Diplomarbeit, 2010
111 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen makroökonomischer Multifaktormodelle
2.1 Die Arbitrage Pricing Theory als grundlegendes Asset Pricing Modell makroökonomischer Multifaktormodelle
2.1.1 Konzept und Annahmen der Arbitrage Pricing Theory
2.1.2 Theoretische Fundierung der Arbitrage Pricing Theory
2.1.3 Einordnung der Arbitrage Pricing Theory in die Gruppe der Asset Pricing Modelle
2.2 Definition und Konzeption makroökonomischer Multifaktormodelle
2.2.1 Konzept und Annahmen makroökonomischer Multifaktormodelle
2.2.2 Einordnung makroökonomischer Multifaktormodelle in die Gruppe der Multifaktormodelle
2.2.3 Methoden zur Ermittlung makroökonomischer Multifaktormodelle
2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse dieses Kapitels
3 Empirische Ermittlung makroökonomischer Multifaktormodelle für europäische Aktien der Banken- und Industriebranche
3.1 Zielsetzung und Vorgehen
3.2 Konzeption des Untersuchungsdesigns
3.2.1 Spezifikation der Renditeberechnung
3.2.2 Spezifikation des Untersuchungszeitraums
3.2.3 Spezifikation der Aktien
3.2.4 Spezifikation der makroökonomischen Faktoren
3.2.5 Deskriptive statistische Eigenschaften der Faktoren
3.2.6 Spezifikation der Schätztechnik
3.3 Schätzung impliziter makroökonomischer Multifaktormodelle
3.3.1 Modellschätzung für den Gesamtzeitraum
3.3.2 Modellschätzung auf Basis von Teilperioden
3.3.3 Modellschätzung auf Basis eines gleitenden Ansatzes
3.4 Schätzung expliziter makroökonomischer Multifaktormodelle
3.4.1 Generierung der unerwarteten Faktorkomponenten
3.4.1.1 Darstellung verschiedener Methoden
3.4.1.2 Auswahl einer geeigneten Methode
3.4.2 Modellschätzung für den Gesamtzeitraum
3.4.3 Modellschätzung auf Basis von Teilperioden
3.4.4 Modellschätzung auf Basis eines gleitenden Ansatzes
3.5 Zusammenfassung der Ergebnisse dieses Kapitels
4 Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, makroökonomische Multifaktormodelle zur Erklärung und Prognose von Aktienrenditen in der europäischen Banken- und Industriebranche zu konzipieren. Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern sich der Renditegenerierungsprozess dieser Branchen durch spezifische makroökonomische Variablen unter Berücksichtigung verschiedener Zeiträume und Modellprämissen adäquat abbilden lässt.
2.1.1 Konzept und Annahmen der Arbitrage Pricing Theory
Die APT wurde von ROSS (1976) als Alternative zum CAPM entwickelt, da insbesondere die restriktiven Annahmen des CAPM und die Relevanz lediglich eines Einflussfaktors zu Kritik an diesem Modell führten. Ausgangspunkt der APT ist die folgende Darstellung der Rendite des risikobehafteten Wertpapiers i:
(1) R_i ~ = E_i + B_i1 δ_1 ~ + ... + B_ik δ_k ~ + ε_i ~
Die zufällige Rendite R_i ~ ergibt sich aus der erwarteten Rendite E_i und den mit den jeweiligen Beta-Koeffizienten gewichteten zufälligen Ausprägungen der Risikofaktoren δ_j ~ zuzüglich einer zufälligen Störgröße ε_i ~ . Die Beta-Koeffizienten stellen die Sensitivität der Rendite gegenüber Veränderungen der Risikofaktoren dar. Die Anzahl und die Identität der Risikofaktoren ist dabei nicht generell spezifiziert. Die APT kann also als Multifaktormodell mit unbekannter Faktoranzahl verstanden werden. Als potenzielle Risikofaktoren dienen u. a. makroökonomische Variablen. So verwenden CHEN/JORDAN (1993) in ihrer empirischen Überprüfung der Gültigkeit der APT die Inflationsrate, die Zinsstruktur, die Industrieproduktion und die Risikoprämie für Unternehmensanleihen geringer Bonität.
