Masterarbeit, 2004
91 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Historischer Abriss zum Thema Rauchen
2.2 Epidemiologie des Tabakkonsums
2.3 Gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte des Tabakkonsums
2.4 Pharmakologische Aspekte des Rauchens
2.5 Tabakassoziierte gesundheitliche Schäden
2.6 Entstehung und Aufrechterhaltung der Tabak- / Nikotinabhängigkeit
2.6.1 Das Trias-Modell
2.6.2 Das kognitiv-verhaltenstherapeutische Störungskonzept
2.6.3 Verlauf der Tabak- / Nikotinabhängigkeit
2.7 Klassifikation der Tabak- / Nikotinabhängigkeit
2.7.1 Definition der Abhängigkeit
2.7.2 Das dimensionale Konzept der Abhängigkeit
2.8 Stages of Change: Das Transtheoretische Modell der Verhaltensänderung
2.8.1 Grundlagen des Modells
2.8.2 Stufen der Verhaltensänderung („Stages of Change“)
2.8.3 Charakteristika der einzelnen Stufen
2.8.4 Kritik am Stufenmodell
2.9 Erkenntnisse zum Rauchverhalten von suchtmittelabhängigen Patienten
2.10 Tabakreduktion als Alternativziel?
2.10.1 Überlegungen zu Zielalternativen
2.10.2 Diskussion des Alternativziels Tabakreduktion
3 Empirischer Teil
3.1 Untersuchungsziel und Fragestellungen
3.2. Methode
3.2.1 Stichprobenbeschreibung
3.2.2 Das Untersuchungsinstrument
3.2.3 Durchführung der Untersuchung
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Stichprobenbezogene Charakteristika
3.3.2 Aktueller Rauchstatus
3.3.3 Tabakabstinenzversuche / Versuche der Konsumreduktion
3.3.4 Änderungsmotivation
3.3.5 Selbstwirksamkeitserwartung
3.3.6 Interesse an einem Programm zur Modifikation des Rauchverhaltens
3.3.7 Zusammenhänge des Teilnahmeinteresses zu möglichen moderierenden Variabeln
3.3.7.1 Teilnahmeinteresse und soziodemographische Daten/ Behandlungsdaten
3.3.7.2 Teilnahmeinteresse und Änderungsmotivation
3.3.7.3 Teilnahmeinteresse und Selbstwirksamkeitserwartung
4 Diskussion und Ausblick
4.1 Diskussion der Ergebnisse
4.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht die motivationale Ausgangslage von Patienten in der Adaptionsphase hinsichtlich ihres Rauchverhaltens, um zielgruppenspezifische Behandlungsstrategien zur Modifikation des Konsums zu entwickeln, da konventionelle Entwöhnungsangebote bei dieser Gruppe bisher wenig erfolgreich sind.
2.4 Pharmakologische Aspekte des Rauchens
Nikotin ist im Reinzustand eine gelblich-ölige Flüssigkeit und gilt als der Hauptwirkstoff des Tabaks. Es ist das Hauptalkaloid der Tabakpflanze und wirkt psychotrop, was bedeutet, dass es auf das seelische Befinden einwirkt und so eine psychische wie auch physische Abhängigkeit verursachen kann. Beim inhalieren durchdringt das Nikotin rasch die Blut-Hirnschranke und wird in einigen Hirnteilen, wie dem Stammhirn, Hypothalamus, Hippocampus, Septum und Cortex aktiv aufgenommen. Kleine Dosen von Nikotin erregen, während große zu hemmenden Effekten führen. Das Nikotin führt zu Veränderungen im gesamten Nervensystem (vgl. Haustein, 2001; Kröger, 2001; DHS, 2003):
Es bewirkt die Freisetzung der Transmitter Adrenalin, Noradrenalin, Vasopressin, Serotonin, beta-Endorphin, ACTH, Cortisol, Prolactin sowie von Dopamin im mesolimbischen Sytstem.
Es führt zum Anstieg der Katecholamine im strömenden Blut mit der Beeinflussung des Blutdrucks, der Herzfrequenz und von Blutgerinnungsfaktoren.
