Magisterarbeit, 2004
80 Seiten
1. Einleitung
2. Müll in der Literatur
3. Müll bei Don DeLillo
3.1 Abfallmotive in DeLillos Gesamtwerk
3.2 Underworld: „Waste – the best-kept secret in the world“
3.2.1 Die Konsum- und Mediengesellschaft und ihr (Realitäts-) Müll
3.2.2 „Underhistory“: Müll und Geschichte
3.2.3 Waste, Weapons & die Gefahren des Mülls
3.2.4 Religion und Müll
3.2.5 Die weltliche Faszination des Abfalls: Sammler, Touristen und Künstler
3.2.5.1 Sammler
3.2.5.2 Touristen
3.2.5.3 Künstler
3.2.6 Mensch und Müll
3.2.7 Sprache und Müll in Underworld
4. Müll bei Paul Auster
4.1 Abfallmotive in Austers Werken
4.2 In the Country of Last Things: Die Stadt, der Müll und der Tod
4.2.1 Abfall und Entropie: Allgegenwärtiger Zerfall
4.2.2 Müll und Kunst
4.2.3 Sprache und Müll in In the Country of Last Things
4.2.4 Die Apokalypse, der Müll und der Tod
5. Fazit: Abschließender Vergleich der beiden Romane
Die Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion von Müll als zentrales Leitmotiv in den Romanen Underworld (1997) von Don DeLillo und In the Country of Last Things (1987) von Paul Auster, um aufzuzeigen, wie Abfall als Symbol für gesellschaftliche Zustände, Geschichte und menschliche Identität in der zeitgenössischen Literatur fungiert.
3.2.1 Die Konsum- und Mediengesellschaft und ihr (Realitäts-) Müll
Wie schon in White Noise ist auch in Underworld die Kritik an der heutigen Konsum- und Medienwelt ein wesentliches Anliegen DeLillos. Hier wird deren Entstehung zurückverfolgt bis in die 1950er-Jahre, als die unkritische Euphorie für die schöne, saubere neue Welt der Wegwerf-Gesellschaft – repräsentiert durch die archetypische Familie Deming – die Schattenseiten dieser Entwicklung verdrängte. Erst später wurden ernsthafte Gesundheitsgefahren einiger Produkte entdeckt (vgl. 3.2.3), und zum Ende des Jahrhunderts entwickelten sich die riesigen Müllberge zu einem enormen logistischen Problem. “Waste is the persistent afterimage of consumerism; waste remains when the urges to buy, own, and use have momentarily been satisfied” (Keskinen 70). In den letzten 50 Jahren war die Implementierung von Wegwerfartikeln auf den Markt und in das Bewusstsein der Konsumenten ein wesentlicher Faktor des Wirtschaftswachstums, denn in einem gesättigten Markt ist planned obsolescence von höchster Wichtigkeit für langfristige Verkaufserfolge. Das dem Markenprodukt vorherbestimmte Ende auf dem Müllplatz wird vom Hersteller zeitlich weit vor der produktionstechnisch bzw. durch Abnutzung bedingten Unbrauchbarkeit der Ware festgelegt, um Absatzmärkte für Nachfolgemodelle zu schaffen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Müll in der Literatur ein und stellt die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit vor.
2. Müll in der Literatur: Ein Überblick über die historische Thematisierung von Abfallphänomenen in der Literatur seit dem 19. Jahrhundert.
3. Müll bei Don DeLillo: Untersuchung der Abfallmotive in DeLillos Werk, mit Fokus auf Underworld als Collage-Roman über die Konsum- und Mediengesellschaft.
4. Müll bei Paul Auster: Analyse der Abfallmotive bei Auster, insbesondere wie der Roman In the Country of Last Things das Thema Entropie und gesellschaftlichen Zerfall verarbeitet.
5. Fazit: Abschließender Vergleich der beiden Romane: Zusammenführung der Ergebnisse und Vergleich der unterschiedlichen Ansätze der beiden Autoren zur Müllthematik.
Abfall, Müll, Don DeLillo, Paul Auster, Underworld, In the Country of Last Things, Konsumgesellschaft, Entropie, Literaturtheorie, Postmoderne, Mülltheorie, Wegwerfgesellschaft, Archäologie des Alltags, Erinnerung, Sprachkritik
Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung von Müll in den Werken von Don DeLillo und Paul Auster, wobei sie den Abfall als zentrales Leitmotiv betrachtet, das tiefere Einblicke in Gesellschaft, Kultur und Geschichte ermöglicht.
Die Themen umfassen die Konsumkritik, die Auswirkungen der Medienrealität, die Rolle von Abfall in der Geschichte, die Funktion von Sprache im Kontext von Verfall und die Bedeutung von Kunst als Mittel zur Auseinandersetzung mit dem Verdrängten.
Das Ziel ist ein Vergleich der Herangehensweisen beider Autoren, um aufzuzeigen, wie sie den Müll als wichtiges Zeichen der zeitgenössischen amerikanischen Literatur nutzen und welche Parallelen sowie Unterschiede in ihrem künstlerischen Schaffen bestehen.
Die Autorin kombiniert literaturwissenschaftliche Analysen der Primärtexte mit Fachtexten aus Soziologie, Anthropologie und Kunstwissenschaft, um ein interdisziplinäres Verständnis der Müllmotive zu erarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Analyseteile zu den Werken von DeLillo und Auster, in denen Themen wie "Underhistory", "Waste & Weapons", "Sprachmüll" und die Bedeutung von Recycling in Literatur und Kunst diskutiert werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Abfall, Entropie, Konsumgesellschaft, Postmoderne, Mülltheorie und die literarische Auseinandersetzung mit dem "Verdrängten" und "Verfall".
DeLillo fokussiert stärker auf die Dauerhaftigkeit von Müll in einer Überflussgesellschaft, während Auster in seinem dystopischen Szenario den Müll als Zeichen des totalen Verfalls und der Ressourcenknappheit beschreibt.
Die Sprache selbst wird oft als "Müll" (Sprachmüll) begriffen, der manipuliert oder durch Entropie und den Verlust von Referenzen an Bedeutung verliert, was die Romanfiguren vor erhebliche epistemologische Probleme stellt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

