Diplomarbeit, 2011
129 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Gegenstand der Arbeit
1.2 Abgrenzung des Themas
1.3 Vorgehensweise
2. Historischer Zusammenhang der neoliberalen Wende
2.1 Die Elemente der schrittweisen Neoliberalisierung
2.2 Internationale Krise der 1980’er und 1990’er
3. Merkmale des neoliberalen Wandels
3.1 Allgemeine Merkmale des neoliberalen Wandels
3.2 Besondere Merkmale der entwickelten Welt
3.3 Besondere Merkmale der Dritten Welt
4. Theorie und Praxis
4.1 Der neoliberale Angriff auf die Arbeiterschaft
5. Widersprüche und Probleme
5.1 Staatliche Preisgestaltung von natürlichen Monopolen
5.2 Externalisierung der Kosten
5.3 Asymmetrische Machtverhältnisse
5.4 Konkurrenz der Marktteilnehmer
5.5 Freiheit des Individuums
5.6 Die Deregulierung des Finanzsystems
5.7 Gesellschaftliche Solidarität
5.8 Die neoliberale Rechtsordnung
5.9 Der Widerstand
6. Indonesien
6.1 Demographische Daten
6.2 Die politisch/ wirtschaftliche Entwicklung Indonesiens seit Erklärung der Unabhängigkeit
6.2.1 Die Ära Sukarno
6.2.1.1 Guided Democracy
6.2.2 Der Umbruch von Sukarno zu Suharto
6.2.3 Die Ära Suharto
6.2.4 Green Revolution
7. Der Internationale Währungsfond - das neoliberale Instrument
7.1 Maßnahmen in Indonesien
7.2 Kritik am IWF
8. Die Asienkrise
8.1 Das Spekulieren gegen eine Währung
8.2 Versäumnisse der Regierungen
9. Reis
10. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des globalen neoliberalen Systems auf Indonesien, mit einem besonderen Fokus auf die Asienkrise Ende der 1990er Jahre. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen neoliberaler Theorie und der politisch-ökonomischen Praxis aufzuzeigen und zu analysieren, wie internationale Institutionen wie der IWF durch Strukturanpassungsprogramme die sozioökonomische Situation in Indonesien, insbesondere im Agrarsektor, beeinflusst haben.
3.1 Allgemeine Merkmale des neoliberalen Wandels
Auch wenn die Geschichte der neoliberalen Entwicklung geographisch ungleich verlaufen ist, gibt es doch Merkmale, die sich stets auf sehr ähnliche Weise wiederholen. Neoliberalisierung bedeutet immer die Verstärkung der sozialen Ungleichheiten. Die staatlichen Einsparungen werden auf Kosten der schwächsten Gesellschaftsmitglieder gemacht. Je nachdem, in welcher Verfassung und welcher Art das jeweilige Sozialsystem ist, können die Auswirkungen für einen gewissen Zeitraum abgemildert werden. Doch auf lange Sicht kommt es durch die Neoliberalisierung in der Gesellschaft zu einer Umverteilung von den unteren zu den oberen Schichten, was die sozialen Spannungen verschärft. Auch Dieter Heribert macht in seinem Buch ”Die Asienkrise” darauf aufmerksam, dass die neoliberale Umstrukturierung (legitimiert durch die Krise) auf Kosten der sozial Schwachen geschah. Diese Tatsache wird als eine Begleiterscheinung des neoliberalen Wandels bezeichnet. Da dies aber konstant und unmittelbar mit der Neoliberalisierung zusammenhängt, kann es als ein charakteristisches Strukturmerkmal bezeichnet werden. Auch Stiglitz beklagt dieses Phänomen als Nebenprodukt der neoliberalen Wende, wobei Harvey die Vermutung äußert, dass die wachsende soziale Ungleichheit nicht nur Nebenprodukt, sondern bewusst gewollt ist, um die Klassenmacht der wirtschaftlichen Elite wiederherzustellen. Er geht sogar so weit zu sagen, es handele sich somit um den Sinn und Zweck der neoliberalen Wende.
