Examensarbeit, 2011
119 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Forschungsstand
2.1 Pädagogische Trainingsprinzipien für Kinder und Jugendliche
2.2 Training und Wettkampf
2.3 Schule
2.4 Eltern, Freunde und Familie
2.5 Probleme und Folgen
2.6 Lösungsansätze zur Minderung der Doppelbelastung zwischen Schule und Verein und den daraus entstehenden Problemen
3 Struktur und Ausbildungsziele der Eliteschulen des Fußballs
4 Die Ausbildungsphilosophie des 1. FSV Mainz 05
5 Forschungsfragen und –thesen
6 Methodik
6.1 Erstellung der Fragebögen
6.2 Eltern
7 Auswertung der Fragebögen
7.1 Auswertung der Elternfragebögen
7.1.1 Eltern und Familie
7.1.2 Zeitmanagement
7.1.3 Schule
7.1.4 Freizeit und Freunde
7.1.5 Körperliche Belastung und Persönlichkeit
7.1.6 Fazit des Elternfragebogens
7.2 Auswertung der Spielerfragebögen
7.2.1 Allgemeines
7.2.2 Training und Spiel
7.2.3 Schule
7.2.4 Körperliche Belastung
7.2.5 Freizeit und Freunde
7.2.6 Eltern und Familie
7.2.7 Persönlichkeit
7.3 Fazit und Zusammenfassung des Eltern- und Spielerfragebogens
8 Die Internatsproblematik
9 Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Doppelbelastung junger Fußballspieler des 1. FSV Mainz 05 zwischen den Anforderungen der schulischen Ausbildung und dem leistungsorientierten Fußballsport. Das primäre Ziel ist es, Problemfelder im Spannungsfeld zwischen Schule und Verein zu identifizieren und zu analysieren, wie die Spieler, deren Eltern und der Verein mit dieser Herausforderung umgehen, um eine erfolgreiche Vereinbarkeit beider Bereiche zu ermöglichen.
2.1 Pädagogische Trainingsprinzipien für Kinder und Jugendliche
Im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendtraining kristallisierte sich mit zunehmendem wissenschaftlichem Interesse eine immer deutlichere Abgrenzung der Kinder- und Jugendwelt von der Welt der Erwachsenen heraus. So wurde den „Heranwachsenden allmählich immer mehr von dem, was Erwachsenenleben ausmacht, [vorenthalten] und ihnen eigene Inhalte ‚kindgemäßen‘ Lebens [zugewiesen]“.
Diese Tendenz hin zu einer Abkehr von einer uniformen Behandlung von Kindern und Erwachsenen entsprang der Epoche der Aufklärung. Zu dieser Zeit fragten die Pädagogen erstmals „nach dem eigenen Ziel der Erziehung, nach dem Eigenrecht des Kindes auf erfüllte Gegenwart und nach der Befähigung zu Mündigkeit und Selbstständigkeit“. Somit erhalten die Heranwachsenden immer mehr Schonraum, was dazu führte, dass sie nicht „zu früh in die Bereiche des Erwachsenenlebens einbezogen und in ihnen gefordert werden“. Demzufolge sollen sich die Kinder und Jugendlichen der Lebenswelt der Heranwachsenden nur sukzessive zuwenden.
Aus diesen Überlegungen lassen sich auch die pädagogischen Prinzipien für das Kinder und Jugendtraining ableiten. Viele Übungsleiter, die nicht die entsprechende Ausbildung, jedoch ausreichend Zeit für den Trainerposten besitzen, sind sich oftmals nicht dessen bewusst, dass „das Kinder- und Jugendtraining weder inhaltlich, methodisch noch hinsichtlich seiner Systematik ein reduziertes Erwachsenentraining sein [kann]“. Viel eher folgt das Training in diesem Altersbereich eigenen Voraussetzungen und Prinzipien.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Problemstellung am Beispiel Marc Hornschuh, um die Dringlichkeit der Vereinbarkeit von Profisport und Schule aufzuzeigen.
2 Forschungsstand: Aufarbeitung bisheriger sportwissenschaftlicher Erkenntnisse zur Doppelbelastung, unterteilt in pädagogische Prinzipien, Training, Schule sowie familiäres Umfeld.
3 Struktur und Ausbildungsziele der Eliteschulen des Fußballs: Detaillierte Darstellung des Konzepts der Eliteschulen des Fußballs und deren 18 Qualitätskriterien zur Förderung von Talenten.
4 Die Ausbildungsphilosophie des 1. FSV Mainz 05: Analyse des speziellen Ausbildungskonzepts des 1. FSV Mainz 05 und dessen Fokus auf eine ganzheitliche Entwicklung der Spieler.
5 Forschungsfragen und –thesen: Herleitung der zentralen Hypothesen und Untersuchungsfragen für die empirische Analyse.
6 Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Auswahl der Probanden und der Durchführung der Befragung mittels Fragebögen bei Eltern und Spielern.
7 Auswertung der Fragebögen: Detaillierte Präsentation und Diskussion der empirischen Daten zu den Bereichen Zeitmanagement, schulische Leistungen, Freunde und Familie.
8 Die Internatsproblematik: Erörterung der Vorteile und Risiken eines Internatsaufenthalts als Lösungsmodell für die Doppelbelastung.
9 Resümee und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung sowie Identifikation neuer Forschungsfelder.
Doppelbelastung, Fußball, Jugendleistungssport, Schule, Eltern, Verein, Zeitmanagement, Persönlichkeitsentwicklung, Eliteschule des Fußballs, Training, Nachwuchsleistungszentrum, Vereinbarkeit, empirische Studie, 1. FSV Mainz 05, Pubertät.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, mit denen junge Fußballtalente konfrontiert sind, wenn sie versuchen, leistungsorientiertes Training im Verein mit den schulischen Anforderungen in Einklang zu bringen.
Die Schwerpunkte liegen auf den zeitlichen Belastungen durch Training und Schule, der Rolle der Eltern, dem Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung sowie den schulischen Leistungen der jungen Sportler.
Es soll analysiert werden, wie groß die tatsächliche Belastung für die Jugendlichen ist und wie effektiv Vereine und Eliteschulen des Fußballs diese Belastung durch Kooperationen abfedern können.
Der Autor führt eine quantitative und qualitative empirische Untersuchung durch, bei der sowohl Spieler als auch deren Eltern mittels strukturierter Fragebögen befragt wurden.
Hier findet eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten statt, unter anderem zur zeitlichen Beanspruchung, zu Notenentwicklungen, zur Bedeutung von Freizeit und zum Kontakt zu Gleichaltrigen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Doppelbelastung, das Zeitmanagement im Jugendleistungssport sowie die Rolle der Förderung durch das Nachwuchsleistungszentrum und Eliteschulen.
Die Auswertung zeigt, dass ab der U14 ein deutlicher Anstieg der Anforderungen erfolgt, was für viele Spieler einen kritischen Einschnitt darstellt und zu einer erhöhten Abbruchrate führen kann.
Die Ergebnisse belegen, dass die Trainer Verständnis zeigen und die schulische Ausbildung als wichtiges zweites Standbein priorisieren, um eine Überforderung der Jugendlichen zu vermeiden.
Eliteschüler sind zwar zeitlich stärker eingespannt und legen weitere Wege zurück, profitieren jedoch von einer besseren Abstimmung zwischen Schule und Sport sowie von verständnisvolleren Lehrkräften.
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