Examensarbeit, 2011
83 Seiten
1. Einleitung
1.1 Begründung und Eingrenzung des Themas
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Literaturdidaktik
2.1. Was ist Literatur?
2.2 Wozu Literatur im Schulunterricht?
2.2.1 Fiktionale Literatur im Geschichtsunterricht
3. Bilingualer Unterricht
3.1 Versuch einer Begriffsdefinition: bilingualer Unterricht
3.2 Zur Entwicklung des bilingualen Sachfachunterrichts in Deutschland
3.2.1 Probleme des bilingualen Unterrichts
3.3 Der bilinguale Sachfachunterricht Geschichte
4. Zwischenfazit
5. Das unterrichtspraktische Vorhaben
5.1 Vorstellung der Schule
5.1.1 Besonderheiten des Faches Geschichte an der Schule
5.1.2 Geschichte als IB Kurs
6. Der Unterrichtsversuch
6.1 Planung
6.2 Durchführung
6.3 Auswertung
6.4 Reflexion
7. Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick
8. Anhang
8.1 Unterrichtsskizzen zum Unterrichtsversuch
8.2 Text: Confession of Faith
8.3 Text: A Hanging
Die Arbeit untersucht die Funktion und den Nutzen literarischer Texte im bilingualen Geschichtsunterricht, um einen neuen Zugang zu historischen Themen jenseits klassischer Quellenarbeit zu erschließen und die Motivation sowie das Geschichtsbewusstsein der Lernenden zu fördern.
2.2.1 Fiktionale Literatur im Geschichtsunterricht
Stellt man sich die Frage welche Art von Medien im Geschichtsunterricht verwendet wird, so werden einem wohl zuerst die „Quellen“ einfallen. Als Quelle sind alle Texte, Gegenstände oder Tatsachen zu bezeichnen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann (Kirn, 29). Schriftliche Zeugnisse, die uns hinterlassen wurden, stehen im historischen Lernen im Vordergrund. Dies können unter anderem Briefe, Inschriften, Urkunden, Tagebucheinträge, Flugschriften, Gesetzestexte oder Notizen sein. Der Verfasser beziehungsweise Autor der Quelle sollte genau angegeben sein und die Quelle in ihrer gesamten Echtheit vorkommen. Abgesehen von den schriftlichen Quellen gibt es fernerhin sprachliche Medien, beispielsweise die Geschichtserzählung. Sie kommt wohl einem fiktionalen Medium am nahesten, ist sie doch
„(…) eine novellistische Form der Darstellung von Geschichte, die auf der Grundlage von geschichtswissenschaftlichen erhobenem historischem Wissen einen historischen Sachverhalt oder Episoden aus dem Leben einer historischen Person oder Persönlichkeit durch den Einsatz von fiktionalen Elementen spannend und motivieren zu vermitteln versucht(e).“ (Bergmann, 76)
Allerdings dienten Geschichtserzählungen durch ihre monoperspektivische Art eher als ein Medium des Gesinnungsunterrichts. Zudem war die Lehrkraft dabei eine Art auktorialer Erzähler, der eine Geschichte präsentierte, welche in sich schlüssig und stimmig war. Diese Art von Geschichtsunterricht wurde insbesondere nach der Zeit der Nationalsozialisten abgelehnt, da SuS nicht zu hirnlosen Zombies einer Regierung gemacht werden sollen, sondern zu kritischen, selbstdenkenden Betrachtern ihrer Umwelt. Erzählungen und Fiktion sollte dazu benutzt werden die SuS „auf die Illusionswirkung des Erzählens aufmerksam zu machen und ihnen Kriterien an die Hand zu geben, wie sie diese durchschauen können“ (Bergmann, 76-77).
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema durch das persönliche Interesse an der Verknüpfung von Anglistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2. Literaturdidaktik: Dieses Kapitel definiert den Literaturbegriff und untersucht den Nutzen von Literatur im schulischen Kontext sowie speziell die Rolle fiktionaler Texte im Geschichtsunterricht.
3. Bilingualer Unterricht: Hier werden Begriffsdefinitionen des bilingualen Unterrichts erörtert und die historische Entwicklung sowie die spezifischen Bedingungen in Deutschland und NRW beleuchtet.
4. Zwischenfazit: Das Zwischenfazit fasst die theoretischen Erkenntnisse über das Spannungsfeld zwischen bilingualem Sachfachunterricht und der Literaturdidaktik zusammen.
5. Das unterrichtspraktische Vorhaben: Dieses Kapitel stellt die Goetheschule in Essen als Schauplatz des Versuchs vor und erläutert die Besonderheiten des Geschichtsunterrichts an dieser Institution.
6. Der Unterrichtsversuch: Hier wird die Planung, Durchführung und Auswertung des Unterrichtsversuchs zum Thema Imperialismus detailliert beschrieben und reflektiert.
7. Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick: Das Fazit bewertet die Ergebnisse der Arbeit und formuliert die zukünftige Notwendigkeit einer fachdidaktischen Auseinandersetzung mit fiktionaler Literatur im Geschichtsunterricht.
8. Anhang: Der Anhang enthält die konkreten Unterrichtsskizzen sowie die im Unterricht verwendeten englischsprachigen Texte.
9. Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis aller verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Bilingualer Unterricht, Geschichtsunterricht, Literaturdidaktik, fiktionale Literatur, Imperialismus, Fachdidaktik, Englisch, Sprachförderung, Geschichtsbewusstsein, Quellenarbeit, Unterrichtsversuch, Schulpraxis, Multiperspektivität, Sprachkompetenz, Narration.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Funktionen von literarischen Texten im bilingualen Geschichtsunterricht.
Die Arbeit verknüpft die Theorie der Literaturdidaktik mit den Modellen des bilingualen Unterrichts und wendet diese Erkenntnisse exemplarisch auf das Fach Geschichte an.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie literarische Texte als funktionales Material eingesetzt werden können, um Schülern einen motivierenden Zugang zu geschichtlichen Themen zu verschaffen.
Neben einer theoretischen Analyse des Forschungsstands wird ein unterrichtspraktischer Versuchsansatz an einer weiterführenden Schule gewählt, um die Wirkung fiktionaler Texte empirisch zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Literaturdidaktik und bilingualen Unterrichtsmodellen sowie einen praktischen Teil, in dem ein konkreter Unterrichtsversuch zum Thema Imperialismus durchgeführt und ausgewertet wird.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie bilingualer Geschichtsunterricht, fiktionale Literatur, Sprachförderung und Geschichtsbewusstsein geprägt.
Die Geschichtsdidaktik begegnet fiktionalen Texten oft mit Skepsis, da befürchtet wird, dass Schüler Fiktion mit historischer Realität verwechseln könnten.
Es zeigte sich, dass die Schüler mit literarischen Texten einen leichteren Zugang zu komplexen Themen fanden und motivierter arbeiteten als bei einer rein quellenbasierten Vorgehensweise.
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