Durch die Neoliberalisierung vergrößert sich die Kluft zwischen arm und reich, Besitzlosen und Besitzenden. Diese Kluft existiert allerdings nicht nur zwischen den Staaten des Nordens und denen des Südens, sondern auch innerhalb der Staaten. Harvey begründet seine Vermutung, indem er sagt, es hänge zu einem großen Teil von dem inneren Gleichgewicht der Klassenkräfte ab, inwieweit sich die neoliberale Wende in einem Staat vollziehe.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den interdisziplinären Anspruch der Arbeit und definiert Neoliberalismus als globale Doktrin, die politische und wirtschaftliche Bereiche durchdringt.
2. Historischer Zusammenhang der neoliberalen Wende: Dieses Kapitel erläutert den Übergang vom „embedded liberalism“ der Nachkriegszeit zur neoliberalen Wende ab den 1970er/80er Jahren.
3. Merkmale des neoliberalen Wandels: Hier werden die strukturellen Charakteristika des Neoliberalismus im globalen Norden und Süden gegenübergestellt.
4. Theorie und Praxis: Dieses Kapitel zeigt die Diskrepanz zwischen neoliberalem Anspruch und der realen politischen Praxis auf, insbesondere in Bezug auf die Arbeiterschaft.
5. Widersprüche und Probleme: Die grundlegenden systemischen Fehler des neoliberalen Modells, wie etwa die Externalisierung von Kosten, werden hier kritisch analysiert.
6. Indonesien: Ein Überblick über die demographische und historische Entwicklung Indonesiens, inklusive der Ära Sukarno und Suharto.
7. Der Internationale Währungsfond - das neoliberale Instrument: Eine kritische Analyse der Rolle und des undemokratischen Charakters des IWF bei der Krisenintervention.
8. Die Asienkrise: Die Untersuchung der Asienkrise als erste wirkliche Krise des neoliberalen globalen Systems.
9. Reis: Eine detaillierte Untersuchung der Auswirkungen der liberalisierten Agrarpolitik auf die Reisproduktion und Ernährungssicherung in Indonesien.
10. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Asienkrise kein bloßer Unfall, sondern eine direkte Folge neoliberaler Marktöffnung ohne soziale Absicherung war.
Neoliberalismus, Indonesien, Asienkrise, IWF, Strukturanpassung, Kapitalakkumulation, Weltbank, Reispolitik, Globalisierung, Finanzmärkte, soziale Ungleichheit, Wohlfahrtsstaat, Deregulierung.
Die Diplomarbeit analysiert die Ausbreitung des neoliberalen Systems und dessen konkrete Auswirkungen auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung Indonesiens.
Schwerpunkte sind die neoliberale Theorie, die Rolle internationaler Finanzinstitutionen wie des IWF, die Asienkrise und die Folgen für die indonesische Reispolitik.
Die Arbeit untersucht, ob und wie das neoliberale System demokratische Strukturen untergräbt und welche fatalen Folgen die neoliberalen Strukturanpassungen für Indonesien während der Finanzkrise hatten.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise der internationalen Politischen Ökonomie, um wirtschaftliche und politische Zusammenhänge sowie Theorien kritisch zu beleuchten.
Der Hauptteil analysiert die historischen Zusammenhänge der neoliberalen Wende, die theoretischen Widersprüche, die spezifische Entwicklung Indonesiens sowie das Krisenmanagement des IWF.
Die zentralen Begriffe sind Neoliberalismus, IWF, Asienkrise, Strukturanpassung, soziale Ungleichheit und Reispolitik.
Durch die erzwungene Liberalisierung und den Wegfall staatlicher Preisgarantien verloren Kleinbauern ihre Lebensgrundlage, da sie mit günstigen Importen und exportorientierten Cash-Crops konkurrieren mussten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der IWF durch sein unüberlegtes Standardpaket und das Festhalten an Deregulierung die Krise massiv verschärft und soziale Instabilität gefördert hat.
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