Masterarbeit, 2011
95 Seiten
1. Einleitung
2. Öffentlichkeit und Publizität: Begriff und Modelle
2.1. Begriffsdefinitionen
2.2. Die Entwicklung des Öffentlichkeitsbegriffs und der Publizität
2.2.1. Die repräsentative Öffentlichkeit und Publizität
2.2.2. Die bürgerliche Öffentlichkeit und Publizität
2.2.3. Die Öffentlichkeit und Publizität im 20. Jahrhundert
2.2.4. Die Öffentlichkeit und Publizität im 21. Jahrhundert
2.2.5. Zusammenfassung
3. Der Öffentlichkeits- und Publizitätsbegriff bei Kant
3.1. Die Öffentlichkeit und Publizität im Rahmen der Schrift: „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“
3.2. Die Öffentlichkeit und Publizität im Rahmen der Geschichtsphilosophie
3.3. Die Öffentlichkeit und Publizität im rein normativen Rahmen der Menschenrechte und der Menschenwürde
3.3.1. Die Menschenwürde
3.3.2. Der Kategorische Imperativ
3.4. Die Grenzen des Rechtsstaates und der bürgerlichen Rechte bei Kant
3.5. Kants Verständnis von Öffentlichkeit und Publizität als Voraussetzung für den republikanischen Staat
4. Die Internetplattform WikiLeaks
4.1. Die Entstehungsgeschichte von WikiLeaks
4.2. Vorgehensweise und Ziele der Veröffentlichungen von WikiLeaks
4.3. WikiLeaks und die Medien
4.4. Die Veröffentlichungen von WikiLeaks
4.4.1. Die Macht von WikiLeaks auf die Politik und Wirtschaft
4.4.2. Die Grenzen von WikiLeaks auf die Politik und Wirtschaft
4.4.3. Die Folgen der Veröffentlichungen – WikiLeaks als „Staatsfeind“!?
4.5. Zusammenfassung
5. WikiLeaks: Eine kritische Würdigung im Spiegel des Kantischen Öffentlichkeitsbegriffs
5.1. Die Pressefreiheit im Rahmen der Menschenwürde
5.2. Die Grenzen der Pressefreiheit und der Publizität
5.2.1. Der Schutz der Privatsphäre
5.2.2. Das staatliche Geheimhaltungsrecht
5.3. Das Recht der Öffentlichkeit auf Publizität – Die Kontrolle der staatlichen Geheimhaltung
5.3.1. Kontrolle durch Transparenz von Regierungshandeln
5.3.2. Die Einbeziehung anderer Staatsinstitutionen
5.3.3. Die Revision
5.3.4. Die Umgehungsstrategie
5.3.5. Zusammenfassung
5.4. Exkurs: Der Wandel der Öffentlichkeit und der Publizität durch zivilen Ungehorsam
5.5. Die Philosophie von Kant – Rechtfertigung für WikiLeaks?
6. Ergebnis und Ausblick – WikiLeaks: Eine Gefahr oder Chance für den modernen Rechtsstaat?
Die Masterarbeit untersucht die Frage, inwieweit Immanuel Kants Philosophie der Öffentlichkeit und Publizität eine philosophische Rechtfertigung für die Enthüllungen der Internetplattform WikiLeaks bieten kann. Dabei wird der Spannungsbogen zwischen den aufklärerischen Idealen und den Herausforderungen der digitalen Informationsgesellschaft im 21. Jahrhundert analysiert.
Die Pressefreiheit im Rahmen der Menschenwürde
Die Macht der Medien, hinsichtlich der Meinungsbildung, auf die breite Bevölkerung wird nicht nur durch das Veröffentlichte, sondern ebenso durch das geheim Gehaltene deutlich. Immanuel Kant richtet sich mit seiner Forderung nach Publizität gegen die „Hinterlist einer lichtscheuen Politik“ und fordert, insbesondere im Rahmen der Durchsetzung der Menschenwürde und den damit verbundenen unbedingten Freiheitsanspruch des Menschen, eine Politik, welche sich an moralischen Maßstäben messen lässt.
