Fachbuch, 2011
53 Seiten
1. Vorwort
2. Die Spätbronzezeit in der Schweiz
2.1 Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
3. Die Einwanderer in Graubünden
3.1 Die Laugen-Melaun-Gruppe von etwa 1200 bis 800 v. Chr.
Dieses Werk bietet eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung der Laugen-Melaun-Gruppe während der Spätbronzezeit in der Schweiz. Ziel ist es, die sozioökonomischen Strukturen, die Siedlungsweise, die materielle Kultur sowie die rituellen Praktiken dieser Bevölkerungsgruppe im alpinen Raum zu rekonstruieren und ihre Einordnung in den größeren Kontext der bronzezeitlichen Kulturen darzulegen.
Die Einwanderer in Graubünden
In der Spätbronzezeit zwischen 1200 und 1100 v. Chr. drangen Angehörige fremder Kulturen in das vermutlich schwach besiedelte Verbreitungsgebiet der Inneralpinen Bronzezeit-Kultur ein und führten deren Ende herbei. Man weiß nicht, ob dies auf friedlichem oder auf kriegerischem Wege geschah. Bei diesen fremden Kulturen handelte es sich um die Urnenfelder-Kultur, um die Laugen-Melaun-Gruppe und um eine Kultur südalpiner Herkunft.
Nach Ansicht des Bündner Prähistorikers Jürg Rageth kamen Menschen der Urnenfelder-Kultur und teilweise auch der Laugen-Melaun-Gruppe aus dem Norden über Vorarlberg (Österreich) und das Sankt Galler Rheintal nach Nord- und teilweise auch nach Mittelbünden. Sie gelten als die Vorfahren der eisenzeitlichen Kelten in Graubünden.
Von Süden her gelangten – laut Rageth – gleichzeitig Leute der Laugen-Melaun-Gruppe aus ihrer Heimatregion im Trentino und Südtirol (Italien) ins Unterengadin. Die Laugen-Melaun-Leute werden als Ahnen der historischen Räter in Graubünden betrachtet. In Nord- und Mittelbünden lebten während der Spätbronzezeit sowohl Angehörige der Urnenfelder-Kultur als auch der Laugen-Melaun-Gruppe friedlich nebeneinander.
Vorwort: Einführung in die Thematik der Laugen-Melaun-Gruppe und Überblick über die behandelten Aspekte der bronzezeitlichen Lebenswelt.
Die Spätbronzezeit in der Schweiz: Darstellung der zeitlichen Einordnung, der archäologischen Stufen und der geografischen Verbreitung der verschiedenen Kulturen.
Die Einwanderer in Graubünden: Detaillierte Untersuchung der Migrationsbewegungen, der Siedlungstätigkeiten und der kulturellen Identität der Laugen-Melaun-Gruppe sowie deren Interaktion mit anderen Gruppen.
Laugen-Melaun-Gruppe, Spätbronzezeit, Graubünden, Urnenfelder-Kultur, Inneralpine Bronzezeit-Kultur, Siedlungsarchäologie, Keramik, Brandopferplätze, Unterengadin, Räter, Metallhandwerk, Archäologie, Prähistorie, Schweiz, Bronzezeit.
Die Publikation befasst sich mit der Laugen-Melaun-Gruppe in der Schweiz während der Spätbronzezeit (ca. 1200 bis 800 v. Chr.) und deren Einfluss auf die Regionen Graubünden und das Sankt Galler Rheintal.
Zentrale Themen sind die Siedlungsgeschichte, die kulturelle Herkunft, die wirtschaftliche Lebensweise, materielle Funde wie Keramik sowie religiöse Praktiken wie Brandopfer.
Ziel ist die wissenschaftliche Einordnung der Laugen-Melaun-Leute, ihre Abgrenzung zu benachbarten Kulturen wie der Urnenfelder-Kultur und die Analyse ihrer Bedeutung als Vorfahren der historischen Räter.
Die Arbeit basiert auf der Auswertung archäologischer Ausgrabungsberichte, petrographischer Analysen von Keramikscherben sowie der historischen Rekonstruktion kultureller Abfolgen.
Der Hauptteil analysiert spezifische Fundorte, die Entwicklung der materiellen Hinterlassenschaften und die sozioökonomischen Bedingungen der Bevölkerung.
Wichtige Begriffe sind Laugen-Melaun-Gruppe, Spätbronzezeit, Graubünden, Siedlungsarchäologie und archäologische Keramikanalyse.
Die Keramik, insbesondere der Henkelkrug mit Standfuß, dient als Leitform, um die Laugen-Melaun-Gruppe von zeitgenössischen Kulturen zu unterscheiden und Handelsbeziehungen nachzuweisen.
Dieser Fundort lieferte wichtige Belege für die Besiedlung durch die Laugen-Melaun-Gruppe, einschließlich Hinweisen auf deren Haustierhaltung und rituelle Aktivitäten.
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