Bachelorarbeit, 2011
53 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Erklärungsansätze
2.1 Der „consumtion smoothing“-Ansatz von Balvers, Cosimano und McDonald
2.1.1 Das repräsentative Unternehmen
2.1.2 Der repräsentative Konsument
2.1.3 Das Allgemeine Gleichgewichtsmodell
2.1.4 Verwendete Daten, Methodik und Ergebnisse
2.2 Risikoaversion und zukünftige industrielle Produktion – Das Modell von Chen
2.2.1 Risikoaversion und Aktienrenditen
2.2.2 Zukünftige industrielle Produktion und Aktienrenditen
2.2.3 Verwendete Daten, Methodik und Ergebnisse
3. Empirische Analyse
3.1 Verwendete Daten und Methodik
3.2 Vorgehensweise
3.3 Modell 1: Ein Autoregressiver Prozess
3.3.1 Das Modell
3.3.2 Regression und Ergebnisse
3.4 Modell 2: Eine einfache lineare Regression
3.4.1 Das Modell
3.4.2 Regression und Ergebnisse
3.4.3 Realtime-Daten und Nicht-Realtime-Daten im Vergleich
3.4.4 Die Zeiträume 1999 -2005 und 2005 - 2010 im Vergleich
4. Fazit
Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit Daten zur industriellen Produktion in Deutschland genutzt werden können, um die Renditen des DAX zu prognostizieren, wobei die Ergebnisse mit US-amerikanischen Datensätzen verglichen werden.
2.1.1 Das repräsentative Unternehmen
In jeder Periode bestimmt das Unternehmen die Höhe seiner Investitionen, mit dem Ziel den Wohlstand der Shareholder zu maximieren. Nach Fama und Miller (1972) schließt das Maximieren des Wohlstands der Shareholder das Maximieren des erwarteten Gegenwartswerts der Cashflows des Unternehmens mit ein. Die gesamten Cashflows werden in Form von Dividenden d_t, an die Anteilseigner ausgeschüttet. Die Dividenden und alle anderen Variablen werden inflationsbereinigt gemessen. Das Konsumgut wird als Numeraire betrachtet und die Dividenden bemessen sich nach der Differenz aus Produktion y_t und Investitionen i_t. Das Gut wird mit Hilfe einer stochastischen Cobb-Douglas Produktionsfunktion mit abnehmenden Skalenerträgen und multiplikativer, zeitlich unkorrelierter Unsicherheit θ_t, produziert. Wobei E(θ_t) = 1. Der einzige verwendete Produktionsfaktor ist Kapital k_t. Weiter wird angenommen, dass technologischer Fortschritt die Produktivität des Kapitals im Verlaufe der Zeit erhöht. Eine wichtige Eigenschaft um die Makroökonomie darstellen zu können, ist die Autokorrelation der Produktion. Sie wird benötigt um die Produktion anhand früherer Werte prognostizierbar zu machen. Um Autokorrelation zu erreichen wird angenommen, dass Investitionen erst nach einer Periode produktiv werden. Die aktuellen Investitionen i_t, sind demnach identisch mit dem Kapital der nächsten Periode k_{t+1}. Das Unternehmen beobachtet den aktuellen stochastischen Produktionsschock θ_t, und entscheidet danach über die Höhe seiner Investitionen i_t.
Der zeitliche Ablauf des Modells stellt sich folgendermaßen dar: Die Höhe der aktuellen Produktion y_t, wird zum Zeitpunkt t bekannt. Gleichzeitig teilt das Unternehmen die Erlöse aus der Produktion in Dividenden d_t, und Investitionen i_t auf. Nach einer Periode werden die Investitionen zu produktivem Kapital k_{t+1}. Dieses Kapital führt zur Produktion y_{t+1}, nachdem der stochastische Produktionsschock θ_{t+1}, beobachtet wurde. Danach werden die Dividenden d_{t+1}, an die Investoren ausbezahlt. Zusammen mit den Änderungen der Aktienpreise p_{t+1} - p_t, bestimmen sie die gesamten realisierten Renditen R_{t+1}, der in t bis t+1 gehaltenen Aktien. Unter Beachtung dieses Zeitablaufes bestimmt das Unternehmen die Höhe seiner Investitionen (also den Kapitalstock der nächsten Periode k_{t+1}) und maximiert die Summe seiner erwarteten zukünftigen Dividenden(vgl. Balvers et al., 1990 S. 1111-1112):
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Einfluss makroökonomischer Indikatoren auf Aktienrenditen und legt das Ziel fest, mit Modellen der industriellen Produktion DAX-Renditen zu prognostizieren.
2. Theoretische Erklärungsansätze: Dieses Kapitel stellt zwei fundamentale Modelle vor, die den Zusammenhang zwischen industrieller Produktion und Renditen über Konsumglättung und Risikoaversion theoretisch begründen.
3. Empirische Analyse: Hier wird der theoretische Rahmen praktisch auf deutsche und US-amerikanische Daten angewandt, um mittels autoregressiver Prozesse und linearer Regressionen die Vorhersagekraft zu testen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach sich die Zusammenhänge zwischen den Ländern stark unterscheiden und eine prognostische Kraft nur unter bestimmten Modellbedingungen und Zeiträumen feststellbar ist.
Industrielle Produktion, Aktienrenditen, Prognosekraft, DAX, S&P 500, Realtime-Daten, Autoregressiver Prozess, Lineare Regression, Risikoaversion, Konsumglättung, Makroökonomische Indikatoren, Zeitreihenanalyse, Statistische Signifikanz, Newey-West-Standardfehler, Volatilität.
Die Arbeit untersucht, ob makroökonomische Daten, speziell der Index der industriellen Produktion, als Indikator zur Vorhersage von Aktienrenditen am deutschen Aktienmarkt (DAX) dienen können.
Die zentralen Felder sind die ökonomische Theorie der Renditeprognostizierbarkeit, die empirische Zeitreihenanalyse unter Berücksichtigung von Datenverzögerungen (Realtime-Daten) sowie der internationale Vergleich zwischen Deutschland und den USA.
Das Ziel ist die Entwicklung und Überprüfung ökonometrischer Modelle, die basierend auf der industriellen Produktion in der Lage sind, DAX-Renditen systematisch vorherzusagen.
Es kommen univariate Regressionsgleichungen, autoregressive Prozesse sowie statistische Tests auf Stationarität, Heteroskedastizität und Autokorrelation (u.a. Newey-West-Korrektur) zur Anwendung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Balvers et al. und Chen sowie in die darauf aufbauende empirische Untersuchung, in der verschiedene Modellvarianten und Zeiträume auf ihre Signifikanz geprüft werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie industrielle Produktion, Aktienrenditen, Prognosemodell, Realtime-Daten und statistische Validität geprägt.
Da makroökonomische Daten im Zeitverlauf oft korrigiert werden, verwenden Realtime-Daten nur jene Informationen, die den Investoren zum Zeitpunkt ihrer tatsächlichen Handelsentscheidung zur Verfügung standen, was die ökonomische Validität der Analyse erhöht.
Der Autor stellt fest, dass die Prognosekraft stark von der Modellwahl und dem betrachteten Zeitraum abhängt; während das einfache lineare Modell für den Zeitraum 2005–2010 eine gewisse Güte aufweist, erweisen sich andere Ansätze als weniger aussagekräftig.
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