Die Menschenwürde gründet sich auf den Gedanken, dass der vernunftbegabte Mensch niemals als bloßes Mittel zum Zweck angesehen werden darf, sondern immer den Endzweck jeglicher Handlung einnehmen sollte. Dieses Prinzip verbietet es somit, einen Menschen zum bloßen Objekt zu degradieren. Die Folgen einer Missachtung der Menschenwürde zeigten sich in der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft der Jahre 1933 bis 1945 deutlich. Das deutsche Grundgesetz richtet sich durch sein Bekenntnis zur Menschenwürde gegen derartige totalitäre Regime mit einer hierarchischen Struktur von Führer und Gesellschaft. Auch das Bundeverfassungsgericht definiert die Menschenwürde, von welcher sich alle anderen Grundrechte ableiten lassen, als einen herausragenden Wert innerhalb der deutschen Gesellschaft. Gerade die Meinungs- bzw. Pressefreiheit sind grundlegende Elemente der freiheitlich pluralistischen Demokratie Deutschlands, da in einer Presse, welche frei von jeglicher Zensur arbeiten kann, die Meinung des Volkes zum Ausdruck gebracht wird und sich infolgedessen das System der gegenseitigen Gewaltenkontrolle voll entfalten kann.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Legitimität von WikiLeaks ein und verknüpft sie mit der philosophischen Tradition der Aufklärung sowie der Bedeutung von Meinungs- und Pressefreiheit.
2. Öffentlichkeit und Publizität: Begriff und Modelle: Hier werden die historischen Entwicklungslinien von Öffentlichkeit und Publizität von der griechischen Polis über die bürgerliche Öffentlichkeit bis hin zum digitalen 21. Jahrhundert nachgezeichnet.
3. Der Öffentlichkeits- und Publizitätsbegriff bei Kant: In diesem Kapitel wird das Kantische Öffentlichkeitsverständnis durch die Analyse seiner zentralen Schriften sowie die Begründung von Menschenrechten und Menschenwürde herausgearbeitet.
4. Die Internetplattform WikiLeaks: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehung, der Arbeitsweise und den Zielen von WikiLeaks sowie der kritischen Untersuchung der Auswirkungen seiner Veröffentlichungen auf Politik und Wirtschaft.
5. WikiLeaks: Eine kritische Würdigung im Spiegel des Kantischen Öffentlichkeitsbegriffs: Hier erfolgt die ethische Auseinandersetzung mit WikiLeaks, indem das Vorgehen der Plattform an Kants Kriterien der Publizität und Moralität gemessen wird.
6. Ergebnis und Ausblick – WikiLeaks: Eine Gefahr oder Chance für den modernen Rechtsstaat?: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Pressefreiheit im digitalen Zeitalter.
Immanuel Kant, Öffentlichkeit, Publizität, WikiLeaks, Menschenwürde, Pressefreiheit, Aufklärung, Informationsgesellschaft, Rechtsstaat, Geheimhaltung, Transparenz, Vernunft, Moralität, Internet, Meinungsfreiheit
Die Arbeit analysiert die philosophische Legitimität der Enthüllungsplattform WikiLeaks durch das theoretische Prisma der Öffentlichkeits- und Publizitätskonzepte von Immanuel Kant.
Zentral sind die Konzepte von Öffentlichkeit, die Begründung der Menschenrechte, die Funktion von Pressefreiheit und die Rolle staatlicher Geheimhaltung im modernen Rechtsstaat.
Die zentrale Frage lautet: Inwiefern liefert die Philosophie von Immanuel Kant eine philosophische Rechtfertigung für die Veröffentlichungen von WikiLeaks?
Die Arbeit basiert primär auf einer systematischen Textanalyse von Kants Originalschriften sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit aktueller Sekundärliteratur und zeitgenössischen medienethischen Debatten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Öffentlichkeit, eine detaillierte Ausarbeitung von Kants Philosophie sowie eine kritische Fallstudie zu WikiLeaks und deren Vereinbarkeit mit kantischen Prinzipien.
Kants Philosophie, Öffentlichkeit, Publizität, WikiLeaks, Pressefreiheit, digitale Ethik und staatliche Transparenz sind die definierenden Begriffe.
Es dient dazu, die Menschenrechte von kulturellen oder historischen Zufällen zu lösen und sie als universell geltend in einem westlich orientierten Rechtsstaat zu begründen.
Die Arbeit sieht darin ein strukturelles Problem, da sie zwar ein Mittel gegen Geheimhaltung ist, jedoch demokratische Kontrollprozesse durch die Macht privater Akteure gefährdet.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Veröffentlichungen von WikiLeaks aufgrund mangelnder demokratischer Strukturen und der selektiven Moralität der Plattform nicht durch Kants Philosophie rechtfertigen lassen.
Assange wird als treibende Kraft analysiert, deren Handeln einerseits radikale Transparenz fordert, andererseits aber selbst intransparent und charismatisch-autoritär geprägt ist.
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