Bachelorarbeit, 2009
50 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Mezzanine Capital
2.1 Wesen und Charakteristika des Mezzanine Capital
2.2 Systematisierung der Finanzierungsinstrumente
2.3 Anwendungsmöglichkeiten des Mezzanine Capital
3 Ewige Anleihen
3.1 Grundlagen der Anleihenemission
3.2 Wesen und Ausgestaltungsmerkmale ewiger Anleihen
3.2.1 Laufzeitvereinbarung und Kündigungsoptionen
3.2.2 Vergütungsmodalitäten
3.2.3 Nachrangregelungen
4 Ewige Anleihen in der Rechnungslegung
4.1 Beurteilung nach nationalem Handels- und Steuerrecht
4.2 Beurteilung nach IFRS/IAS
5 Betrachtung ewiger Anleihen im Ratingprozess
5.1 Bewertung durch die Bankenaufsicht
5.2 Bewertung durch externe Ratingagenturen
5.3 Bewertung im internen Ratingansatz der Kreditinstitute
6 Kritische Würdigung ewiger Anleihen
6.1 Bedeutung für den Emittenten
6.2 Bedeutung für die Investoren
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Finanzinstrument der ewigen Anleihen als Teilbereich des Mezzanine Capitals. Das primäre Ziel ist es, die wesentlichen Merkmale und das Wesen dieser hybriden Anleihen aus verschiedenen Blickwinkeln – insbesondere im Hinblick auf bilanzielle, steuerrechtliche und ratingrelevante Aspekte – zu analysieren und deren Bedeutung für Emittenten und Investoren zu bewerten.
3.2.1 Laufzeitvereinbarung und Kündigungsoptionen
Das zentrale Abgrenzungskriterium zur herkömmlichen Anleihe ist der Verzicht auf einen festgelegten Rückzahlungstermin. Das Fehlen einer Endfälligkeitsvereinbarung führt damit zu einer formal unbegrenzten Laufzeit der Kapitalüberlassung. Zusätzlich werden auch Anleihen unter der Bezeichnung „ewig“ subsumiert, die mit einer Fälligkeitsvereinbarung ausgestattet sind, wobei diese erst nach einer sehr langen Laufzeit von ca. 60 bis 100 Jahren wirksam wird. Die Rückzahlung der Anleihe kann daher regelmäßig nur durch vorzeitige Kündigung erfolgen. Um eine dauerhafte Kapitalüberlassung nachzubilden, dürfen die finanziellen Mittel nicht einem willkürlichen Entzug durch die Investoren ausgesetzt werden. Demnach wird ein ordentliches Kündigungsrecht der Gläubiger grundsätzlich ausgeschlossen. Die Begründung findet sich in der Eigenkapitalanrechnungsmethodik externer Ratingagenturen und bankinterner Ratingprozesse. Je länger das Kapital dem Unternehmen zur Verfügung steht, desto höher ist der Zurechnungsanteil zum wirtschaftlichen Eigenkapital.
Typischerweise werden dem Gläubiger dennoch eingeschränkte außerordentliche Kündigungsrechte eingeräumt, die den Eigenkapitalregelungen des IAS/IFRS nicht entgegenstehen. Diese umfassen eine Kündigungsoption im Falle der Insolvenz oder Liquidation des Unternehmens sowie bei Nichtzahlung von Zinsen innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit. Vorraussetzung für die Fälligkeit ist jedoch das Bestehen einer Zahlungsverpflichtung und damit der Eintritt eines obligatorischen Zinszahlungstages. Da die Zinszahlung im Ermessen des Emittenten liegt, erfährt dieses Kündigungsrecht eine eher untergeordnete Bedeutung.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Mezzanine Capital vor dem Hintergrund veränderter Kreditvergabepraktiken und führt in die Thematik der ewigen Anleihen als Hybridkapital ein.
2 Mezzanine Capital: Dieses Kapitel definiert und systematisiert verschiedene Mezzanine-Instrumente, die eine Brückenfunktion zwischen Eigen- und Fremdkapital einnehmen.
3 Ewige Anleihen: Hier werden die spezifischen Merkmale, Laufzeitstrukturen, Vergütungsmodalitäten und Nachrangregelungen dieser Instrumente detailliert dargelegt.
4 Ewige Anleihen in der Rechnungslegung: Es erfolgt eine Analyse der bilanziellen Einordnung nach nationalem Recht (HGB) sowie nach internationalen Standards (IFRS/IAS).
5 Betrachtung ewiger Anleihen im Ratingprozess: Dieses Kapitel behandelt die Bewertung durch die Bankenaufsicht, externe Agenturen und bankinterne Ratingmodelle.
6 Kritische Würdigung ewiger Anleihen: Eine ökonomische Bewertung der Vor- und Nachteile sowie der strategischen Bedeutung für Emittenten und Investoren.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und wirft einen Blick auf die zukünftige Marktentwicklung hybrider Anleihen.
Mezzanine Capital, Ewige Anleihe, Hybridkapital, Eigenkapitalanrechnung, Rating, IFRS, HGB, Nachrangdarlehen, Kapitalstruktur, Unternehmensfinanzierung, Zins-Step-up, Stimmrechtsverhältnisse, Rechnungslegung, Bondmarkt, Finanzstrategie
Die Arbeit behandelt die Finanzierungsform der ewigen Anleihen als Instrument des Mezzanine Capitals und analysiert deren hybride Struktur.
Zentrale Themen sind die Ausgestaltung der Anleihebedingungen, die bilanzielle Behandlung sowie die Integration in Ratingverfahren und Unternehmensfinanzierungsstrategien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ewige Anleihen als Hybridkapital genutzt werden können, um die wirtschaftliche Eigenkapitalquote zu stärken, ohne die Gesellschafterstruktur zu beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung der Ausgestaltungsmerkmale und Rating-Kriterien hybrider Anleihen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Systematisierung des Mezzanine Capitals, die spezifischen Merkmale ewiger Anleihen, deren bilanzielle Beurteilung sowie die Bewertung durch Ratingagenturen und Banken.
Schlüsselwörter sind Mezzanine Capital, Eigenkapitalanrechnung, Rating, Hybridkapital, Ewige Anleihe und Kapitalstrukturoptimierung.
IFRS-Standards bewerten primär die wirtschaftliche Substanz, wodurch ewige Anleihen bei Erfüllung bestimmter Bedingungen als wirtschaftliches Eigenkapital bilanziert werden können.
Die Replacement Language verpflichtet den Emittenten, gekündigtes Kapital durch gleichwertiges Instrumentarium zu ersetzen, um die Stabilität der Kapitalstruktur zu gewährleisten.
Es quantifiziert den Grad der Eigenkapitalqualität des Finanzinstruments, was die Anrechenbarkeit und damit das Rating des emittierenden Unternehmens direkt beeinflusst.
Sie bieten deutlich höhere Renditen als Ausgleich für die Nachrangigkeit und das Ausfallrisiko sowie die Flexibilität der Zinszahlungen, die im Ermessen des Emittenten liegen können.
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