Es bewirkt die unterschiedliche Steigerung der Magensäuresekretion bei ulzerogener Wirkung über die verminderte Durchblutung der Schleimhaut.
Es führt (in niedrigen Dosen) zu einer erregenden Wirkung auf das Zentralnervensystem (Tremor, Dämpfung von Emotionen, Steigerung des Konzentrationsvermögens).
Es hat (in niedrigen Dosen) eine atemstimulierende Wirkung.
Raucher erlangen rasch eine Toleranz gegenüber den anfänglich aversiven Effekten des Nikotins und gewinnen an Sensitivität bezüglich der stimulierenden Effekte. Die unmittelbare Wirkung, die wenige Sekunden nach der Inhalation am Wirkort angenehme psychotrope Effekte entfaltet, erklärt die hohe Suchtpotenz dieser Substanz (vgl. Batra, 2000).
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangsbeobachtungen im Adaptionshaus und die Forschungsfragen zur Motivation zur Tabakmodifikation bei Suchtpatienten.
2 Theoretische Grundlagen: Erläutert die Geschichte, Epidemiologie, Pharmakologie und die Modelle zur Suchtentstehung, insbesondere das Transtheoretische Modell.
3 Empirischer Teil: Stellt die Untersuchungsmethode, Stichprobe und die Ergebnisse zur Motivation und Selbstwirksamkeit der Patienten dar.
4 Diskussion und Ausblick: Diskutiert die Ergebnisse im Kontext bisheriger Forschung und leitet Empfehlungen für eine zielgruppengerechte therapeutische Praxis ab.
Adaptionsphase, Suchthilfe, Tabakkonsum, Nikotinabhängigkeit, Rauchverhaltensmodifikation, Änderungsmotivation, Tabakreduktion, Transtheoretisches Modell, Selbstwirksamkeitserwartung, Suchttherapie, Raucherentwöhnung, Suchtmittelabhängigkeit, Motivationsförderung, Intervention, Gesundheitsförderung.
Die Arbeit analysiert das Rauchverhalten und die Änderungsmotivation von suchtmittelabhängigen Patienten in der Adaptionsphase der Rehabilitation.
Es werden die theoretischen Grundlagen der Tabakabhängigkeit sowie die praktische Eignung von Interventionsstrategien, wie Tabakreduktion und Tabakabstinenz, bei dieser spezifischen Zielgruppe diskutiert.
Das Ziel ist die Ableitung zielgruppenspezifischer Behandlungsstrategien, die eine hohe Akzeptanz bei Patienten finden, die bisher von klassischen Entwöhnungsprogrammen nicht erreicht wurden.
Es wurde eine schriftliche Befragung (Screening) von 120 Patienten mittels eines standardisierten Fragebogens durchgeführt, um Motivation, Selbstwirksamkeit und Teilnahmeinteresse zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung des Themas Rauchen und eine empirische Analyse der Daten aus verschiedenen Adaptionseinrichtungen.
Die zentralen Schlagworte sind Adaptionsphase, Tabakreduktion, Suchtmittelabhängigkeit, Änderungsmotivation und Transtheoretisches Modell.
Weil viele Suchtpatienten nicht zu einer vollständigen Abstinenz motiviert sind und durch das Ziel der Reduktion die Hemmschwelle für ein Behandlungsangebot gesenkt werden könnte.
Die Selbstwirksamkeit ist ein entscheidender Prädiktor für den Therapieerfolg; eine Steigerung dieser Erwartung ist zentral für eine erfolgreiche Verhaltensänderung bei Suchtpatienten.
Die Patienten in der Adaptionsphase weisen eine deutlich höhere Raucherprävalenz und einen höheren Grad an Nikotinabhängigkeit auf als die rauchende Allgemeinbevölkerung.
Es wird ein niederschwelliges, proaktiv beworbenes Angebot empfohlen, das sowohl Abstinenz als auch Reduktion als Ziele zulässt und die Motivationsförderung in den Vordergrund stellt.
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