Bachelorarbeit, 2011
43 Seiten
1 Einleitung
1.1 Von der Reverse Logistik zur Closed-Loop Supply Chain
1.2 Vorgehen
2 Abgrenzung des Closed-Loop Supply Chain Managements von der Reverse Logistik
2.1 Gründe für Rücksendungen und deren Wiederverwertung
2.2 Ansprüche an die Reverse Logistik
2.3 Spezifizierung des Closed-Loop Supply Chain Managements
3 Identifikation quantitativer Ansätze
3.1 Struktur und Nutzen quantitativer Ansätze
3.2 Ansätze zur Netzwerkstruktur auf Basis ökonomischer Gesichtspunkte
3.2.1 Deterministische Modelle
3.2.2 Stochastische Modelle
4 Kritische Betrachtung identifizierter quantitativer Ansätze
4.1 Betrachtung bezüglich ökonomischer und unsicherer Faktoren
4.2 Betrachtung bezüglich ökologischer Faktoren
5 Zusammenfassung
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Identifikation und Bewertung quantitativer Ansätze zur Implementierung eines Closed-Loop Supply Chain Designs (CLSC). Dabei untersucht die Arbeit, inwieweit bestehende Modelle zur Kostenminimierung oder Profitmaximierung beitragen und ob sie das Ziel eines nachhaltigen, ressourcenschonenden Netzwerks unter Berücksichtigung unsicherer Faktoren und ökologischer Aspekte erreichen können.
1.1 Von der Reverse Logistik zur Closed-Loop Supply Chain
Die Unternehmen sind durch Gesetze, wie das zum „waste of electrical and electronic equipment“ (WEEE) der Europäischen Union, und durch die Erwartungen der Kunden gezwungen, die Produkte, Einzelteile und Rohstoffe wiederzuverwenden oder wiederzuverwerten. Folglich sind die Reduzierung von Müll und der schonende Umgang mit Ressourcen zu einigen der wichtigsten Anliegen in industrialisierten Ländern geworden. Dies stellt sich in der heutigen Wirtschaft als große Herausforderung dar. So steigt die Anzahl der Rücksendungen durch den wachsenden Internethandel, der in Deutschland gem. § 312d BGB aufgrund des Widerrufsrechts verpflichtet ist, die Waren innerhalb von 14 Tagen zurückzunehmen.
Um der steigenden Zahl an Produktrückflüssen und gleichzeitig den Auflagen und Erwartungen gerecht zu werden, bedarf es einer integrierten Planung und Verbindung wechselseitiger Materialströme zwischen der FL und der RL. Ein solch ganzheitliches Logistiknetzwerk wird als Closed-Loop Supply Chain (CLSC) bezeichnet. Zu Beginn der Einführung des Closed-Loop Supply Chain Managements (CLSCM) wurden die Unternehmen und diesen folgend die Forschung vor neue Herausforderungen gestellt, da bestehende Konzepte zur Logistikplanung den zusätzlichen Ansprüchen nicht gerecht wurden. Im Zuge der unbekannten Situation entwickelten Forscher quantitative Modelle zur Implementierung einer CLSC, die die Kostenminimierung als primäres Ziel formulierten. Mit wachsender Erfahrung stellte sich heraus, dass das CLSCM weit mehr Potenzial besitzt und aktiv zum Profit beitragen kann.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik steigender Produktrückgaben ein und definiert die Closed-Loop Supply Chain (CLSC) als Antwort auf ökologische Anforderungen und Ressourcenknappheit.
2 Abgrenzung des Closed-Loop Supply Chain Managements von der Reverse Logistik: Dieses Kapitel spezifiziert die Beweggründe für Produktrückführungen, erläutert die komplexen Anforderungen der Reverse Logistik und grenzt diese vom ganzheitlichen Ansatz des CLSC-Managements ab.
3 Identifikation quantitativer Ansätze: Das Kapitel bietet eine Einführung in die Rolle der quantitativen Betriebswirtschaftslehre und klassifiziert verschiedene mathematische Modelle wie MILP in deterministische und stochastische Kategorien.
4 Kritische Betrachtung identifizierter quantitativer Ansätze: Hier erfolgt eine differenzierte Bewertung der Modelle hinsichtlich ihrer Eignung zur Steuerung ökonomischer Unsicherheiten sowie ihrer indirekten und direkten ökologischen Auswirkungen.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der Ergebnisse, unterstreicht die Notwendigkeit stochastischer Modelle bei hoher Unsicherheit und plädiert für eine stärkere Verzahnung von Forschung und unternehmerischer Praxis.
Closed-Loop Supply Chain, Reverse Logistik, Quantitative Modelle, Supply Chain Management, Kostenminimierung, Stochastische Optimierung, Deterministische Modelle, Nachhaltigkeit, Produktrückführung, Netzwerkdesign, Umweltschutz, Ressourcenmanagement, Prozessoptimierung, Ökonomische Faktoren, Modellierung
Die Arbeit befasst sich mit der Identifikation und Bewertung quantitativer Modellansätze für das Design und die Implementierung von Closed-Loop Supply Chains (CLSC) in Unternehmen.
Die zentralen Themen umfassen die Reverse Logistik, mathematische Optimierungsmodelle (insbesondere MILP), die Berücksichtigung von Unsicherheiten bei Rückgabemengen und die ökonomisch-ökologische Bewertung dieser Netzwerke.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob quantitative Modelle, die primär auf Kostenminimierung ausgelegt sind, den Anforderungen an ein nachhaltiges und ressourcenschonendes Closed-Loop-Design gerecht werden.
Die Arbeit nutzt eine systematische Literaturanalyse zur Identifikation quantitativer Methoden wie Mixed-Integer Linear Programming (MILP) sowie eine kritische Bewertung der Modellvariablen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Reverse Logistik, die detaillierte Klassifizierung quantitativer Ansätze in deterministische und stochastische Modelle sowie deren kritische Würdigung.
Wesentliche Begriffe sind Closed-Loop Supply Chain, Reverse Logistik, mathematische Optimierung, Nachhaltigkeit und die Handhabung von Modellunsicherheiten.
Sie stellen die kritischsten unsicheren Faktoren dar; eine geringe Rücklaufquote oder mangelhafte Qualität der Rückflüsse kann das CLSC-Konzept gefährden, da die Rentabilität und die ökologische Effizienz maßgeblich davon abhängen.
Stochastische Modelle sind besser geeignet, um die Wertevielfalt unsicherer Faktoren direkt abzubilden, auch wenn sie aufgrund ihrer mathematischen Komplexität in der praktischen Umsetzung anspruchsvoller sind als deterministische Ansätze.
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