Bachelorarbeit, 2010
78 Seiten, Note: 1,3
1 PROBLEMFELD KINDESWOHLGEFÄHRDUNG
1.1 ERSCHEINUNGSBILDER DER KINDESWOHLGEFÄHRDUNG
1.1.1 BEGRIFF DER KINDESWOHLGEFÄHRDUNG
1.1.2 PSYCHOSOZIALE PROBLEME – NACH STUDIEN VON PROF. DR. KLAUS HARTMANN
1.2 URSACHEN DER KINDESWOHLGEFÄHRDUNG
1.3 FOLGEN VON KINDESWOHLGEFÄHRDUNG
2 BINDUNGSVERHALTEN IN PFLEGEFAMILIEN
2.1 BINDUNGSVERHALTEN
2.1.1 BINDUNGSENTWICKLUNG
2.1.2 BINDUNGSMUSTER UND BINDUNGSQUALITÄTEN
2.1.3 BINDUNGSREPRÄSENTATIONEN
2.1.4 BINDUNGSREPRÄSENTANZEN ERWACHSENER
2.2 BINDUNGSAUFBAU IN DER PFLEGEFAMILIE
2.3 KOOPERATION ZWISCHEN JUGENDAMT UND PFLEGEFAMILIE
2.4 BINDUNGSSTÖRUNGEN
2.4.1 BINDUNGSQUALITÄT UND BINDUNGSSTÖRUNG
2.4.2 UMGANG MIT BINDUNGSSTÖRUNGEN
3 BIOGRAFIEARBEIT
3.1 DEFINITION UND ERLÄUTERUNG
3.2 HISTORISCHER HINTERGRUND
3.2.1 PSYCHOANALYSE - SIGMUND FREUD
3.2.2 ARBEIT MIT FAMILIEN – IVAN BOSZORMENYI-NAGY
3.2.3 FAMILIENTHERAPIE – MONICA MCGOLDRICK
3.3 MERKMALE DER BIOGRAFIEARBEIT
3.4 PSYCHOLOGISCHE THEORIE
3.5 WIRKUNG DER BIOGRAFIEARBEIT
3.5.1 IDENTITÄTSFRAGEN
3.5.2 INHALTE UND DAUER DER BIOGRAFIEARBEIT
3.5.3 HALTUNG DES ERWACHSENEN
3.6 METHODEN DER BIOGRAFIEARBEIT
4 FALLBEISPIEL
4.1 VORGESCHICHTE
4.2 BIOGRAFIEARBEIT
4.2.1 BIOGRAFIEARBEIT MIT U.
4.2.2 GENOGRAMMARBEIT MIT DER KINDESMUTTER
4.2.3 GENOGRAMMAUSWERTUNG UND ERKENNBARE MUSTER
4.2.4 ERSTELLUNG EINES LEBENSBUCHES MIT U.
4.2.5 AUSWERTUNG UND ZUSAMMENFASSUNG DER BIOGRAFIEARBEIT
5 ZUSAMMENFASSUNG
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Bedeutung und Anwendung der Biografiearbeit als sozialpädagogische Interventionsmethode für Pflegekinder im Kontext von Kindeswohlgefährdung zu untersuchen und an einem konkreten Fallbeispiel praxisnah zu verdeutlichen.
4.2.1 Biografiearbeit mit U.
Mein Plan, über das gemeinsame Spielen mit U. ins Gespräch zu kommen funktionierte sehr gut. Auf die Frage hin, wann ihn denn die Mama das letzte mal besuchte, konnte mir U. keine Antwort geben. Er wusste nur, dass sie zu Weihnachten nicht da war. – Gleich anschließend stellte er jedoch die Frage, ob er wieder bei Mama wohnen könne. Ich antwortete, dass ich das leider nicht weiß, aber mal schauen werde, ob die Mama nicht einmal zu Besuch kommen will. Mit dieser Antwort war U. zufrieden und das Thema wurde geändert.
U. fragte mich daraufhin alle paar Tage, ob denn seine Mama schon da wäre und ich erklärte ihm, dass das alles etwas Zeit braucht. Gemeinsam mit dem ASD wurde dann tatsächlich ein Kontakttermin mit der Kindesmutter vereinbart, welcher im Jugendamt stattfinden sollte.
