Examensarbeit, 2011
66 Seiten
1 Einordnung des Themas
1.1 Sklaven und Freigelassene in Rom
1.2 Frühe Kaiserzeit
1.3 Die Briefe Plinius des Jüngeren
1.3.1 Briefe als Quelle
1.3.2 Plinius als Person
1.3.3 Plinius als Autor
2 Vor der Freilassung – Warum wurden Sklaven freigelassen?
2.1 Zuneigung und Dankbarkeit
2.2 Selbstdarstellung
2.3 Weitere Gründe
2.4 Welche Sklaven kamen für eine Freilassung in Frage?
3 Nach der Freilassung – Welchen Status besaßen Freigelassene?
3.1 Juristisch: Rechte und Pflichten
3.1.1 Bürgerrecht
3.1.2 Klientelverhältnis
3.1.3 operae libertorum
3.1.4 SC Silanianum
3.2 Politisch: Freigelassene in Ämtern und Verwaltung
3.3 Sozial: Lebensumstände und Prestige
4 Fazit
Diese wissenschaftliche Hausarbeit analysiert das Briefwerk von Plinius dem Jüngeren, um Erkenntnisse über die Praxis, Motive und Konsequenzen der Freilassung von Sklaven in der frühen Kaiserzeit zu gewinnen. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Motive die Herren zu einer Freilassung bewegen konnten und welche rechtlichen sowie sozialen Spielräume sich für die Freigelassenen anschließend ergaben.
2.1 Zuneigung und Dankbarkeit
Die stärksten Freilassungsmotive, die sich aus den Pliniusbriefen erschließen lassen, sind die Zuneigung zum Sklaven und die Dankbarkeit für geleistete Dienste. Zwar nennt Plinius sie an keiner Stelle ausdrücklich, doch sie lassen sich deutlich an seinem Umgang mit den Freigelassenen ablesen sowie an der Art und Weise, wie er über sie spricht.
In Brief 5,19 äußert er gegenüber seinem Freund Paulinus seine Besorgnis um den erkrankten freigelassenen Komöden Zosimos: quod si essem natura asperior et durior, frangeret me tamen infirmitas liberti mei Zosimi, cui tanto maior humanitas exhibenda est, quanto nunc illa magis eget. [...] ante aliquot annos, dum intente instanterque pronuntiat, sanguinem reiecit atque ob hoc in Aegyptum missus a me post longam peregrinationem confirmatus rediit nuper; deinde, dum per continuos dies nimis imperat voci, veteris infirmitatis tussicula admonitus rursus sanguinem reddidit.
Plinius bittet Paulinus, dieser möge Zosimos auf einem seiner Güter aufnehmen, weil es sich zu einer Kur besonders gut eigne. Die Worte und das Verhalten des Plinius offenbaren echte Sorge wie um ein Familienmitglied. Schon die erste Kur, für die er seinen Freigelassenen bis Ägypten schickte, war langwierig und entzog Zosimos seinen Aufgaben bei Plinius. Dass Zosimos nun auf eine zweite Kur geschickt wird, beweist, dass Plinius an ihm nicht nur in seiner Funktion als Komöde, sondern an Zosimos als Person interessiert ist. Und in der Tat: Er sieht sich seinem Freigelassenen gegenüber in der Rolle eines freundlichen Vaters, wie er im selben Brief mit einer Anspielung auf Homer schreibt. Eine solche Auffassung konnte auch von Freigelassenen geteilt werden, wie der Ausspruch des Publilius Syrus beweist: Probus libertus sine natura est filius.
1 Einordnung des Themas: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung der Sklaverei und Freilassung im Römischen Reich sowie die historische Epoche der frühen Kaiserzeit, ergänzt durch eine methodische Diskussion der Briefe des Plinius als historische Quelle.
2 Vor der Freilassung – Warum wurden Sklaven freigelassen?: Hier werden die verschiedenen Motive für Freilassungen – von persönlicher Zuneigung über Selbstdarstellung bis hin zu politischem Nutzen – untersucht und analysiert, welche Sklavengruppen die besten Chancen auf eine Freilassung hatten.
3 Nach der Freilassung – Welchen Status besaßen Freigelassene?: Dieser Hauptteil analysiert detailliert den juristischen Status mit seinen Rechten und Pflichten (wie die operae libertorum), die politische Rolle in der Verwaltung sowie die sozialen Lebensbedingungen der Freigelassenen.
4 Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und betont, dass die Freilassung zwar einen erheblichen Statusgewinn bedeutete, aber keineswegs die vollständige Beendigung aller Abhängigkeitsverhältnisse darstellte.
Plinius der Jüngere, Sklaverei, Freigelassene, Frühe Kaiserzeit, Freilassung, Bürgerrecht, Patronat, Klientelverhältnis, römische Rechtsgeschichte, soziale Mobilität, Sklavenfreilassung, Quellenanalyse, Kaiserzeitliche Verwaltung.
Die Arbeit untersucht die Praxis und die Motive der Sklavenfreilassung in der römischen Kaiserzeit auf Basis der Briefe von Plinius dem Jüngeren.
Die Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen von Manumissionen, die persönlichen Motive der Herren, den rechtlichen sowie sozialen Status nach der Freilassung und das Verhältnis zwischen Patron und Freigelassenem.
Das Hauptziel ist zu klären, warum Herren ihre Sklaven freiließen und welche Spielräume den Freigelassenen nach ihrem Statuswechsel tatsächlich zur Verfügung standen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Quellenanalyse der Briefe des jüngeren Plinius, die durch den Abgleich mit anderen historischen Quellen und zeitgenössischer Rechtsliteratur validiert werden.
Der Hauptteil widmet sich dem juristischen Status der Freigelassenen, der politischen Teilhabe an Ämtern sowie den sozialen Lebensumständen und dem Prestige der Gruppe innerhalb der römischen Gesellschaft.
Freigelassene, Plinius der Jüngere, Sklaverei, Patronat, Bürgerrecht, Manumission, römische Sozialgeschichte und operae libertorum.
Das SC Silanianum verpflichtete die Sklaven, ihren Herrn zu schützen, und weitete diese Haftung in gewissem Maße auf Freigelassene aus, was sie bei Verbrechen gegen den Herrn in eine gefährliche rechtliche Lage brachte.
Die Sklaven-Herren-Beziehung wandelte sich in ein Patronatsverhältnis, das weiterhin Abhängigkeiten und spezifische Dienstverpflichtungen (operae) beinhaltete, auch wenn der Freigelassene nun als rechtlich freie Person agierte.
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