Masterarbeit, 2011
59 Seiten, Note: 2,3
Vorwort
1. Der Lebensbereich Wohnen für Menschen mit Behinderung
1.1. Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)
2. Persönliches Budget
2.1. Wandel von der Sachleistung zur Geldleistung
2.1.1. Das Sachleistungsprinzip
2.1.2. Geldleistungsprinzip
2.2. Fallzahlen in der Eingliederungshilfe
2.3. Persönliches Budget in stationären Einrichtungen?
2.3.1. Modellprojekt Personenbezogene Unterstützung und Lebensqualität
2.3.2. Modellversuch und Budgetbemessung
2.3.3. Folgerungen aus dem Modellversuch
2.4. Fazit
3. Reorganisation stationärer Unterstützungsangebote
4. Was sind Organisationen?
4.1. Organisation als System
4.1.1. Differenzierung von Systemen
4.2. Organisation als Kultur
5. Bezugsrahmen für den Wandel
5.1. Wandlungsbedarf
5.2. Wandlungsbereitschaft
5.2.1. Widerstände
5.2.2. Formen von Widerstand
5.2.3. Funktionen von Widerstand
5.3. Wandlungsfähigkeit
5.3.1. Wandlungsfähigkeit und Organisation
5.3.2. Wandlungsfähigkeit und Organisationsstruktur
5.3.3. Notwendigkeit neuer Strukturkonzepte
5.3.4. Fazit
6. Prozessrichtungen bei der Einführung Persönlicher Budgets
6.1. Top Down
6.2. Bottom-Up
6.3. Multiple-Nucleus
6.4. Gegenstromverfahren
7. Change-Konzept
7.1. Change-Management als integrativer Ansatz
8. Voraussetzungen zur Reorganisation stationärer Unterstützungsangebote
8.1. Entschlossenheit der Führung als Bedingung
8.1.1. Visionen, Ziele und Strategien
8.1.2 Exkurs: Wege und Methoden der Strategieentwicklung
8.2. Change – Kommunikation als Erfolgsfaktor
8.2.1. Kommunikationsstrategie
8.3. Netzwerk- und Ergänzungsstrukturen als sinnvolle Strukturprinzipien
8.4. Organisationales Lernen als kultureller Bestandteil
9. Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die Voraussetzungen für die erfolgreiche Implementierung des Persönlichen Budgets in stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich bestehende, eher institutionell ausgerichtete Angebotsstrukturen in Richtung einer flexibleren, am Nutzer orientierten Leistungsform transformieren lassen, ohne die notwendigen Organisationsabläufe zu vernachlässigen.
2.1.1. Das Sachleistungsprinzip
Das auch heute noch dominierende Sachleistungsprinzip im Sozialrecht beruht i. d. R. auf Vertragsbeziehungen zwischen mehreren Akteuren. So wird ein Leistungsangebot, beispielsweise ein Wohnplatz, von einem Leistungserbringer, zum Beispiel einer Einrichtung der Eingliederungshilfe, angeboten. Eine leistungsberechtigte Person nimmt dieses Angebot in Anspruch. Die Finanzierung wird von einem Leistungsträger, beispielsweise dem Sozialamt und nicht von der in Anspruch nehmenden Person übernommen. Diese Voraussetzung schwächt eindeutig die Position der Leistungsnehmer. Die Zielperspektive Lebensqualität (vgl. Wacker, Wansing, & Schäfers, 2009, S. 12ff) und ein Verständnis des Leistungsnehmers als Kunde stehen hier im Widerspruch zur Praxis der Refinanzierung im Sachleistungsprinzip.
Im System der Sachleistungen nehmen primär die Leistungsträger steuernden und regulierenden Einfluss. Durch Kostenzusagen für Menschen mit Behinderung sowie durch Vorgaben über Platzzahlen und deren Verteilung beeinflussen sie die Angebotsstrukturen.
