Bachelorarbeit, 2011
48 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Begriffsexplikation
1.1 Innerfamiliale Arbeitsteilung
1.2 Paarbeziehung, Elternschaft, Familie
2. Theoretische Modelle innerfamilialer Arbeitsteilung
2.1 Klassische, geschlechtsneutrale Ansätze
2.1.1 New Home Economics
2.1.2 Time-Availability-Ansatz
2.1.3 Ressourcen-Theorie
2.1.4 Equity-Theorie
2.2 Neuere, theoretische Ansätze
2.2.1 Geschlechterrollen-Theorie
2.2.2 Doing-Gender-Ansatz
3. Rahmenbedingungen und Kontexte innerfamilialer Arbeitsteilung
3.1 Politische Rahmenbedingungen
3.2 Geschlechterbeziehungs(-rollen-)kontext
4. Empirische Befunde zur innerfamilialen Arbeitsteilung
4.1 Einflussfaktoren innerfamilialer Arbeitsteilung
4.2 Innerfamiliale Arbeitsteilung in Paarbeziehungen
4.3 Innerfamiliale Arbeitsteilung in Paarbeziehung nach der Erstgeburt
Zusammenfassung, Diskussion, Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die innerfamiliale Arbeitsteilung in deutschen Paarbeziehungen, mit einem besonderen Fokus auf die Auswirkungen der Geburt des ersten Kindes auf die Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen den Partnern unter Berücksichtigung theoretischer Modelle und politischer Rahmenbedingungen.
1.1 Innerfamiliale Arbeitsteilung
Die innerfamiliale Arbeitsteilung umfasst die Aufteilung der bezahlten (Produktionsarbeit) und unbezahlten Arbeit (Reproduktionsarbeit) in einem gemeinsamen Haushalt. Bezahlte, entlohnte Arbeit ist die Erwerbsarbeit mit Einkommen, zu der die Teilzeit- und Vollzeiterwerbstätigkeit zählen. Als Erwerbsarbeit gilt die Arbeit, welche zur Produktion von Gütern vollzogen wird und als gesellschaftlich notwendige Tätigkeit im Rahmen des gesellschaftlichen Leistungsaustauschs gilt (vgl. Eckstein, 2009: 35). Der Bereich der unbezahlten Arbeit erstreckt sich auf Arbeiten im häuslichen Umfeld. Zu den Hausarbeiten zählen: Hauswirtschaftsarbeiten (Einkaufen, Waschen, Putzen, Essen zubereiten etc.), handwerkliche Arbeiten (Reparaturen am Haus, Auto, Gartenarbeit, etc.) und ab dem Zeitpunkt der Familiengründung die Elternaufgaben bzw. personenbezogenen Leistungen (Kinderbetreuung, Spielen, Erziehen, Pflege alter und kranker Familienangehöriger, Emotionsarbeit etc.) (vgl. Huinink & Röhler, 2005: 16, Peukert, 2004: 273).
Die Hausarbeiten unterscheiden sich temporalspezifisch von den Elternaufgaben. Die Differenziertheit zeigt sich in der Dringlichkeit der Ausführung der Aufgaben. Die Elternaufgaben lassen sich nur schlecht verschieben und bedürfen einer sofortigen Erledigung. Dabei steht unbezahlte Arbeit in zeitlicher Konkurrenz zur bezahlten Arbeit, die von den Partnern geleistet wird. Das heißt, dass die Arbeitsteilung in einer Wechselbeziehung zur Erwerbsarbeit steht. In den Studien wird häufig zwischen traditioneller und egalitärer Arbeitsteilung unterschieden. Traditionelle Arbeitsteilung bezeichnet hier die geschlechtsspezifische Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeiten, welche den Haushalt und die Familie betreffen. Demnach handelt es sich um eine traditionelle Arbeitsteilung, wenn der Mann der bezahlten Arbeit (Erwerbsarbeit) nachgeht und die Frau unbezahlte Arbeit (Hausarbeit und Elternaufgaben) verrichtet.
1. Begriffsexplikation: Definition der zentralen Begriffe wie innerfamiliale Arbeitsteilung, Familie und Paarbeziehung, um ein einheitliches Verständnis für die Analyse zu schaffen.
2. Theoretische Modelle innerfamilialer Arbeitsteilung: Vorstellung und Diskussion ökonomischer und soziologischer Theorien, die das Aushandeln oder die Strukturierung von Aufgaben innerhalb des Haushalts zu erklären versuchen.
3. Rahmenbedingungen und Kontexte innerfamilialer Arbeitsteilung: Überblick über politische Maßnahmen in Deutschland sowie gesellschaftliche Einflüsse, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf prägen und traditionelle Rollenstrukturen beeinflussen.
4. Empirische Befunde zur innerfamilialen Arbeitsteilung: Analyse vorliegender Studien zu Einflussfaktoren, der Arbeitsteilung vor und nach der Erstgeburt sowie der Rolle von Bildung und Institutionen.
Innerfamiliale Arbeitsteilung, Erwerbsbeteiligung, Erstgeburt, Geschlechterrollen, New Home Economics, Familienpolitik, Unbezahlte Arbeit, Egalität, Traditionelle Rollenbilder, Vereinbarkeit, Einkommen, Hausarbeit, Elternaufgaben, Geschlechterdisparitäten, Doing-Gender
Die Arbeit untersucht die Faktoren und Mechanismen, die bestimmen, wie Paare in Deutschland ihre bezahlte Erwerbsarbeit und unbezahlte Haus- sowie Erziehungsarbeit untereinander aufteilen.
Zu den Schwerpunkten gehören der Einfluss des Arbeitsmarktes und der Familienpolitik, die Bedeutung der Geschlechterrollen sowie die Auswirkungen der Familiengründung auf die Rollenverteilung.
Ziel ist es zu klären, welche Auswirkungen die Geburt des ersten Kindes auf die innerfamiliale Arbeitsteilung hat und warum traditionelle Muster trotz gesellschaftlichen Wandels persistent bleiben.
Es handelt sich um eine Literaturstudie, in der deutsche und englischsprachige empirische Studien und Aufsätze aus den Jahren 1991 bis 2010 analysiert und synthetisiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle, eine Analyse der politischen und sozialen Rahmenbedingungen sowie eine detaillierte Betrachtung empirischer Befunde.
Wichtige Begriffe sind unter anderem die innerfamiliale Arbeitsteilung, der Doing-Gender-Ansatz, Familienpolitik und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Die Geburt des ersten Kindes fungiert als signifikante Zäsur, die fast ausnahmslos zu einer Traditionalisierung der Arbeitsteilung führt, da Frauen ihre Erwerbstätigkeit oft reduzieren oder unterbrechen.
Die Arbeit zeigt, dass externe Strukturen wie das Ehegattensplitting, mangelnde Kinderbetreuung und persistente gesellschaftliche Leitbilder das egalitäre Handeln erschweren und einen hohen individuellen Kraftaufwand erfordern.
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