Bachelorarbeit, 2011
47 Seiten, Note: 1,5
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Poblemaufriss
2. Soziale Integration und Sozialkapital
2.1. Zum Verhältnis von Integration, Inklusion und Assimilation
2.2. Dimensionen der Integration von Migranten
2.3. Integrationsebenen
2.4. Das Konzept des Sozialkapitals nach Putnam
2.5. Formen des Sozialkapitals
3. Vereine und migrantische Integrationsarbeit
3.1. Was Vereine für die Integration von Migranten leisten können
3.2. Die gegenwärtige Situation in der Bundesrepublik Deutschland
3.3. Migranten in „Deutschen Vereinen“
3.3.1. Sekundäranalyse: Beteiligung von Migranten in „deutschen Sportvereinen“
3.3.2. Sonderfall Profifußball
3.3.3. Zwischenresümee I
3.4. Migrantische Selbstorganisation in Bereich Sport
3.4.1. Formen der Selbstorganisation von Migranten im Sport
3.4.2. Sekundäranalyse: Selbstorganisation von Migranten im Bereich Sport
3.4.3. Zwischenresümee II
4. Problemfelder der empirischen Untersuchung
III. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Sportvereinen als Orte der sozialen Integration für Migranten in Deutschland. Dabei steht die theoretische Fundierung durch das Konzept des Sozialkapitals nach Robert D. Putnam im Mittelpunkt, um zu analysieren, ob und wie verschiedene Vereinsformen (deutsche Vereine vs. migrantische Selbstorganisationen) zur Einbindung von Migranten beitragen können.
3.3.2. Sonderfall Profifußball
a) Eine besondere Form der Beteiligung von Migranten im Bereich Sport stellt der Profisport dar – allen voran der Profifußball in Deutschland. Hier haben wir laut Ligaverband der Deutschen Bundesliga unter den Lizenzspielern einen Ausländeranteil von durchschnittlich 38% (1. und 2. Bundesliga). Dabei sind Deutsche mit Migrationshintergrund nicht eingeschlossen. Die EBS European Business School Wiesbaden hat hierzu eine umfassende Studie durchgeführt. Befragt wurden etwa 1.500 Nachwuchsspieler aus den Leistungszentren der 36 Bundesliga-Clubs – Personen also, die am Anfang ihrer Profikarriere standen oder stehen. Von den Befragten waren 8% Ausländer und 31% Deutsche mit Migrationshintergrund. Diese Anteile sind also deutlich niedriger als in den Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga selbst. Insgesamt sind Ausländer und Personen mit Migrationshintergrund sowohl in den Leistungszentren als auch in den Mannschaften im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überrepräsentiert.
Auffallend ist zudem die Heterogenität in der Herkunft. Die ausländischen Spieler stammen aus insgesamt 46, die Eltern der Spieler mit Migrationshintergrund aus insgesamt 84 unterschiedlichen Ländern.
Poblemaufriss: Dieses Kapitel skizziert die Ausgangslage der Arbeit und die Forschungsfrage bezüglich der Integrationsleistungen von deutschen Sportvereinen gegenüber migrantischen Selbstorganisationen.
Soziale Integration und Sozialkapital: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem Begriffe wie Integration, Assimilation und Inklusion definiert und Putnams Konzept des Sozialkapitals auf die Sportvereinslandschaft übertragen wird.
Vereine und migrantische Integrationsarbeit: Dieser Hauptteil analysiert empirische Daten zur Beteiligung von Migranten in Sportvereinen sowie in der migrantischen Selbstorganisation und bewertet deren Beitrag zur sozialen Netzwerbildung.
Problemfelder der empirischen Untersuchung: Der Autor reflektiert kritisch über die Herausforderungen bei der Auswertung vorhandener Studien, insbesondere bezüglich der Datenlage und der Vergleichbarkeit der untersuchten Zielgruppen.
Sportvereine, Migranten, soziale Integration, Sozialkapital, Robert D. Putnam, Integration durch Sport, migrantische Selbstorganisation, bürgerschaftliches Engagement, bonding social capital, bridging social capital, Profifußball, Vereinswesen, ethnische Netzwerke, Inklusion, Assimilation.
Die Arbeit untersucht, welche Rolle Sportvereine und migrantische Selbstorganisationen bei der sozialen Integration von Migranten in Deutschland spielen und ob sie dabei wirksam zur gesellschaftlichen Einbindung beitragen.
Zentral sind der Begriff des Sozialkapitals (nach Putnam), die Unterscheidung zwischen verschiedenen Vereinsarten sowie die Auswertung von empirischen Studien zur Teilhabe von Migranten im organisierten Sport.
Die zentrale Frage ist, wie sich die Empirie zur theoretischen Annahme verhält, dass Sportvereine (als Produzenten von Sozialkapital) soziale Brücken zwischen Migranten und der Aufnahmegesellschaft schlagen können.
Der Autor führt eine tiefgehende Sekundäranalyse durch, in der vorhandene Studien, Forschungsberichte und Einzelfallanalysen (z. B. vom DOSB, BAMF, EBS Wiesbaden) kritisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung von Integrationsmodellen und eine empirische Betrachtung verschiedener Vereinsformen, von deutschen Stützpunktvereinen bis hin zu ethnischen Sportvereinen.
Wichtige Begriffe sind Sozialkapital, Sportvereine, Migrationshintergrund, integrative/desintegrative Prozesse sowie die Differenzierung in bindende und brückenschlagende soziale Netzwerke.
Der Profifußball stellt aufgrund der ökonomischen Situation der Spieler einen Sonderfall dar; hier findet Integration unter anderen Voraussetzungen statt als bei Laiensportlern, die zusätzlich soziale Hürden wie Arbeits- oder Wohnungssuche überwinden müssen.
Die Arbeit widerlegt das einfache Bild der Parallelgesellschaft; zwar bilden ethnische Vereine oft geschlossene Netzwerke, diese können jedoch durch solidarische Unterstützungsleistungen durchaus zum Selbstbewusstsein und zur sozialen Kompetenz ihrer Mitglieder beitragen.
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