Diplomarbeit, 2009
94 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Matching-Funktion und Beveridgekurve
2.1 Die Vermittlungsfunktion
2.2 Die Beveridgekurve
2.2.1 Herleitung
2.2.2 Einflüsse auf die Lage der Beveridgekurve
2.3 Jobschaffung und Lohnbestimmung
2.3.1 Jobschaffung der Unternehmer
2.3.2 Arbeitnehmerverhalten
2.3.3 Lohnbestimmung
2.4 Gleichgewicht und komparative Statik
2.5 Abseits der Beveridgekurve
3 Datenbeschreibung und deskriptive Auswertung
3.1 Datenquellen
3.2 Eigenschaften des Datensatzes
3.3 Deskriptive Analyse
3.3.1 Bulgarien
3.3.2 Tschechische Republik
3.3.3 Estland
3.3.4 Ungarn
3.3.5 Litauen
3.3.6 Lettland
3.3.7 Polen
3.3.8 Rumänien
3.3.9 Slowenien
3.3.10 Slowakei
3.3.11 Zusammenfassung
4 Ökonometrische Analyse
4.1 Arbeitsmarktinstitutionen
4.2 Erläuterung des Modells
4.3 Schätzungen für die MOE-Länder
4.3.1 Schätzung der Beveridgekurve
4.3.2 Schätzung mit institutionellen Variablen
4.4 Kritik
5 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Arbeitsmärkte mittel- und osteuropäischer Staaten (MOE-Länder) nach ihrem EU-Beitritt unter Anwendung von Matching-Modellen. Ziel ist es, Nachfrageschocks von Veränderungen der Vermittlungseffizienz zu unterscheiden und den Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen auf die Arbeitslosigkeit ökonometrisch zu analysieren.
2.1 Die Vermittlungsfunktion
Die Matching-Funktion in ihrer einfachsten Form kann durch die Gleichung M = m(U, V) (2.1) beschrieben werden. Sie ist vergleichbar mit einer aggregierten Produktionsfunktion, bei der U und V als „Inputs“ zur Produktion von erfolgreichen Jobvermittlungen M verwendet werden. U ist die Anzahl der Arbeitslosen, V steht für die Anzahl der vakanten Stellen in einer Volkswirtschaft. Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind zeit- und kostenaufwändig. Weiter sei angenommen, dass exis-tente Jobs Gewinne generieren, die unter anderem dafür verwendet wer-den, die Kosten für Besetzung vakanter Stellen zu decken. Der Prozess zwischen Arbeitnehmern und Unternehmen läuft unter voller Kenntnis des Vermittlungs- und des Seperationsprozesses ab. Jedoch agieren Ar-beitslose und Unternehmen unkoordiniert und treten untereinander als Konkurrenten um die beste Stelle bzw. um den besten Arbeiter auf. Die Vermittlungsfunktion ist in beiden Argumenten zunehmend und kon-kav. Ist ein Argument Null, gilt M = m(0, V) = m(U,0) = 0. Für die Ver-mittlungsfunktion werden konstante Skalenerträge angenommen. Das Modell ist in kontinuierlicher Zeit spezifiziert.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Arbeitsmärkte in den MOE-Ländern ein und erläutert die Relevanz von Matching-Modellen für Transitionsökonomien.
2 Matching-Funktion und Beveridgekurve: Dieses Kapitel legt den theoretischen Rahmen dar, indem das Matching-Modell nach Pissarides (2000) zur Modellierung von Arbeitsmarktgleichgewichten vorgestellt wird.
3 Datenbeschreibung und deskriptive Auswertung: Hier erfolgt eine empirische Analyse der Arbeitsmarktentwicklungen in den einzelnen MOE-Ländern anhand von u-v-Trajektorien und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Datenverfügbarkeit.
4 Ökonometrische Analyse: Dieses Kapitel umfasst die ökonometrische Schätzung der Beveridgekurve für die MOE-Länder unter Einbeziehung institutioneller Variablen und einer kritischen Reflexion der gewählten Methodik.
5 Resümee: Das Resümee fasst die zentralen theoretischen und empirischen Ergebnisse zusammen und diskutiert Implikationen sowie zukünftigen Forschungsbedarf.
Arbeitsmarkt, MOE-Länder, Matching, Beveridgekurve, Institutionen, Arbeitslosigkeit, Vakanzenrate, Transitionsländer, Ökonometrie, Paneldaten, Lohnbestimmung, Arbeitsmarktpolitik, Vermittlungseffizienz, Inflowrate, Produktivitätsschock.
Die Arbeit analysiert die Arbeitsmärkte der mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten, indem sie theoretische Matching-Modelle auf empirische Daten anwendet, um Arbeitsmarktprozesse besser zu verstehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Modellierung des Matching-Prozesses, der deskriptiven Analyse länderspezifischer Arbeitsmarktdaten sowie der ökonometrischen Schätzung der Beveridgekurve.
Ziel ist es, die Gründe für Veränderungen auf den Arbeitsmärkten der MOE-Länder zu identifizieren und dabei insbesondere Nachfrageschocks von strukturellen Änderungen der Vermittlungseffizienz abzugrenzen.
Es werden deskriptive Methoden (u-v-Plots) mit einer ökonometrischen Panelschätzung (auf Basis von Nickell et al., 2003) kombiniert, um den Einfluss institutioneller Faktoren zu messen.
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Herleitung der Beveridgekurve und des Nash-Verhandlungsproblems bis hin zur empirischen Datenanalyse der einzelnen MOE-Länder und deren ökonometrischer Auswertung.
Wesentliche Begriffe sind Matching-Modelle, Beveridgekurve, MOE-Länder, Arbeitsmarktinstitutionen und Arbeitslosigkeit.
Die Länder zeigen eine heterogene Entwicklung; während einige wie die baltischen Staaten sehr dynamische Anpassungen zeigen, mussten andere, wie die Slowakei oder Tschechien, signifikante Schocks und Transformationen bewältigen.
Institutionelle Variablen wie der gewerkschaftliche Organisationsgrad oder die Koordinationsform der Lohnverhandlungen haben einen signifikanten Einfluss auf die Arbeitslosigkeit und die Dynamik der Inflowrate.
Da Daten zu freien Stellen oft auf freiwilligen Meldungen basieren und nicht alle Vakanzen (besonders bei Akademikern) erfasst werden, sind die Vakanzendaten laut Autor nur als ungenaue Annäherung an die Realität zu betrachten.
Die Arbeit betont, dass mit zunehmender Verfügbarkeit besserer Datensätze genauere Analysen möglich werden, die wiederum fundiertere, länderspezifische Empfehlungen für die Arbeitsmarktpolitik ermöglichen.
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