Fachbuch, 2011
67 Seiten
Einleitung
Der Jugendprotest als Ausdruck des Konflikts im Spannungsfeld Individuum - Gesellschaft
Welche Ziele sind im Menschen angelegt? Wonach strebt er?
Welche Ziele verfolgen moderne Industriegesellschaften?
Auswirkungen der gesellschaftlichen Ereignisse auf die Eltern und die Sozialisation ihrer Kinder
Welche Möglichkeiten bleiben den Jugendlichen?
Rockmusik als Musik der Jugend und Widerspiegelung der gesellschaftlichen Wirklichkeit
Musik als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel
Soziale und psychologische Aspekte in der Entwicklung der Rockmusik
Gospels und Spirituals
Der Blues
Country und Western
Jazz
Rock´n Roll
Beat und Rock
Wie erlebten Jugendliche damals ihre Rockmusik?
Beat und Rock als Symbol der Jugend
Punk
Popmusik
Wie reagierte die Gesellschaft auf diesen musikalischen Protest?
Diese Arbeit untersucht die soziologischen und sozialpsychologischen Hintergründe des Jugendprotests in den 50er bis 70er Jahren und analysiert, inwiefern die Rockmusik als Medium des Widerstands und Ausdrucks für die damalige Generation diente.
Der Blues
Der Blues ist der Ausdruck eines stark erlebten, überangestauten, lange in sich aufgehaltenen und tief verdrängten, fast erstickten Schmerzgefühls und Leidens der Schwarzen in Amerika. Durch den Blues drücken die Afroamerikaner noch heute ihre Niedergeschlagenheit, ihre endlose Traurigkeit und Empörung aus, die in den Protest gegen ihre unmenschlichen Lebensbedingungen übergehen, welche ihnen die weißen Herren aufgezwungen haben. Der Blues ist also eine geeignete Form, diese reichen, aber schmerzlichen Erfahrungen auszudrücken, und ihr Versuch, sich von ihrem Elend zu befreien, in dem sie ihre ungnädigen Herren noch immer halten. So singt Champion Jack Depree im Blues „Wird es geschehen?“:
„Mein ganzes Leben lang habe ich gelitten, im Elend gelebt, im Schmerz und Leiden des Herzens. Ich war alles auf der Welt, ich war alles, nur nicht ein menschliches Wesen. Oh Gott, lass nicht zu, Oh Gott, dass ich leide. Niemand weiß, wie lange man im Leben leiden kann.... Gott wird sich um mich kümmern ohne Rücksicht darauf, was ich tu... ...hoffentlich wird er sich an mich erinnern...“
Oder Juck Boy Bonner in dem Blues „Ich bin ein Mensch“:
„Mein Vater starb, als ich zwei Jahre alt war; er hinterließ mir nichts außer viel Soul. Da kannst du sehen, dass ich ein 'Bluesman' bin, Mann, oh Mann, dass ich ein 'Bluesman' bin. Ich möchte, dass die ganze Welt weiß, warum ich ein 'Bluesman' bin. Meine Mutter starb, als ich acht Jahre alt war; ich musste lernen, in der Welt des Hasses aufzuwachsen. Das hat mich zum 'Bluesman' gemacht. Ihr seht, warum ich ein 'Bluesman' bin. Ich möchte, dass die ganze Welt begreift, was mich zum 'Bluesman' gemacht hat. Ich ging aufs Feld zum Arbeiten, seit ich dreizehn war, und hatte keine Gelegenheit zu erfahren, was Ausbildung ist. Ich bin ein 'Bluesman'.“
Einleitung: Beschreibt die gesellschaftliche Situation in den 60er und 70er Jahren und die daraus resultierende Sinnkrise der Jugend.
Der Jugendprotest als Ausdruck des Konflikts im Spannungsfeld Individuum - Gesellschaft: Beleuchtet die psychologischen und soziologischen Ursachen des Protests, insbesondere die fehlende Selbstverwirklichung in modernen Industriegesellschaften.
Rockmusik als Musik der Jugend und Widerspiegelung der gesellschaftlichen Wirklichkeit: Analysiert die Entwicklung verschiedener Musikstile als Instrumente des Protests und der sozialen Identitätsfindung.
Rockmusik, Jugendprotest, Industriegesellschaft, Sozialisation, Blues, Jazz, Rebellion, Selbstverwirklichung, Kulturindustrie, Identitätsbildung, Musiktherapie, Subkultur, Beat, Punk, Entfremdung
Die Arbeit untersucht die soziologischen und sozialpsychologischen Ursachen des Jugendprotests in den 50er bis 70er Jahren und analysiert die Rolle der Musik als Ausdrucksmedium für diese Generation.
Zu den zentralen Themen gehören das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft, die Krise der Wertsysteme in Industriegesellschaften und die Entwicklung von Musikstilen als Spiegel gesellschaftlicher Missstände.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Jugendliche ihre Unzufriedenheit durch Musik artikulierten und diese als Medium nutzten, um ihre Identität zu finden und sich von gesellschaftlichen Zwängen zu befreien.
Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der Erkenntnisse aus Soziologie, Psychologie, Pädagogik und Musikwissenschaft kombiniert, ergänzt durch musiktherapeutische Beobachtungen.
Der Hauptteil befasst sich mit den musikalischen Wurzeln (Blues, Jazz, Country), der Entwicklung von Rock'n Roll, Beat und Punk sowie der Reaktion der Gesellschaft und der Kulturindustrie auf den musikalischen Protest.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Jugendprotest, Selbstverwirklichung, Entfremdung, Kulturindustrie, Subkultur und gesellschaftliche Identitätsbildung.
Der Autor nutzt musiktherapeutische Erkenntnisse, um zu belegen, dass Musik als befreiendes Medium fungieren kann, das tief vergrabene Bedürfnisse von Individuen mit gestörter Sozialisation ans Licht bringt.
Der Blues diente als Ausdrucksmittel für unterdrückte Gefühle und als verschlüsselte Form des Widerstands, was laut Autor die gleiche Funktion erfüllt wie die spätere Rockmusik bei der Artikulation gesellschaftlicher Missstände.
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