Magisterarbeit, 2009
115 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
1.1 Begriffsabgrenzung – kleine und mittelständische Unternehmen
1.2 Definitionen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
2. Ausgangssituation und Problemstellung
2.1 Demographischer Wandel – Alterndes Deutschland
2.2 Familiengründung oder Karriere?
2.2.1 Einflüsse auf die Familie
2.2.2. Familiengründung – Wunsch und Realität
2.2.3 Berufstätigkeit und Partnerschaft
2.3 Erstes Zwischenfazit
3. Betriebswirtschaftliche Ziele und Effekte durch eine familienbewusste Personalpolitik
4. Betriebliche Familienpolitik
4.1 Der Einfluss des Staates auf die betriebliche Familienpolitik
4.2 Ein Überblick von familienfreundlichen Maßnahmen im Betrieb
4.2.1 Flexible Arbeitszeitmodelle
4.2.2. Betriebliche Kinderbetreuung
4.3 Besonderheiten kleiner und mittelständischer Unternehmen
5. Allianzen, Bündnisse und Projekte für die Familie
5.1 Die „Allianz für Familie“
5.2 „Lokale Bündnisse“ – eine Initiative des BMFSFJ
5.3 Die Initiative „Erfolgsfaktor Familie“
5.3.1 Das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“
5.3.2 Der Unternehmenswettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2008“
5.4 Das „audit berufundfamilie“ und der „berufundfamilie-Index“
6. Familienfreundlichkeit auf Landesebene – das Beispiel Nordrhein-Westfalen
6.1 Das „Ziel-2-Programm“
6.2 Der Wettbewerb „familie@unternehmen.nrw“
7. Zweites Zwischenfazit
8. Regionales Bündniskonzept – das Modell „Regionales Unternehmensnetzwerk für Familie“
9. Das Konzept „Unternehmen fördern Partnerschaften“
9.1 Hintergründe – „Unternehmen fördern Partnerschaften“
9.2 Maßnahmen – „Unternehmen fördern Partnerschaften“
10. Empirische Untersuchung
10.1 Methode und Vorgehen
10.2 Ergebnisse – Studierende
10.3 Ergebnisse – Vertreter auditierter Unternehmen
10.4 Ergebnisse – Zusammenfassung
11. Exkurs – Ideen-Mining-Workshop
12. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, ob und wie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland durch familienfreundliche Maßnahmen ihre Attraktivität für Fachkräfte steigern können, um mit Großkonzernen im Wettbewerb zu bestehen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Unterstützung von Partnerschaften als Voraussetzung für eine erfolgreiche Rekrutierung und Mitarbeiterbindung.
2.2.1 Einflüsse auf die Familie
Verschiedene gesellschaftliche Einflüsse wie die gesunkene Kindersterblichkeit zählen zu den Faktoren, die sich auf die Familienstrukturen und die Fertilitätsrate auswirken. Heute müssen Eltern bei der Wahl ihrer Kinderzahl nicht mehr mit einkalkulieren, dass die Wahrscheinlichkeit, ihr Nachwuchs könnte frühzeitig sterben, sehr hoch ist.
Die veränderte „Wertigkeit eines Kindes“ für die Eltern hat sich seit der vorindustriellen Zeit ebenfalls auf die durchschnittliche Kinderzahl ausgewirkt. Eltern und Großeltern in der vormodernen Agrargesellschaft lebten im „ganzen Haus“ und waren meist auf Kinder als lohnfreie Arbeitskräfte angewiesen. Sie hatten für die Eltern daher auch eher einen ökonomischen Nutzen und weniger überwiegend einen emotionalen Wert, da eine Vielzahl an Großfamilien einer Wirtschaftsgemeinschaft entsprach. Meist lebten drei Generationen in einem Haus, in dem der Haushalt und die Produktion eine Einheit darstellten. Die Anzahl der Kinder und die stabile Beziehung der Eltern hingen daher von ökonomischen Faktoren ab. (Vgl. Alt 2003: 26)
Hinzu kommt, dass durch die Einführung des staatlichen Rentenversicherungssystems Kinder nicht mehr zwingend notwendig sind, um die eigene Versorgung im Alter sicher zu stellen. Die Erfahrung, dass Kinderlosigkeit für die Existenz im Anschluss an die Erwerbstätigkeit keine Bedrohung mehr darstellt, ließ dieses wichtige Motiv Kinder zu bekommen wegfallen. Im Gegenteil bedeutet Kinderlosigkeit heute häufig einen materiellen Vorteil durch die Einsparung der Kosten für die Investition in die Erziehung und Bildung des Nachwuchses. (Vgl. Sinn 2003: 76f.)