Nach dem Treffen der Mutter, welches sehr ruhig, aber auch sehr emotionslos ablief, erschien mir der richtige Zeitpunkt mit der regelmäßigen und konkreten Biografiearbeit zu beginnen. Zuerst begann ich mit U. eine Art „Lebenshaus“ zu basteln. Wir malten zusammen ein riesengroßes Haus mit vielen Fenstern. In jedes Fenster malte U. anschließend Personen, die ihm bis jetzt in seinem Leben wichtig waren. Jede Person die er malte konnte er beim Namen nennen. Es handelte sich natürlich in erster Linie um die Mutti, aber auch die Pflegeeltern und deren Hund, eine ehemalige Kindergartenerzieherin und ein „Tante“ aus dem Kinder- und Jugendnotdienst. Ich wollte versuchen über die Mutter an Fotomaterial zu kommen, um weitere Personen aus U.’s Vergangenheit zu finden.
1 PROBLEMFELD KINDESWOHLGEFÄHRDUNG: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kindeswohlgefährdung, betrachtet die verschiedenen Erscheinungsbilder nach rechtlichen und psychologischen Kriterien und analysiert die weitreichenden negativen Folgen für die Entwicklung der betroffenen Kinder.
2 BINDUNGSVERHALTEN IN PFLEGEFAMILIEN: Der Fokus liegt hier auf der Bedeutung von Bindung in der Entwicklungspsychologie, den verschiedenen Bindungsmustern sowie den speziellen Herausforderungen des Bindungsaufbaus und möglicher Bindungsstörungen bei Pflegekindern.
3 BIOGRAFIEARBEIT: Dieses Kapitel erläutert die Methode der Biografiearbeit, ihren historischen Hintergrund durch Psychoanalyse und Familientherapie sowie ihre Wirkung auf die Identitätsbildung und die verschiedenen praktischen Methoden der Umsetzung.
4 FALLBEISPIEL: Hier wird die Anwendung der Biografiearbeit am Beispiel eines Jungen namens U. detailliert beschrieben, beginnend mit der Vorgeschichte über die Genogrammarbeit mit der Mutter bis hin zur Erstellung eines Lebensbuches.
5 ZUSAMMENFASSUNG: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden zusammengefasst, wobei die Notwendigkeit professioneller Unterstützung für Pflegeeltern und die Bedeutung der Biografiearbeit für die Identität des Kindes hervorgehoben werden.
Kindeswohlgefährdung, Biografiearbeit, Bindungstheorie, Pflegefamilien, Bindungsstörungen, Kindheit, Identitätsfindung, Familiengeschichte, Genogrammarbeit, Lebensbuch, Psychosoziale Entwicklung, Jugendhilfe, traumatische Erfahrungen, Bindungsrepräsentanz, Pädagogik.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Anwendung der Biografiearbeit als unterstützendes Instrument in Pflegefamilien, um Kindern, die von Kindeswohlgefährdung betroffen sind, bei der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit und Identitätsbildung zu helfen.
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Kindeswohlgefährdung, Bindungstheorie, Biografiearbeit und die praktische Umsetzung in der Arbeit mit Pflegekindern.
Das Ziel ist es, die Relevanz der Biografiearbeit aufzuzeigen, um Pflegeeltern zu befähigen, besser auf die "problembehafteten" Hintergründe ihrer Pflegekinder einzugehen und Vertrauen aufzubauen.
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse zur Bindungstheorie und Kindeswohlgefährdung sowie eine qualitative Einzelfallstudie (Fallbeispiel) zur praktischen Anwendung der Biografiearbeit genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen zu Kindeswohlgefährdung und Bindungstheorie, eine theoretische Herleitung der Biografiearbeit sowie deren konkrete Anwendung und Auswertung anhand eines Fallbeispiels.
Schlüsselbegriffe sind Biografiearbeit, Kindeswohlgefährdung, Bindungsstörungen, Pflegefamilie und Genogrammarbeit.
Die Kooperation ist für die Autorin essenziell; sie fordert eine ehrliche Informationspolitik durch das Jugendamt und eine klare Hilfeplanung, da Pflegeeltern ohne professionelle Begleitung in ihrer Aufgabe oft überfordert sind.
Das Lebensbuch dient als konkretes Produkt, an dem das Kind gemeinsam mit der Bezugsperson seine Lebensgeschichte visualisieren kann, was ihm hilft, ein Gefühl für seine Identität und Wertigkeit zu entwickeln.
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