Bachelorarbeit, 2011
56 Seiten, Note: 1,00
A) Einleitung und Problemstellung
B) Analyse
1. Die Rechtliche Situation zum Schutz von IDPs
1.1 Vergleich der rechtlichen Rahmengebung: Flüchtlinge vs. IDPs
1.2 Rechtliche Schwachstellen und Fazit zur derzeitigen rechtlichen Situation
2. Allgemeine Schwachstellen des Schutzsystems
2.1 Interne Schwachstellen
2.2 Schwachstellen in den Verantwortungsbereichen der Organe
2.3 Kontextbezogene Schwachstellen
2.4 Fazit zu allgemeinen Schwachstellen
3. Relevante Akteure
3.1 Mandate der wichtigsten Organe für IDPs
3.1.1 Representative of the Secretary-General on Internally Displaced Persons / Special Rapporteur on the Human Rights of Internally Displaced Persons
3.1.2 United Nations High Commissioner for Refugees
3.1.3 International Committee of the Red Cross
3.1.4 United Nations Children's Fund
3.3 Der „cluster approach“
3.2 Die Rolle des Staates
4. Staatliche Souveränität
4.1 Responsibility to Protect
4.2 Die Einstellung der internationalen Gemeinschaft gegenüber staatlicher Souveränität
5. Humanitäre Intervention
5.1 Internal Displacement auf der humanitären Agenda
5.2 Begriffsklärung und grundlegende Informationen
5.3 Schwachstellen und Einwände gegen das Konzept der humanitären Intervention
5.4 Das Konzept der Interventionspflicht
6. Guiding Principles on Internal Displacement
6.1 Inhalt der Guiding Principles
6.2 Geschichtliche Entwicklung
6.3 Fazit nach zehn Jahren Guiding Principles
7. Lösungsansätze
7.1 Schaffung von neuen Gesetzen
7.2 Gründung eines neuen UN-Organs
7.3 Ausbau des Mandats einer existierenden UN-Organisation
7.3.1 UNHCR
7.3.2 UNICEF
7.3.3 Fazit
7.4 Stärkung und Zuweisung der finanziellen Ressourcen
7.5 Ausbau der Sicherheits- und Schutzvorkehrungen
7.5.1 Stärkung lokaler Kapazitäten
7.5.2 Wiederherstellung des Alltagslebens
7.5.3 Fazit
7.6 Handbook for the Protection of Internally Displaced Persons
7.7 Erarbeitung von Langzeitlösungen
8. Organisationsanthropologische Aspekte: Veränderungspotentiale in Organisationen
8.1 Externe Einflüsse und Schlüsselerkenntnisse
8.2 Fehlkonzeptionen von Organisationen
8.3 „Rethinking organisational change“
9. Fazit
C) Schlusswort
Die Arbeit analysiert das aktuelle Schutzsystem der Vereinten Nationen für Binnenvertriebene (Internally Displaced Persons, IDPs), um bestehende Schwachstellen und rechtliche Grauzonen aufzudecken. Ziel ist es, unter Einbeziehung von Perspektiven aus den Internationalen Beziehungen, der Migrationsanthropologie und der Organisationsanthropologie, Lösungsansätze für eine effektivere Aufgabenverteilung und Praxisumsetzung innerhalb der UN-Organisationen zu identifizieren.
1.1 Vergleich der rechtlichen Rahmengebung: Flüchtlinge vs. IDPs
Wie zuvor bereits erwähnt gibt es je nach Zielort der Flucht gravierende Statusunterschiede in Bezug auf internationale Hilfestellung und Schutzleistungen. Flüchtlinge, die Staatsgrenzen überschreiten, sind nicht mehr staatsinterne Angelegenheit und können von der internationalen Gemeinschaft unterstützt werden, während IDPs sich innerhalb ihres eigenen Landes aufhalten und somit der Staat selbst eine Schutz- und Assistenzfunktion ausführen sollte: „(...) legally, they remain under the 'protection' of their own government – even though that same government may be the cause of their flight, or else has shown it is incapable of saving its citizens from marauding rebel groups or generalized violence.“ (UNCHR 2007 – IDPs: Questions and Answers)
Mögliche Ursachen können sowohl für Flüchtlinge als auch für IDPs folgende sein: Krieg; Gewalt; die Verletzung von Menschenrechten; Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und daraus resultierende Hungersnöte oder schwere Armut. Auch religiöse Verfolgung und ethnische oder politische Diskriminierung können Faktoren sein, die zu Displacement führen, ebenso wie Staatsversagen oder eine Modernisierung der Wirtschaft (vgl. Newman 2003:3-4). Trotz der gemeinsamen Fluchtursachen gibt es aber in der Behandlung gravierende Unterschiede.