1. Einleitung: Einführung in das Thema Fachkräftemangel und die zentrale Forschungsfrage nach der Konkurrenzfähigkeit von KMU durch Familienfreundlichkeit.
2. Ausgangssituation und Problemstellung: Analyse der demographischen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf Familienstrukturen sowie die Entscheidungsfindung bei der Berufswahl.
3. Betriebswirtschaftliche Ziele und Effekte durch eine familienbewusste Personalpolitik: Darstellung der unternehmerischen Vorteile und ökonomischen Motivationen für familienbewusste Maßnahmen.
4. Betriebliche Familienpolitik: Überblick über staatliche Rahmenbedingungen, konkrete Maßnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle und die Herausforderungen für KMU.
5. Allianzen, Bündnisse und Projekte für die Familie: Vorstellung bundesweiter Initiativen und Netzwerke zur Förderung der Familienfreundlichkeit in Unternehmen.
6. Familienfreundlichkeit auf Landesebene – das Beispiel Nordrhein-Westfalen: Untersuchung landesspezifischer Programme und Wettbewerbe als politische Instrumente.
7. Zweites Zwischenfazit: Zwischenbetrachtung der politischen Bemühungen zur Mobilisierung der Unternehmen und der Erkenntnis, dass KMU ihre Familienfreundlichkeit oft nicht als Wettbewerbsvorteil kommunizieren.
8. Regionales Bündniskonzept – das Modell „Regionales Unternehmensnetzwerk für Familie“: Entwurf eines Konzepts zur Kooperation regionaler Unternehmen.
9. Das Konzept „Unternehmen fördern Partnerschaften“: Entwicklung des Ansatzes, Partner von Fachkräften bei der Stellensuche zu unterstützen, um die Attraktivität des Standorts zu erhöhen.
10. Empirische Untersuchung: Dokumentation und Auswertung von Interviews mit Studierenden und Vertretern auditierter Unternehmen zu deren Einstellungen und praktischen Erfahrungen.
11. Exkurs – Ideen-Mining-Workshop: Darstellung eines Kreativworkshops als beispielhaftes Instrument zur Lösungsentwicklung für Kommunen und Unternehmen.
12. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Reflexion des Handlungsbedarfs für KMU im Wettbewerb um Fachkräfte.
Vereinbarkeit, Familie, Beruf, KMU, Fachkräftemangel, Familienfreundlichkeit, Personalpolitik, Partnerschaften, demographischer Wandel, Personalbindung, Rekrutierung, Work-Life-Balance, Unternehmensnetzwerke, Betriebliche Kinderbetreuung, Arbeitszeitmodelle.
Die Arbeit befasst sich mit der steigenden Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als strategisches Instrument, um im Wettbewerb um Fachkräfte konkurrenzfähig zu bleiben, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen.
Die zentralen Themen sind der demographische Wandel, betriebswirtschaftliche Ziele einer familienbewussten Personalpolitik, die Analyse staatlicher Initiativen und die Entwicklung innovativer Konzepte zur Kooperation von Unternehmen.
Das Ziel ist zu klären, ob kleine und mittelständische Unternehmen durch den Einsatz familienfreundlicher Maßnahmen erfolgreich mit Großkonzernen im Kampf um qualifizierte Fachkräfte konkurrieren können.
Die Arbeit nutzt neben einer Literaturanalyse einen empirischen Teil mit leitfadengestützten Experteninterviews bei Studierenden der Ingenieurwissenschaften und Vertretern auditierter Unternehmen.
Der Hauptteil analysiert die Ausgangssituation, betriebswirtschaftliche Effekte, bestehende Initiativen, regionale Bündniskonzepte und spezifische Ansätze zur Unterstützung von Partnerschaften bei der Fachkräftegewinnung.
Die wichtigsten Schlagworte sind Vereinbarkeit, Familienfreundlichkeit, KMU, Fachkräftemangel, Personalbindung und regionale Unternehmensnetzwerke.
Die Arbeit argumentiert, dass viele hochqualifizierte Fachkräfte in festen Beziehungen leben und der Partner einen entscheidenden Einfluss auf die Entscheidung für einen bestimmten Arbeitsstandort hat.
Durch einen regionalen Verbund können KMU Ressourcen bündeln, Kosten für schwer umsetzbare Maßnahmen wie Kinderbetreuung teilen und ihre gemeinsame Attraktivität als Arbeitgeberstandort erhöhen.
KMU sind zwar durch ihre Größe strukturell benachteiligt, können aber durch kreative, individuelle Ansätze – wie die Förderung des Partners – erfolgreich sein, sofern ein Bewusstsein für den Fachkräftewettbewerb vorhanden ist.
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