische Analyse, in der das Modell der gleichen Interessenabwägung und der Personenbegriff kritisch auf ihre Konsistenz und Anwendbarkeit geprüft werden.
5 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass die radikale Kritik an Singer oft auf mangelndem Fachwissen oder einer bewussten Verzerrung seiner Texte beruht, und Plädoyer für einen sachlichen Diskurs.
Peter Singer, Ethik, Utilitarismus, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, Soziale Arbeit, PID, Interessenabwägung, Personenbegriff, Euthanasie, Behindertenpädagogik, Lebensrecht, Konsequentialismus, Moral, Diskurskritik.
Die Arbeit analysiert die Kritik, die Peter Singer im deutschsprachigen Raum – speziell durch Vertreter der Behindertenpädagogik und Sozialen Arbeit – entgegengebracht wird, und prüft deren inhaltliche Stichhaltigkeit.
Die zentralen Felder sind der utilitaristische Ethikansatz, die Frage nach dem Lebensrecht von behinderten Menschen und Säuglingen sowie die Rolle von Bildung und Selbstbestimmung.
Das Ziel ist es, aufzuklären, ob Singers Thesen tatsächlich die Selbstbestimmung behinderter Menschen gefährden oder ob die vorgetragene Kritik auf Fehlinterpretationen basiert.
Der Autor nutzt eine material- und meta-ethische Analyse, indem er die Primärquellen Singers den von ihm identifizierten kritischen Texten gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine deskriptive Einführung in Singers Ethik, eine kritische Analyse spezifischer Kritikbeispiele und eine tiefere philosophische Auseinandersetzung mit Begriffen wie "Person" und "Gerechtigkeit".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Utilitarismus, Interessenabwägung, Selbstbestimmung, Soziale Arbeit, PID und Behindertenethik maßgeblich geprägt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass viele Vorwürfe dieser Kritiker auf ungenauen Zitaten oder dem Rückgriff auf veraltete, von Singer inzwischen revidierte Fassungen seiner Bücher beruhen.
Selbstbestimmung ist für den Autor ein zentraler Begriff der Sozialen Arbeit, den er in Abgrenzung zu fremdbestimmten Paternalismen untersucht und in den Kontext von Singers Interessenabwägung stellt.
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