Forschungsarbeit, 2011
35 Seiten
Vorwort
I. Altbabylonischer Besiedlungsschichten in Yorghan Tepe ?
II. Die Stratigraphie von Yorghan Tepe
III. Ein neuassyrisches Tempelamt in Nuzi ?
IV. Die absolute Datierung der Palastarchive von Nuzi
V. Zur Frage einer mittanischen Oberherrschaft über das Königreich von Arrapḫe
VI. Ḫurri - Mittani - Ḫanigalbat
VII. Zusammenfassung
Diese wissenschaftliche Untersuchung hinterfragt die konventionelle chronologische Einordnung der Stadt Nuzi (Yorghan Tepe) und ihrer Palastarchive. Das Hauptziel der Arbeit ist es, auf Basis stratigraphischer Analysen sowie philologischer Untersuchungen, insbesondere durch einen Vergleich von Institutionen und Artefakten, eine Neudatierung der Nuzi-Texte in das 1. Jahrtausend v. Chr. zu begründen und damit bestehende Diskrepanzen zur konventionellen Chronologie aufzulösen.
III. Ein neuassyrisches Tempelamt in Nuzi ?
Eine im Louvre befindliche Tafel AO 15546, die erstmals von E. Cassin in Autographie und Umschrift veröffentlicht wurde, stellt eine mehrere Paragraphen umfassende Aufzählung verschiedener Zuteilungen dar, die im Monat Impurtannu (März/April) König, Kronprinz und anderen Personen im Zusammenhang mit Kulthandlungen in Nuzi zur Verfügung gestellt wurden. König und Kronprinz werden zwar nicht namentlich genannt, doch lassen sie sich durch Textvergleiche unschwer als Empfänger der zu Beginn des Textes aufgezählten Zuteilungen erschließen.
Neben König und Kronprinz erhält eine namentlich nicht genannte Gruppe von Leuten, die als LÚ.MEŠ NÍG.MEŠ (Z. 16) bezeichnet wird, insgesamt 192 kg Mehl zur Brotherstellung (ZÍD.DA ša PAD.MEŠ) aus der Hand einer ebenfalls nicht näher bezeichneten Person.
E.Cassin liest Z. 16 LÚ.MEŠ GAR.MEŠ und führt dazu aus: „Les rations (…) sont destinées aux LÚ GAR.MEŠ c´est-à-dire aux šaknāti cités ici sans autre mention (…) comme dans HSS XV 163:18, où Irwešarri est qualifié simplement de ša-ki-nu (on connaît bien Irwešarri LÚ GAR.É (…) et LÚ GAR.É ša āl Nuzi (…).“ Sie schließt also aus der Namensgleichheit des HSS XV 163 erwähnten Erwišarri šakinu und des gleichnamigen Palastgouverneurs von Nuzi, dass es sich bei den im vorliegenden Text genannten LÚ.MEŠ NÍG.MEŠ um eine Gruppe von šaknāti handelt.
Vorwort: Einleitung in die Krise der vorderasiatischen Chronologie und Darstellung des methodischen Ansatzes der Arbeit.
I. Altbabylonischer Besiedlungsschichten in Yorghan Tepe ?: Kritische Überprüfung früherer Datierungsversuche von Besiedlungsschichten in Yorghan Tepe.
II. Die Stratigraphie von Yorghan Tepe: Analyse der stratigraphischen Abfolge und der damit verbundenen Datierungsproblematik der Fundschichten.
III. Ein neuassyrisches Tempelamt in Nuzi ?: Philologische Untersuchung der Zuteilungslisten und Identifizierung des Bäckeramtes LÚ.NINDA als chronologisches Kriterium.
IV. Die absolute Datierung der Palastarchive von Nuzi: Eingrenzung des zeitlichen Rahmens der Archive auf Basis historischer Ereignisse des 1. Jahrtausends v. Chr.
V. Zur Frage einer mittanischen Oberherrschaft über das Königreich von Arrapḫe: Prüfung der historischen Belege für eine mittanische Suprematie über das Gebiet von Arrapḫe.
VI. Ḫurri - Mittani - Ḫanigalbat: Untersuchung der Begriffsverwendung und historischen Existenz eines Mittani-Großreiches im Verhältnis zu den Nuzi-Texten.
VII. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bestätigung der Spätdatierung von Nuzi in das 1. Jahrtausend v. Chr.
Nuzi, Yorghan Tepe, Chronologie, Stratigraphie, Palastarchive, Mittani, Arrapḫe, LÚ.NINDA, neuassyrisch, 1. Jahrtausend v. Chr., Keilschrifttexte, Siedlungsgeschichte, Tempelamt, Keramikfunde, Alter Orient.
Die Arbeit befasst sich mit der chronologischen Neubewertung der Ausgrabungsstätte Nuzi (Yorghan Tepe) und ihrer Palastarchive, um die traditionelle Datierung in das 2. Jahrtausend v. Chr. kritisch zu hinterfragen.
Die zentralen Themen sind die stratigraphische Analyse der Siedlungsphasen, der Vergleich mit neuassyrischen Verwaltungsstrukturen und die chronologische Einordnung archäologischer Funde.
Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass die Schichten und Funde von Nuzi aufgrund interner und externer Evidenzen in das 1. Jahrtausend v. Chr. datiert werden müssen.
Die Arbeit stützt sich auf eine philologische Analyse von Keilschrifttexten (insbesondere Verwaltungslisten) in Verbindung mit stratigraphischen Befunden und dem Vergleich mit bekannten neuassyrischen Institutionen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Schichtenabfolge, identifiziert das Tempelamt LÚ.NINDA als Vergleichsinstitution und untersucht die historische Rolle des Königreiches Arrapḫe.
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Nuzi, Yorghan Tepe, Chronologie, Stratigraphie, 1. Jahrtausend v. Chr. und neuassyrische Einflüsse.
Da dieses Amt in assyrischen Quellen erst ab dem 1. Jahrtausend sicher belegt ist, dient seine Identifizierung in Nuzi als wichtiges Indiz für eine gleichzeitige Datierung.
Der Autor argumentiert, dass stratigraphische Gegebenheiten und die Fundlage (z.B. parthische Schichten direkt auf Nuzi-Niveau) mit der konventionellen Datierung um 1360 v. Chr. nicht konsistent sind.
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