Masterarbeit, 2011
102 Seiten
1 Einleitung
2 Die Berufseinstiegsbegleitung
2.1 Der Mentoringansatz
2.2 Die Maßnahmenkonzeption der Bundesagentur für Arbeit
2.3 Einblick in die Praxis der Berufseinstiegsbegleitung
2.2.1 Erster Zwischenbericht zur Berufseinstiegsbegleitung
2.2.2 Berufseinstiegsbegleitung an Förderschulen
3 Integrationspotenziale des deutschen Ausbildungsmarktes
3.1 Der Ausbildungsmarkt als Bezugsrahmen
3.1.1 Die Angebotsseite des Ausbildungsmarktes
3.1.2 Die Nachfrageseite des Ausbildungsmarktes
3.2 Die drei Sektoren des Berufsbildungssystems
4 Unterstützungsleistungen im beruflichen Eingliederungsprozess
4.1 Junge Menschen mit ‚schwierigen Startchancen’
4.2 Konzeptionelle Grundlagen der Benachteiligtenförderung
4.2.1 Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife
4.2.2 Die Angebotsstruktur der BA
4.3 Übergangsverläufe in der Gesamtsicht
5 Entwicklungspotenziale im Übergangsprozess
5.1 Der ökosystemische Ansatz nach BRONFENBRENNER
5.2 Evidenzbasierte Ansatzpunkte effektiver Unterstützungsarbeit
5.2.1 Strukturen der Kooperation
5.2.2 Der sich entwickelnde junge Mensch
5.2.3 Die Familie
5.2.4 Schule und Lehrpersonen
5.2.5 Beratungs- und Interventionsangebote
6 Eine Passungsgradbestimmung
6.1 Teilziele der Berufseinstiegsbegleitung
6.2 Netzwerkarbeit der Berufseinstiegsbegleitung
6.3 Organisatorische Rahmensetzung
7 Fazit
8 Ausblick
Die Arbeit untersucht die Berufseinstiegsbegleitung als Unterstützungsmaßnahme für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen im Übergang von der Schule in das Arbeitsleben. Ziel ist es, die konzeptionelle Passung dieses Instruments vor dem Hintergrund der spezifischen Unterstützungsbedarfe der Zielgruppe und der strukturellen Rahmenbedingungen des deutschen Übergangssystems kritisch zu analysieren.
2.1 Der Mentoringansatz
Der Ansatz individueller Begleitungs- und Beratungsleistungen in herausfordernden Lebenssituationen kann auf eine lange Tradition zurückblicken, die ihre ersten Zeugnisse in der griechischen Mythologie findet. So sorgt sich Odysseus in Homers Odyssee um die Erziehung seines Sohnes und bittet den Gelehrten Mentor, diesen durch seine Erfahrungen und Kontakte zu unterstützen (EHLERS/ KRUSE 2007, 20).
Die begriffliche Eingrenzung dieses Mentoringansatzes wird durch die vielgestaltigen Schwerpunktsetzungen und variierenden Organisationsformen nachhaltig erschwert. Einen begrifflichen Eingrenzungsversuch liefert POPOFF:
Eine (berufs-)erfahrene und meist ältere Person (Mentor) bietet einer jüngeren Person (Mentee) hierarchieübergreifend Unterstützung, Beratung, Zugang zu Netzwerken und informellen Informationen und begleitet sie so für einen Zeitraum in ihrem (beruflichen) Werdegang (Popoff 2005, 43, zit. n. EHLERS/ KRUSE 2007, 21).
In Abgrenzung zum professionellen Coaching basiert Mentoring in der Regel auf einem ehrenamtlichen Engagement und ist dabei als langfristige Unterstützungsmaßnahme konzipiert. Klassischerweise in Form der one-to-one Beziehung umgesetzt, existieren auch Ausprägungen als Gruppen-, Peer- oder vernetzte Mentorings. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium stellt das Zustandekommen der Mentoringbeziehung dar. Während informelles Mentoring meist zufällig durch übereinstimmende Interessenlagen entsteht und ohne konkrete Vereinbarung frei gewählte Ziele und Inhalte umfasst, ist formelles Mentoring in eine Programmstruktur eingebettet, die das Handlungsfeld der Akteure eingrenzt (EHLERS/ KRUSE 2007, 22). Im Rahmen des sogenannten Matching-Prozesses wird auf Grundlage der räumlichen und zeitlichen Ressourcen, der fachlichen Ausrichtung und akteursspezifischen Merkmale (Nationalität, Alter, Geschlecht) eine optimale Passung zwischen Mentor und Mentee angestrebt.
