Bachelorarbeit, 2011
68 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Relevanz der Arbeit
1.2 Vorgehensweise
1.3 Zur Quellenlage
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Virtuelle Grundlagen
2.1.1 Das Social Web und Journalismus 2.0
2.1.2 Die Crowd und das Crowdsourcing
2.1.3 Whistleblower und das Whistleblowing
2.1.4 Was ist WikiLeaks?
2.1.5 WikiLeaks-ähnliche Online-Informationsplattformen
2.2 Journalistische Grundlagen
2.2.1 Der investigative Journalismus
2.2.2 Das Gatekeeping und Nachrichtenfaktoren
2.2.3 Das Agenda-Setting und der Media-Setting-Effekt
2.3 Gesellschaftspolitische und rechtliche Einordnung von WikiLeaks
2.3.1 Der Espionage Act, das First Amendment und die Bill of Rights
2.3.2 WikiLeaks und die deutsche und amerikanische Politik
2.4 Forschungsleitende Fragen
3 Empirische Forschung
3.1 Forschungsmethodik
3.2 Ergebnisse der empirischen Forschung
4 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss globaler Informationsplattformen, insbesondere WikiLeaks, auf journalistische Prozesse und deren Wirkung auf die deutsche Medienlandschaft. Zentral ist dabei die Frage, inwieweit WikiLeaks als Instrument des investigativen Journalismus fungieren kann oder durch seine Arbeitsweise journalistische Standards beeinflusst.
2.1.1 Das Social Web und Journalismus 2.0
Das Internet hat sich nach der Jahrtausendwende in ein „soziales Netz“ (Simons, 2011, S. 140) verwandelt. Seither ist es möglich, dass Menschen ihre sozialen Bedürfnisse auch in einem virtuellen Kontext bedienen können – besser als vorher. Dieses Phänomen des individualisierbaren Mitmach-Web wird als Social Web bezeichnet. Anders als noch beim Web 1.0, welches seine Nutzer voneinander isolierte und ihnen keinerlei Raum und Möglichkeit bot, ihre Meinungen und Emotionen auszutauschen und das zudem nur als reines Informationsmedium galt, brachte das Social Web (auch bekannt als Web 2.0) eine kommunikative und soziale Revolution mit sich: Es existieren Feedback- und Interaktionsmöglichkeiten und Plattformen, auf denen mediale Inhalte diskutiert bzw. selbst produziert werden können (Simons, 2011, S. 140).
Nach Alby (2008) ist die kollektive Intelligenz des Social Web in der Lage, erstaunliche Dinge zu erschaffen. Es werden komplexe Aufgaben gelöst, zu denen ein einzelner Nutzer nicht imstande wäre (S. 182). Wikipedia ist ein Vorzeigeprojekt des Social Web und ein gutes Beispiel dafür, was Social Software – ihrerseits Bestandteil des Social Web – leisten kann; so gehört Wikipedia zu den beliebtesten Seiten im Internet (S. 92).
Nach Simons (2011) gibt es mittlerweile eine unüberschaubare Zahl an Angeboten, in die Internetnutzer freiwillig und ohne finanzielle Entlohnung Zeit, Selbstdisziplin und Wissen investieren (S. 137). Gleichzeitig wird durch das Social Web ein grundlegendes menschliches Bedürfnis befriedigt – das des Wahrgenommenwerdens (S. 138).
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Relevanz von WikiLeaks als neue Informationsquelle und umreißt die methodische Vorgehensweise sowie die Herausforderungen bei der Quellenlage.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die technischen und soziologischen Hintergründe des Social Web, definiert den Journalismus 2.0 und setzt sich mit journalistischen Theorien wie Gatekeeping und Agenda-Setting sowie dem rechtlichen Umfeld auseinander.
3 Empirische Forschung: Der empirische Teil präsentiert die Ergebnisse von sieben Experteninterviews, die den Einfluss von WikiLeaks auf den Recherchealltag von Journalisten beleuchten.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass WikiLeaks primär als ergänzendes Recherchewerkzeug dient, jedoch aufgrund interner Probleme und fehlender journalistischer Sorgfalt sein volles Potential bisher nicht ausschöpfen konnte.
WikiLeaks, Journalismus, Social Web, Crowdsourcing, Whistleblowing, Gatekeeping, Agenda-Setting, Investigativjournalismus, Datenjournalismus, Transparenz, Internetphänomene, Quellenrecherche, Medienethik, Informationsfreiheit, digitale Kommunikation.
Die Arbeit untersucht, wie globale Informationsplattformen wie WikiLeaks journalistische Prozesse und das Agenda-Setting in deutschen Medien beeinflussen.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des Web 2.0, journalistische Arbeitstechniken, rechtliche Aspekte im Umgang mit Staatsgeheimnissen und die empirische Bewertung durch Experten ab.
Ziel ist es zu klären, ob und wie WikiLeaks den Recherchealltag deutscher Journalisten verändert hat und welche Rolle die Plattform im modernen Investigativjournalismus spielt.
Die Autor hat sieben Leitfadeninterviews mit Journalisten und einem Rechtsexperten geführt und transkribiert, um qualitative Einblicke in die journalistische Praxis zu gewinnen.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zunächst werden die theoretischen Grundlagen (Social Web, Journalismustheorien) dargelegt, gefolgt von einer empirischen Untersuchung der tatsächlichen Nutzung von WikiLeaks in deutschen Redaktionen.
Zu den Kernbegriffen gehören WikiLeaks, Investigativjournalismus, Crowdsourcing, Agenda-Setting und Whistleblowing.
Die Experten sind zwiegespalten: Während einige WikiLeaks als nützliches Werkzeug für exklusive Recherchen sehen, kritisieren andere die fehlende redaktionelle Sorgfalt und die Intransparenz der Plattform.
Die Arbeit diskutiert insbesondere die Grauzonen bei der Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen und die fehlenden Schutzmechanismen für Whistleblower im deutschen und amerikanischen Rechtssystem.
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