Bachelorarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das Heckscher-Ohlin-Theorem und der Faktorpreisausgleich
2.2 Verzerrung auf den Faktormärkten
2.3 Interpretation von Leistungsbilanzsalden
3 Die Basarökonomie
3.1 Definition der Basarökonomie
3.2 Deutschland im Jahre 2003
3.3 Kapitalintensität internationaler und deutscher Unternehmen
3.4 Empirische Überprüfung des Basar-Effekts
3.4.1 Outsourcing und Offshoring
3.4.3 Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes
3.4.4 Herkunft der Vorleistungsbezüge
3.4.5 Analyse des Statistischen Bundesamtes
3.4.6 Engagement deutscher Unternehmen im Ausland
3.4.7 Deutschland im internationalen Vergleich
4 Die Faktormärkte für Arbeit und Kapital
4.1 Der Arbeitsmarkt
4.2 Der Kapitalmarkt
5 Mögliche Ursachen für die Anpassungsschwierigkeiten
6 Agenda 2010 – Licht am Ende des Tunnels?
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, ob in Deutschland eine empirisch nachweisbare Verlagerung von Arbeitsplätzen in das Ausland stattgefunden hat und ob sich die Bundesrepublik auf dem Weg in eine sogenannte Basarökonomie befindet, bei der die eigene industrielle Wertschöpfung zugunsten einer bloßen Handelsplattform abnimmt.
3.1 Definition der Basarökonomie
Der Begriff der Basarökonomie wurde erstmals von Professor Hans Werner Sinn in seiner Deutschlandrede, im November 2003 verwendet. Er macht mit diesem bewusst karikaturistisch gewählten Begriff auf die wirtschaftliche Verfassung in der Bundesrepublik Deutschland aufmerksam. Professor Sinn verweist darauf, dass sich in Deutschland eine schleichende Deindustrialisierung vollzieht. Es findet eine zunehmende Verringerung der Fertigungstiefe und eine Spezialisierung auf die kundennahen Endstufen statt. Die arbeitsintensive Vorproduktion wird ins kostengünstigere Ausland verlagert.
Deutschland wird zu einer Handelsplattform, die einen Großteil seiner Wertschöpfung aus der Veredelung von vorher importierten Vorprodukten erzielt. Im Falle einer extremen Basarökonomie würden keine physischen Güter produziert. Es findet keine physische Veränderung dieser Güter statt und die geringe Wertschöpfung entsteht nur aus der Handelstätigkeit durch den Exporterlös dieser Güter.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands nach der Wiedervereinigung, die wachsende Arbeitslosigkeit und die Entstehung der "Basarökonomie"-Debatte durch Hans Werner Sinn.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das Heckscher-Ohlin-Theorem, Verzerrungen auf Faktormärkten sowie die Interpretation von Leistungsbilanzsalden als Basis für die weitere empirische Untersuchung.
3 Die Basarökonomie: Hier wird der Begriff der Basarökonomie definiert und anhand empirischer Daten zum Outsourcing und der Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes sowie internationaler Vergleiche detailliert analysiert.
4 Die Faktormärkte für Arbeit und Kapital: Dieses Kapitel untersucht die Anpassungsprobleme auf dem deutschen Arbeits- und Kapitalmarkt im Kontext des Strukturwandels und der Globalisierung.
5 Mögliche Ursachen für die Anpassungsschwierigkeiten: Hier werden die Ursachen für die mangelnde Beschäftigungsfähigkeit im Inland, insbesondere die Lohnkosten und soziale Sicherungssysteme, kritisch beleuchtet.
6 Agenda 2010 – Licht am Ende des Tunnels?: Dieses Kapitel bewertet die Maßnahmen der rot-grünen Bundesregierung zur Neuausrichtung der Wirtschafts- und Sozialpolitik hinsichtlich ihrer Effekte auf den Arbeitsmarkt.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Deutschland zwar stark vom Strukturwandel geprägt ist, aber keine Basarökonomie darstellt und positive Anpassungstendenzen zeigt.
Basarökonomie, Globalisierung, Outsourcing, Offshoring, Fertigungstiefe, Industrielle Wertschöpfung, Faktormärkte, Arbeitsmarkt, Kapitalintensität, Handelsplattform, Agenda 2010, Exportboom, Deindustrialisierung, Faktorpreisausgleich, Außenhandel.
Die Arbeit analysiert kritisch die These der "Basarökonomie" für Deutschland, also die Frage, ob sich das Land von einer produktiven Industrienation hin zu einer reinen Handelsplattform mit schwindender Fertigungstiefe entwickelt.
Die zentralen Felder sind die Theorie des internationalen Handels, die empirische Messung von Wertschöpfungsverlusten im verarbeitenden Gewerbe, die Rolle der Faktormärkte sowie die Auswirkungen staatlicher Reformpolitik.
Ziel ist es zu belegen, ob eine empirisch nachweisbare Abwanderung von industriellen Produktionsstufen in das Ausland stattgefunden hat und wie effektiv die Anpassungsprozesse der deutschen Wirtschaft waren.
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Rahmen (Heckscher-Ohlin-Modell) und kombiniert diesen mit einer detaillierten empirischen Auswertung von Wirtschaftsstatistiken, Input-Output-Rechnungen und Investitionsdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die spezifische Analyse der Basar-These, die Untersuchung der Faktormärkte und eine Evaluation der arbeitsmarktpolitischen Reformen (Agenda 2010).
Schlüsselbegriffe wie Basarökonomie, Fertigungstiefe, Outsourcing und Faktormärkte stehen im Zentrum der Arbeit, um den strukturellen Wandel der deutschen Wirtschaft zu beschreiben.
Die Arbeit identifiziert hohe Arbeitskosten als Hindernis für die Wiederbeschäftigung von Produktionsfaktoren und als einen Faktor, der den Prozess der Auslagerung in Billiglohnländer beschleunigt hat.
Die Agenda 2010 wird als politische Antwort auf die Globalisierung und die Wachstumsschwäche gesehen, wobei die Arbeit die arbeitsmarkttechnisch positiven Effekte betont, gleichzeitig aber auf die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse hinweist.
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