Fachbuch, 2011
59 Seiten
Vorwort
Die Mittelbronzezeit in der Schweiz
Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
Arme und Reiche im selben Grabhügel
Die Hügelgräber-Kultur von etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.
Anmerkungen
Literatur
Bildquellen
Die wissenschaftliche Graphikerin Friederike Hilscher-Ehlert
Der Autor Ernst Probst
Bücher von Ernst Probst
Das Ziel dieses Buches ist es, einen fundierten Überblick über die mittelbronzezeitliche Epoche in der Schweiz (ca. 1600–1200 v. Chr.) zu geben und die kulturelle Entwicklung, die sozialen Strukturen sowie die materiellen Hinterlassenschaften dieser Zeit anschaulich darzustellen.
Arme und Reiche im selben Grabhügel
Um etwa 1600 v. Chr. trat in der Westschweiz und im Mittelland die mittelbronzezeitliche Hügelgräber-Kultur an die Stelle der bis dahin dort verbreiteten frühbronzezeitlichen Kulturen. Sie folgte in der Westschweiz auf die Aare-Rhône-Gruppe der Rhône-Kultur und im Mittelland auf die Arbon-Kultur beziehungsweise auf die jüngere Frühbronzezeit.
Die Hügelgräber-Kultur wurde von dem deutschen Prähistoriker Paul Reinecke (1872–1958) nach der typischen Art der Gräber dieser Zeit benannt. Sie bestand etwa bis 1300/1200 v. Chr.
In jene Phase der Bronzezeit fällt eine Klimaänderung, die ein österreichischer Wissenschaftler nach einem Gletschervorstoß in Osttirol als Löbben-Schwankung bezeichnete. Diese mit dem Aufkommen von feuchter und kühler Meeresluft verbundene Witterungsverschlechterung bewirkte zwischen etwa 1500 und 1300 v. Chr. eine Wachstumsverzögerung der Bäume. Letztere wurde 1982 anhand von Jahrringuntersuchungen im Gotthardgebiet nachgewiesen.
Einen kleinen Einblick in die damalige Tierwelt erlauben die Knochenreste unter dem Felsdach Chinechäle an der Gsäßfluh im Kanton Bern. Demnach gab es während der Zeit der Hügelgräber-Kultur in dieser Gegend unter anderem Rabenkrähen (Corvus corone), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), Ringdrosseln (Turdus torquatus) und Wildkatzen (Felis silvestris).
Vorwort: Einleitende Worte zur zeitlichen Einordnung der behandelten Epoche und zur methodischen Herangehensweise des Autors.
Die Mittelbronzezeit in der Schweiz: Untersuchung der zeitlichen Abfolge und der regionalen Verbreitung verschiedener prähistorischer Kulturgruppen.
Arme und Reiche im selben Grabhügel: Detaillierte Analyse der Sozialstrukturen, Bestattungssitten und materiellen Hinterlassenschaften der Hügelgräber-Kultur.
Mittelbronzezeit, Schweiz, Hügelgräber-Kultur, Prähistorie, Bronzeobjekte, Siedlungsformen, Bestattungssitten, Archäologie, Paul Reinecke, Fundstätten, Handwerk, Klimageschichte, Metallverarbeitung, Sozialstruktur, Keramik
Die Arbeit behandelt die schweizerische Urgeschichte im Zeitraum von etwa 1600 bis 1200 v. Chr., insbesondere die Merkmale der sogenannten Mittelbronzezeit.
Im Fokus stehen Siedlungsformen, kulturelle Einordnungen, soziale Unterschiede in der Bestattungskultur sowie die technologische Entwicklung in der Bronzeherstellung.
Ziel ist es, die Entwicklung der Hügelgräber-Kultur in der Schweiz auf Basis archäologischer Funde transparent zu machen und einen Überblick über Lebensweise und Kult dieser Menschen zu bieten.
Der Autor stützt sich auf eine Synthese aus archäologischen Befunden, historischen Ausgrabungsberichten, naturwissenschaftlichen Datierungen (wie Jahrringuntersuchungen) und Fachliteratur.
Der Hauptteil widmet sich der geografischen Verbreitung der Kulturen, der Interpretation von Depotfunden sowie der Rekonstruktion von Alltag und Kult in der Mittelbronzezeit.
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Mittelbronzezeit, Hügelgräber-Kultur, Bronzeobjekte und Schweizer Archäologie geprägt.
Die Funde deuten darauf hin, dass es innerhalb der Hügelgräber-Kultur keine extremen sozialen Rangunterschiede gab, da Arme und Reiche oft in ähnlichen Grabbauten nebeneinander bestattet wurden.
Depotfunde spiegeln den Reichtum an Bronzeobjekten wider und geben Aufschluss über Tauschwege, Handel und das spezialisierte Handwerk der Bronzegießer.
Die Herdstellen und Scherbenfunde dort belegen die Anwesenheit von Menschen in natürlichen Unterschlupfen, wobei der genaue Zweck ihres Aufenthaltes archäologisch noch nicht vollständig geklärt ist.
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