1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema der beruflichen Integration von Jugendlichen, insbesondere von Förderschülern, im Kontext des Übergangsprozesses Schule-Arbeitsleben und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Die Berufseinstiegsbegleitung: Dieses Kapitel erläutert die Konzeption, die Zielsetzungen und die praktische Ausgestaltung der Berufseinstiegsbegleitung sowie deren theoretische Fundierung im Mentoringansatz.
3 Integrationspotenziale des deutschen Ausbildungsmarktes: Hier wird der Ausbildungsmarkt als Bezugsrahmen analysiert, wobei die Angebots- und Nachfrageseiten sowie die Struktur des Berufsbildungssystems im Hinblick auf ihre Integrationswirkung untersucht werden.
4 Unterstützungsleistungen im beruflichen Eingliederungsprozess: Das Kapitel befasst sich mit den bestehenden Unterstützungsangeboten für Jugendliche mit Schwierigkeiten und legt die konzeptionellen Grundlagen der Benachteiligtenförderung dar.
5 Entwicklungspotenziale im Übergangsprozess: Unter Rückgriff auf den ökosystemischen Ansatz von Bronfenbrenner werden förderliche Faktoren der Unterstützungsarbeit auf verschiedenen Systemebenen systematisch herausgearbeitet.
6 Eine Passungsgradbestimmung: Den Kern der Arbeit bildend, führt dieses Kapitel die vorangegangenen Analysen zusammen, um den Passungsgrad zwischen der Konzeption der Berufseinstiegsbegleitung und den Bedarfen der Zielgruppe zu bestimmen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die konzeptionelle Eignung der Berufseinstiegsbegleitung für die betrachtete Zielgruppe.
8 Ausblick: Der Ausblick identifiziert Forschungsbedarf und zeigt Perspektiven für die Weiterentwicklung der Maßnahme im Übergangssystem auf.
Berufseinstiegsbegleitung, Übergangssystem, Sonderpädagogik, Ausbildungsreife, Benachteiligtenförderung, Integrationspotenziale, Übergang Schule-Arbeitsleben, Mentoring, ökosystemischer Ansatz, Berufsbildungssystem, Lernbehinderung, Qualifizierungsmaßnahmen, Berufsorientierung, soziale Partizipation, Kompetenzfeststellung.
Die Arbeit analysiert die „Berufseinstiegsbegleitung“ als spezifische Fördermaßnahme für Jugendliche an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen beim Übergang von der Schule in eine berufliche Ausbildung.
Die zentralen Themen sind die Maßnahmenkonzeption der Bundesagentur für Arbeit, der deutsche Ausbildungsmarkt, die Strukturen der Benachteiligtenförderung und die theoretische Fundierung durch den ökosystemischen Ansatz von Urie Bronfenbrenner.
Ziel ist es zu prüfen, wie gut die konzeptionelle Gestaltung der Berufseinstiegsbegleitung tatsächlich den Unterstützungsbedarf von Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen deckt.
Die Arbeit ist als narratives Review angelegt. Sie wertet Gesetzestexte, Geschäftsanweisungen, Evaluationsberichte, Fachliteratur und Tagungsdokumentationen aus, um den Untersuchungsgegenstand systematisch zu beleuchten.
Im Hauptteil werden die Handlungsfelder der Begleitung, die Angebotsstruktur des Übergangssystems, der Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife sowie die Bedeutung von Netzwerkarbeit und Kooperation in der Unterstützungsarbeit analysiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Berufseinstiegsbegleitung, Übergangssystem, Lernbehinderung, Passungsgradbestimmung und ökosystemischer Ansatz charakterisiert.
Er dient als theoretisches Grundgerüst, um das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Jugendlichen, seiner direkten Umwelt (z.B. Familie, Schule) und übergeordneten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verstehen und gezielte Interventionspunkte zu identifizieren.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Förderschüler oft auf ein System treffen, das stark auf kognitive Leistung ausgerichtet ist, und dass Brüche in der Betreuungssituation durch das unübersichtliche Übergangssystem ihre Integrationschancen zusätzlich erschweren.
Der Autor übt deutliche Kritik: Das wettbewerbliche Vergabeverfahren der Bundesagentur für Arbeit zwinge Träger zu Einsparungen, die zu einer hohen Personalfluktuation führen und das Kernelement der langfristigen, vertrauensvollen Begleitung gefährden könnten.
Er kommt zu dem Schluss, dass die allgemeine Ausrichtung der Maßnahme eine homogene Zielgruppe unterstellt und den spezifischen Bedarf von Förderschülern häufig vernachlässigt. Eine zielgruppenspezifische Erweiterung und Professionalisierung wäre notwendig.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