Das Konzept der APT basiert auf verschiedenen Prämissen. In Bezug auf Gleichung (1) gilt zunächst, dass die Erwartungswerte der Risikofaktoren und Störgrößen Null betragen, so dass hier ausschließlich unerwartete Komponenten zum Ausdruck kommen. Zudem sind sowohl die Zeitreihen der Risikofaktoren und Störgrößen eines Wertpapiers als auch die Zeitreihen der Störgrößen der Wertpapiere untereinander unkorreliert. Weiterhin ist die Anzahl k der Risikofaktoren zwar nicht exakt spezifiziert, jedoch muss diese deutlich geringer als die Anzahl n der am Markt vorhandenen Wertpapiere sein. Darüber hinaus wird ein vollständiger Kapitalmarkt vorausgesetzt, der einerseits die Möglichkeit von Leerverkäufen und andererseits die Annahme der Arbitragefreiheit beinhaltet.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Analyse des Renditegenerierungsprozesses von Aktien und definiert das Ziel der Entwicklung makroökonomischer Multifaktormodelle für den europäischen Markt.
2 Theoretische Grundlagen makroökonomischer Multifaktormodelle: Dieses Kapitel erläutert die Arbitrage Pricing Theory sowie die Definition und Konzeption makroökonomischer Multifaktormodelle und grenzt diese von anderen Ansätzen ab.
3 Empirische Ermittlung makroökonomischer Multifaktormodelle für europäische Aktien der Banken- und Industriebranche: Dieser Hauptteil beschreibt das empirische Untersuchungsdesign sowie die Schätzung impliziter und expliziter Modelle für die gewählten Branchen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der empirischen Untersuchung zusammen und bewertet die Eignung der entwickelten Modelle für das praktische Wertpapiermanagement.
Aktienrenditen, Arbitrage Pricing Theory, APT, Multifaktormodelle, Makroökonomie, Industrieproduktion, Inflationsrate, Risikoprämie, Zinsstruktur, Kapitalmarktforschung, Zeitreihenregression, Schätztechnik, Kalman-Filter, Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, EWWU.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Prognose von Aktienrenditen europäischer Unternehmen der Banken- und Industriebranche unter Verwendung von makroökonomischen Multifaktormodellen.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Fundierungen von Asset-Pricing-Modellen, insbesondere der Arbitrage Pricing Theory, sowie die empirische Untersuchung makroökonomischer Einflussfaktoren auf spezifische Branchenportfolios.
Das primäre Ziel ist die Identifikation und Quantifizierung jener makroökonomischer Faktoren, die den Renditegenerierungsprozess von Aktien in den gewählten europäischen Branchen determinieren.
Es kommen Zeitreihenregressionen (OLS und GMM) zur Anwendung, ergänzt durch Verfahren zur Extraktion unerwarteter Komponenten wie Kalman-Filter, ARIMA-Modelle und VAR-Ansätze.
Der Hauptteil beinhaltet die Konzeption des Untersuchungsdesigns, die Datenspezifikation, die statistische Überprüfung der Zeitreiheneigenschaften und die umfassende Modellschätzung für verschiedene Zeiträume.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aktienrenditen, Arbitrage Pricing Theory, makroökonomische Faktoren, Zinsstruktur und Zeitreihenanalyse charakterisiert.
Implizite Modelle nutzen direkte Faktorrealisationen als erklärende Variablen, während explizite Modelle auf die Extraktion der unerwarteten Komponenten der Faktoren fokussieren, was der Annahme der Markteffizienzhypothese folgt.
Aufgrund unterschiedlicher Geschäftsmodelle, wie der Fristentransformation bei Banken im Vergleich zur konjunkturellen Abhängigkeit der Industrie, wird eine differenzierte Sensitivität gegenüber makroökonomischen Variablen erwartet.
Die Geldpolitik der EZB wird als maßgeblicher Treiber für Zinsänderungen und Zinsstrukturveränderungen angesehen, die wiederum signifikante Auswirkungen auf die untersuchten Aktienrenditen zeigen.
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