Folgt man den Aussagen von GÖLTZ, so haben „ … diese Steuerungsformen sowohl in Bezug auf die Entwicklung der Fallzahlen, der Angebotsstrukturen als auch der gesetzlichen Veränderungen versagt. Sie führen zu einem ‚Mehr desselben‘, zur Steigerung von Fallzahlen und Kosten, zum Aufbau von stationären Plätzen und – am gravierendsten – sie sorgen für standardisierte Leistungspakete und nicht für bedarfsgerechte Leistungsformen.“ (Göltz, 2008, S. 41)
1. Der Lebensbereich Wohnen für Menschen mit Behinderung: Skizziert das bestehende institutionelle Wohnangebot in Deutschland im Kontext des Paradigmenwechsels und der ICF.
2. Persönliches Budget: Beleuchtet den Rechtsanspruch und die Funktionsweise des Budgets sowie Ergebnisse aus Modellprojekten.
3. Reorganisation stationärer Unterstützungsangebote: Definiert den Reorganisationsbegriff im Kontext der Einführung von Wahlmöglichkeiten für Leistungsnehmer.
4. Was sind Organisationen?: Analysiert Organisationen als soziale Systeme und kulturelle Einheiten.
5. Bezugsrahmen für den Wandel: Setzt den theoretischen Bezugsrahmen mittels des 3-W-Modells (Wandlungsbedarf, Wandlungsbereitschaft, Wandlungsfähigkeit).
6. Prozessrichtungen bei der Einführung Persönlicher Budgets: Erläutert verschiedene Ansätze der Implementierung (Top-Down, Bottom-Up, etc.).
7. Change-Konzept: Stellt das Change-Management als integrativen Ansatz dar, der Sachebene und psychologische Ebene verknüpft.
8. Voraussetzungen zur Reorganisation stationärer Unterstützungsangebote: Identifiziert Führung, Kommunikation, Netzwerkstrukturen und Lernen als Kernvoraussetzungen.
9. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Wandlungsbereitschaft und Führung zur erfolgreichen Umsetzung.
Persönliches Budget, Eingliederungshilfe, stationäre Einrichtungen, Reorganisation, Veränderungsmanagement, Organisationskultur, Wandlungsbedarf, Wandlungsfähigkeit, Kundenorientierung, Teilhabe, Dienstleistungsgedanke, Führung, Kommunikationsstrategie, Netzwerkstruktur, lernende Organisation.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und notwendigen Voraussetzungen für stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe, um das "Persönliche Budget" als alternative Leistungsform erfolgreich in ihr Angebotsportfolio zu integrieren.
Die zentralen Felder umfassen das Persönliche Budget, die organisationale Reorganisation, Change-Management-Ansätze sowie die Bedeutung der Unternehmenskultur und Kommunikation.
Das Ziel ist es, das Einfluss- und Steuerungspotenzial des Persönlichen Budgets herauszustellen und Bedingungen für eine Transformation stationärer Strukturen hin zu mehr Wahlmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu identifizieren.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit systemtheoretischen Ansätzen, Organisationsmodellen sowie der Auswertung von Modellprojekten wie "PerLe".
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Auswirkungen des Persönlichen Budgets auf Organisationen, die theoretische Rahmung des Wandels sowie die Darstellung konkreter Voraussetzungen wie Führungsentschlossenheit und Kommunikationsstrategien.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Persönliches Budget, Reorganisation, Wandlungsfähigkeit, Inklusion und systemische Organisationsentwicklung geprägt.
Das Modellprojekt liefert empirische Anhaltspunkte darüber, wie ein "echtes" Persönliches Budget in einem stationären Wohnheim mit 24 Plätzen praktisch umgesetzt wurde und welche Hindernisse dabei auftraten.
Die Entschlossenheit der Führungsebene ist laut Autor die grundlegende Bedingung, da ohne die strategische Verankerung des Wandels keine nachhaltige Implementierung in der Organisation möglich ist.
Widerstand wird nicht nur negativ als Blockade gesehen, sondern auch als Schutzfunktion verstanden, die auf Bedürfnisse hinweist; der professionelle Umgang damit ist für den Erfolg des Change-Managements entscheidend.
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