Examensarbeit, 2000
144 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Mediale Lebenswelten von Kindern
2.1 Sozialisation
2.2 Sozialisationsfaktoren
2.2.1 Familie
2.2.2 Peer-group
2.2.3 Medien
2.3 Verschwinden der Kindheit?
2.4 Fazit
3. Medien
3.1 Begriffserklärung
3.2 Die Neuen Medien
3.2.1 Veränderung des Wissenserwerbs durch die Neuen Medien
3.3 Mediennutzung
3.4 Funktion von Medien
3.5 Kinder und Medien
3.5.1 Warum nutzen Kinder Medien?
3.5.2 Welche Medien sind für Kinder relevant?
3.6 Medien und Schule
3.6.1 Medien(-einsatz) im Unterricht
3.6.1.1 Welche verschiedenen Unterrichtsmedien gibt es?
3.6.2 Schule als Erfahrungsraum für Mediennutzung
3.7 Fazit
4. Medienpädagogik und Medienkompetenz
4.1 Der Begriff Medienpädagogik
4.2 Die Aufgabe der Medienpädagogik
4.3 Medienkompetenz
4.4 Medienkompetenz und Schule
4.4.1 Neue Aufgaben der Schule
4.5 Medienkritik
4.5.1 Negative Medienwirkung
4.5.2 Medien und Gewalt
4.6 Fazit
5. Kinder und Computer
5.1 Computerbesitz und -nutzung bei Grundschulkindern
5.2 Lernen am Computer in der Grundschule
5.2.1 Der Computer als Hilfe beim Lernen des Schreibens?
5.2.2 Einsatz innerhalb des Unterrichts
5.2.3 Veränderte Aufgaben des Lehrers und des Schülers
5.3 Spielen und Lernen
5.3.1 Exkurs: Was bedeutet Spielen für Kinder?
5.4 Computerspiele
5.4.1 Was sind die Gründe für das Computerspielen?
5.4.1.1 Gewalt in Computerspielen
5.5 Lernsoftware – Edutainment
5.6 Chancen und Risiken der Computernutzung
5.7 Das Internet
5.7.1 Eine kurze Einführung
5.7.2 Kinder und das Internet
5.7.2.1 Internetseiten für Kinder
5.7.3 Der Einsatz des Internets im Unterricht?
5.7.3.1 Schulen ans Netz
5.7.4 Der aktuelle Stand
5.8 Was bringt die Zukunft?
5.9 Fazit
6. Erfahrungen mit Grundschulkindern
6.1 Vorstellung der Lernsoftware
6.2 Eigene Beurteilung
6.3 Beobachtungen und Erfahrungen bei den Kindern
6.3.1 Wie gehen Kinder mit dem Computer um?
6.4 Fazit
7. Abschluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Medien, insbesondere des Computers, für die Lebenswelt heutiger Grundschulkinder. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit ein computergestützter Unterricht sinnvoll ist und wie sich dadurch die Rollen von Lehrkräften und Schülern verändern können.
5.4 Computerspiele
Wie in dem kleinen Exkurs deutlich wurde, ist Spielen bei Kindern eine zentrale Tätigkeit. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass der Computer in erster Linie als Spielgerät für Computerspiele genutzt wird, bei beiden Geschlechtern. 86% dieser Kinder dient der Computer zum Spielen (6-9jährige: 82%; 12-13jährige: 89%). Der „harte Kern“ der Computerspieler siedelt sich allerdings in der Altersgruppe der 18-29Jährigen (hauptsächlich männliche Spieler) an.
Fritz & Fehr (1993) vergleichen das Computerspiel mit einem spannenden Bilderbuch, welches mit Hilfe der Computertechnik ‚zum Leben erweckt’ wird. Ähnlich einem Zeichentrickfilm, jedoch mit einem Unterschied: Man nimmt jetzt aktiv am ‚Film‘ teil. Der Spieler befindet sich in den meisten Fällen in der Hauptrolle des Geschehens. Er erlebt Abenteuer, muss knifflige Aufgaben lösen, Geheimnisse entdecken und Kontakt zu anderen Spielfiguren suchen. In diesem „Bilderbuch“ erwacht das Leben des Spielers, der bestimmt, wie die Geschichte ausgeht und ob es zu einem guten Ende kommt.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Medienkindheit und Skizzierung der zentralen Forschungsfragen zur Rolle des Computers in der Grundschule.
2. Mediale Lebenswelten von Kindern: Analyse der Sozialisationsinstanzen wie Familie und Peer-group im Kontext von Medien und die kritische Auseinandersetzung mit dem Postman’schen Begriff des "Verschwindens der Kindheit".
3. Medien: Allgemeine Definitionen und Einordnung von Medien, Erläuterung der Mediennutzung sowie deren Funktionen und der Stellenwert in der Schule.
4. Medienpädagogik und Medienkompetenz: Untersuchung der Zielsetzungen einer kritischen Medienpädagogik und Definition notwendiger Kompetenzen für Kinder im Umgang mit Massenmedien.
5. Kinder und Computer: Detaillierte Betrachtung des Computereinsatzes, Lernmöglichkeiten in der Grundschule, Edutainment und die Chancen sowie Risiken der Computernutzung und des Internets.
6. Erfahrungen mit Grundschulkindern: Präsentation eigener Beobachtungen und Erfahrungen beim Einsatz spezifischer Lernsoftware in einer zweiten Klasse.
7. Abschluss: Fazit zur Notwendigkeit der Integration neuer Medien in den Unterricht und Appell an die pädagogische Professionalität der Lehrkräfte.
Medienkindheit, Sozialisation, Medienpädagogik, Medienkompetenz, Computerspiele, Edutainment, Grundschule, Internet, Lernsoftware, Schülerorientierter Unterricht, Neue Medien, Medienwirkung, Interaktivität, Lebenswelt, Schreibförderung.
Die Arbeit untersucht, welchen Stellenwert Medien, insbesondere Computer, in der heutigen Lebenswelt von Grundschulkindern einnehmen und wie diese pädagogisch sinnvoll in den Grundschulunterricht integriert werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Mediensozialisation, der Medienpädagogik, der Entwicklung von Medienkompetenz sowie den spezifischen Vor- und Nachteilen des Computereinsatzes im Anfangsunterricht.
Das Ziel ist es zu klären, wie der Computer als lernförderliches Medium in der Grundschule genutzt werden kann, ohne dass die Kinder den Realitätsbezug verlieren oder die Rolle des Lehrers ersetzt wird.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zum aktuellen Stand der Medienpädagogik sowie einer praktischen Beobachtung und Hospitation in einer zweiten Grundschulklasse beim Einsatz von Lernsoftware.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung (Lebenswelten, Medienfunktion), die medienpädagogische Rahmung (Kompetenzbegriff) und die konkrete Anwendung (Computer als Werkzeug im Unterricht, Erfahrungen mit Lernsoftware).
Zu den zentralen Begriffen gehören Medienkindheit, Medienkompetenz, Edutainment, Grundschulunterricht und die kritische Abwägung von Chancen und Risiken digitaler Medien.
Die Autorin beurteilt die Software als motivierendes Werkzeug, das den Schriftspracherwerb spielerisch unterstützen kann, weist jedoch gleichzeitig auf fehlende Fehlerbehandlung und den vergleichsweise hohen Anschaffungspreis als Kritikpunkte hin.
Der Lehrer bleibt laut Autorin unverzichtbar als Lernberater und Erzieher; er sollte den Computer als ergänzendes Arbeitsmittel in den Unterricht integrieren und die Schüler bei der kritischen Reflexion der Medieninhalte begleiten.
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