1. Die Rechtliche Situation zum Schutz von IDPs: Dieses Kapitel vergleicht den rechtlichen Status von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen und analysiert die Defizite in der aktuellen Schutzlage.
2. Allgemeine Schwachstellen des Schutzsystems: Hier werden systematische Mängel innerhalb der UN-Strukturen sowie in der mandatsbezogenen Verantwortlichkeit untersucht.
3. Relevante Akteure: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die spezifischen Mandate der wichtigsten beteiligten Organisationen wie UNHCR, UNICEF und das Rote Kreuz sowie den "Cluster Approach".
4. Staatliche Souveränität: Es wird das Prinzip der "Responsibility to Protect" sowie die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft auf die staatliche Souveränität analysiert.
5. Humanitäre Intervention: Dieses Kapitel definiert humanitäre Interventionen, beleuchtet deren rechtliche Grundlagen und setzt sich mit der Interventionspflicht auseinander.
6. Guiding Principles on Internal Displacement: Es wird der Inhalt und die Bedeutung der Leitprinzipien für Binnenvertriebene sowie deren Entwicklung seit 1998 dargestellt.
7. Lösungsansätze: Dieses Kapitel diskutiert konkrete Reformoptionen, von Gesetzesänderungen über neue Organe bis zur Kapazitätsstärkung vor Ort.
8. Organisationsanthropologische Aspekte: Veränderungspotentiale in Organisationen: Hier werden organisationstheoretische Erkenntnisse genutzt, um die praktische Umsetzung von Reformen zu hinterfragen.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont die Dringlichkeit einer Reform des UN-Schutzsystems.
Binnenvertriebene, IDPs, Vereinte Nationen, UN-Schutzsystem, humanitäre Intervention, staatliche Souveränität, Responsibility to Protect, Guiding Principles, UNHCR, humanitäre Hilfe, Flüchtlingsschutz, Mandatsausbau, Organisationsanthropologie, Konfliktvermeidung, Langzeitlösungen
Die Arbeit untersucht das Schutzsystem der Vereinten Nationen für Binnenvertriebene und identifiziert strukturelle sowie rechtliche Schwachstellen, die einen effektiven Schutz erschweren.
Die zentralen Felder sind das Völkerrecht im Kontext von Vertreibung, die Mandate internationaler Hilfsorganisationen, das Souveränitätsprinzip der Staaten und die praktische Umsetzung humanitärer Hilfe.
Das Ziel ist es, herauszufinden, welche UN-Organe ihre Aufgabenbereiche überarbeiten müssen und wie diese Veränderungen aussehen können, um IDPs unter Berücksichtigung staatlicher Souveränität effektiver zu schützen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, einer Akteursanalyse und einer organisationsanthropologischen Betrachtung zur Bewertung von Veränderungspotentialen.
Der Hauptteil befasst sich mit der rechtlichen Analyse, der Schwachstellenanalyse des UN-Systems, der Untersuchung der Akteursmandate, der Debatte um humanitäre Intervention und konkreten Lösungsansätzen.
Wichtige Begriffe sind Binnenvertriebene (IDPs), UN-Schutzsystem, Responsibility to Protect, humanitäre Intervention und organisationsanthropologische Aspekte.
Die Autorin weist darauf hin, dass der Ansatz zwar theoretisch die Koordination verbessern sollte, in der Praxis jedoch oft an mangelnder Verbindlichkeit und unklarer Verantwortungszuweisung scheiterte.
Sie nutzt diese Perspektive, um zu erklären, warum organisatorische Reformen oft an internen Strukturen und der Unternehmenskultur der UN-Organisationen scheitern, statt nur an mangelnden Leitlinien.
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