Diplomarbeit, 2011
154 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Statistische Grundlagen
2.1 Aufbau des Kapitels
2.2 Einführungsbeispiel
2.3 Wahrscheinlichkeitsraum
2.4 Zufallsvariable und Verteilungsfunktion
2.5 Stochastische Unabhängigkeit
2.6 Zufallsstichprobe
3 Verteilungen
3.1 Aufbau des Kapitels
3.2 Hypergeometrische Verteilung
3.3 Binomialverteilung
3.4 Poisson-Verteilung
4 Operationscharakteristiken
4.1 Aufbau des Kapitels
4.2 Testen einer Hypothese über den Ausschussanteil in einer Partie
4.3 Betrachtung einzelner Operationscharakteristiken
4.4 Untersuchung der Gemeinsamkeiten im Verlauf der OC
5 Implementierung in MATLAB
5.1 Aufbau des Kapitels
5.2 Implementierung der OC-Formeln in MATLAB (ohne ln)
5.3 Transformation der OC-Formeln (in ln)
5.4 Implementierung der OC-Formeln in MATLAB (mit ln)
6 Vergleich der Operationscharakteristiken
6.1 Aufbau des Kapitels
6.2 Fallunterscheidungen
6.3 1. Fall
6.4 2. Fall
6.5 3. Fall
6.6 4. Fall
6.7 5. Fall
6.8 Grenzfall: Annahmezahl c = 0
6.9 Grenzfall: Annahmezahl c = n - 1
7 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die beste Approximation der hypergeometrischen Operationscharakteristik unter Berücksichtigung verschiedener Parameter (N, n, c) zu ermitteln. Dazu wird eine umfassende graphische und numerische Untersuchung der exakten hypergeometrischen sowie diverser Näherungsmodelle (Binomial- und Poisson-Verteilung sowie deren Varianten) durchgeführt.
3.2 Hypergeometrische Verteilung
Die hypergeometrische Verteilung ist eine diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilung, die einem Modell ohne Zurücklegen zuzuordnen ist. Dabei werden im Rahmen einer Stichprobe aus einer endlichen Grundgesamtheit zufällig n Elemente nacheinander und ohne Zurücklegen entnommen. Die hypergeometrische Verteilung gibt dann Auskunft darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit in der Stichprobe eine bestimmte Anzahl von Elementen vorkommt, die die gewünschte Eigenschaft besitzen.
In der statistischen Qualitätskontrolle ist das Modell ohne Zurücklegen mit einer endlichen Warenpartie vergleichbar, die eine Grundgesamtheit aus N Chips bildet und zwei Sorten an Waren enthält: schlechte und gute Chips. Wenn man die Anzahl an schlechten Chips in der Warenpartie mit M (0 ≤ M ≤ N) bezeichnet, sind demnach N - M Chips gut. Der sogenannte Ausschussanteil p · 100% = M/N · 100% (mit 0 ≤ p ≤ 1) ist der prozentuale Anteil der schlechten Chips in der Grundgesamtheit. Desweiteren wird eine Zufallsstichprobe von n Chips aus der Warenpartie ohne Zurücklegen gezogen, wobei m (0 ≤ m ≤ n) Chips einen Mangel aufweisen. Das Auswahlverfahren ist so beschaffen, dass jede aus n Chips bestehende Teilmenge der Grundgesamtheit die gleiche Wahrscheinlichkeit aufweist, ausgewählt zu werden.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die statistische Qualitätskontrolle als Mittel zur Entscheidungsunterstützung und stellt das Ziel vor, bessere Approximationen für die komplexe hypergeometrische Verteilung zu finden.
2 Statistische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Begriffe der Wahrscheinlichkeitstheorie wie Wahrscheinlichkeitsraum, Zufallsvariable und stochastische Unabhängigkeit anhand eines Praxisbeispiels aus der Chip-Produktion.
3 Verteilungen: Hier werden die hypergeometrische, binomiale und Poisson-Verteilung theoretisch hergeleitet und deren Bedeutung für die Qualitätskontrolle definiert.
4 Operationscharakteristiken: Das Kapitel führt den Begriff der Operationscharakteristik (OC) ein, definiert den statistischen Test zur Annahme/Ablehnung von Warenpartien und analysiert deren mathematische Eigenschaften.
5 Implementierung in MATLAB: Der Autor beschreibt, wie die numerisch anspruchsvollen OC-Formeln mittels Logarithmierung in MATLAB effizient modelliert und berechnet werden können.
6 Vergleich der Operationscharakteristiken: Im Hauptteil werden in fünf definierten Fällen numerische und graphische Vergleiche angestellt, um die beste Näherung für verschiedene Parameterkombinationen zu bestimmen.
7 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, bewertet die Eignung der Poisson-Variante nach Molenaar als beste Näherung und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung moderner Software.
Qualitätskontrolle, hypergeometrische Verteilung, Binomialverteilung, Poisson-Verteilung, Operationscharakteristik, Approximationsgüte, Stichprobenverfahren, Ausschussanteil, MATLAB, stochastische Modellierung, Warenkontrolle, Annahmekontrolle, Wahrscheinlichkeitsfunktion, statistische Parameter, Konvexität.
Die Arbeit befasst sich mit der statistischen Qualitätskontrolle und vergleicht die exakten Berechnungen der hypergeometrischen Verteilung mit verschiedenen Näherungsverfahren, um bei großen Stichproben Rechenaufwand zu minimieren.
Die zentralen Felder sind die stochastische Modellierung, die statistische Testtheorie (Operationscharakteristiken) und die numerische Umsetzung dieser Modelle in der Software MATLAB.
Das Ziel ist es, für praxisrelevante Parameterkombinationen herauszufinden, welche der Näherungs-OCs (Binomial, Poisson oder deren Varianten) die hypergeometrische OC am präzisesten abbildet.
Es wird eine deduktive mathematische Herleitung sowie eine vergleichende numerische Analyse (Simulation) durchführt, wobei insbesondere die mathematischen Eigenschaften der OC-Kurven (Monotonie, Krümmung) untersucht werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Verteilungen und deren OCs sowie in eine umfassende empirische Untersuchung, in der die Approximationsfehler unter wechselnden Stichprobenparametern quantifiziert werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Operationscharakteristik (OC), die hypergeometrische Grundgesamtheit, das Ziehen ohne Zurücklegen und die Varianten nach Bolshev und Molenaar.
MATLAB ermöglicht die präzise numerische Darstellung der komplexen OC-Formeln, wobei durch die Transformation in den Logarithmus-Raum Speicherprobleme umgangen werden, die bei direkter Fakultätsberechnung auftreten würden.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Poisson-Variante nach Molenaar für die meisten betrachteten praxisnahen Bereiche die beste Approximation darstellt, da sie die geringsten Abweichungen zum hypergeometrischen Modell aufweist.
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