Diplomarbeit, 2011
54 Seiten, Note: 1,0
1 Abstract
2 Motivation
3 Einleitung
3.1 Was ist Pflege eigentlich?
3.2 Was bedeutet Mobilisation?
4 Konzepte der Kinästhetik
4.1 Funktionale Anatomie
4.1.1 Massen und Zwischenräume
4.1.2 Orientierung im Raum und im eigenen Körper
4.2 Menschliche Bewegung
4.2.1 Haltungs- und Transportbewegungen
4.2.2 Parallele und spiralige Bewegungsmuster
4.3 Anstrengung
4.3.1 Zug und Druck
4.4 Zwischenstand
4.5 Interaktion
4.5.1 Bewegungselemente
4.5.2 Sinne
4.5.3 Interaktionsformen
4.6 Menschliche Funktion
4.6.1 Grundpositionen
4.6.2 Komplexe Funktionen
4.7 Umgebung
4.7.1 Raumgestaltung
4.7.2 Hilfsmittel
4.7.2.1 Lagerungsbehelfe
4.7.2.2 Soziale Umgebung
4.8 Zusammenfassung
5 Kompatibilität
5.1 Mäeutik
5.2 Pflegemodell nach Dr. Krohwinkel
5.3 Studie Kinästhetische Mobilisation
6 Implementierung
7 Diskussion
7.1 Die Grenzen des Machbaren
8 Conclusio
10 Glossar
10.1 Definition der Pflege
10.2 Selbstständigkeitsklassifikation nach Jones
10.3 Fatigue – Syndrom
10.4 Induktiv
10.5 Amaurose
10.6 Charcot – Trias
11 Anhang
11.1 Studienbewertung „Kinästhetische Mobilisation“
11.2 Implementierung der Kinästhetik
11.2.1 Arbeitsblatt: Implementierung der Forschungsergebnisse in die Pflegepraxis
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, die kinästhetische Mobilisation als wirksames Instrument in der Pflege von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) darzustellen, um sowohl die Selbstständigkeit der Betroffenen zu fördern als auch die körperliche Belastung für das Pflegepersonal durch rückenschonendes Arbeiten zu reduzieren.
Beispiel:
Frau S. hat seit 10 Jahren MS. Ihr Zustand hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre stark verschlechtert. Anfangs litt sie unter einer ausgeprägten Sehschwäche. Doch in den folgenden Jahren fiel ihr zunehmend das Sprechen schwerer, und auch die Muskelkraft ließ langsam nach. In den letzten zwei Jahren veränderte sich ihr Selbstständigkeitszustand der Mobilität nach Jones von teilweise selbstständig auf unselbstständig. Dieser Zustand belastet sie sehr. In der Früh ist die Mobilisation in den Rollstuhl besonders schwierig, da ihre Muskulatur sehr verkrampft ist. Daher sollte während der Ganzkörperwäsche im Bett durch ausstreifende Linienführung die Muskulatur gelockert werden. Bei der Bewegung ihrer einzelnen Extremitäten muss sehr darauf geachtet werden, dass sie bei den Gelenken stabilisiert werden. Sonst gibt Frau S. Schmerzen und Unwohlsein an.
Zum Transfer in den Rollstuhl hat sich für Frau S. eine rollende Bewegung als ansprechend herausgestellt. Vorbereitend wird Frau S. mit einer spiralförmigen Bewegung an die Bettkante gebracht. Dabei wird zuerst ein Bein nach dem Anderen aufgestellt und zur Seite gestellt.
1 Abstract: Eine kurze Einführung in die Bedeutung der kinästhetischen Mobilisation für MS-Patienten und das Ziel der Arbeit, Pflegepersonal für rückenschonendes Arbeiten zu sensibilisieren.
2 Motivation: Der Autor erläutert seine persönliche Beweggründe, warum die Verbindung von Kinästhetik und MS-Pflege eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität aller Beteiligten spielt.
3 Einleitung: Definition der professionellen Pflege im Kontext der Mobilisation und Unterscheidung zwischen öffentlicher und beruflicher Betreuung.
4 Konzepte der Kinästhetik: Detaillierte Darstellung der sechs zentralen Säulen, von der funktionalen Anatomie bis zur Umgebungsgestaltung, die das Verständnis für physiologische Bewegungen schärfen.
5 Kompatibilität: Analyse, wie sich die Kinästhetik mit etablierten Pflegemodellen wie dem der Mäeutik oder nach Krohwinkel sinnvoll kombinieren lässt.
6 Implementierung: Strategische Überlegungen und notwendige Planungsschritte, um das Kinästhetik-Konzept erfolgreich in den Stationsalltag zu integrieren.
7 Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen der Anwendbarkeit, insbesondere bei akuten Notfallsituationen oder bei Patienten mit starker Beeinträchtigung der Sinneswahrnehmung.
8 Conclusio: Abschließendes Resümee über den Nutzen der Kinästhetik zur Förderung der Patientenmotivation und zur Verbesserung des Arbeitsklimas auf der Station.
Kinästhetik, Multiple Sklerose, Mobilisation, Pflege, Ergonomie, Bewegungsablauf, Patientenautonomie, Selbstständigkeit, Kinästhetische Mobilisation, Gesundheits- und Krankenpflege, Interaktion, Pflegemodell, Physiologie, Transfer, Arbeitsqualität.
Die Arbeit untersucht die Anwendung des kinästhetischen Bewegungskonzepts in der Pflege von Menschen mit Multipler Sklerose, um die Mobilisation effizienter und für beide Seiten schonender zu gestalten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Anatomie, menschlicher Bewegung, dem gezielten Einsatz von Kraft, der Interaktion zwischen Pflegendem und Patient sowie der Bedeutung der räumlichen Umgebung.
Ziel ist es, das Pflegepersonal für rückenschonende Arbeitsweisen zu sensibilisieren und gleichzeitig die Selbstständigkeit von MS-Patienten durch kinästhetische Mobilisation möglichst lange zu erhalten.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die kritische Auswertung einer Studie zur kinästhetischen Mobilisation, ergänzt durch reflektierte Praxisbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der sechs Kinästhetik-Konzepte, deren praktische Anwendung an Fallbeispielen sowie eine Analyse der Kompatibilität mit bestehenden Pflegemodellen.
Zentrale Begriffe sind Kinästhetik, Multiple Sklerose, Mobilisation, Selbstständigkeit, Interaktionsformen und ergonomische Arbeitsweise.
Der Autor zeigt anhand eines Fallbeispiels, dass eine Streckspastik durch gezielte Gewichtsverlagerung und Führung aktiv in den Transferablauf eingebaut werden kann, anstatt sie nur zu blockieren.
Kinästhetische Griffe und Bewegungen setzen eine hohe Kooperation voraus; ohne eine bestehende Vertrauensbasis zwischen Pflegekraft und Patient können diese Interventionen nicht erfolgreich umgesetzt werden.
Nein, der Autor betont, dass in Akutsituationen, die ein sofortiges Handeln erfordern, klassische Bergetechniken Vorrang haben, da für kinästhetische Feinabstimmungen in diesen Momenten keine Zeit bleibt.
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