Forschungsarbeit, 1985
31 Seiten, Note: sehr gut
Der erste Akt
Don Karlos als bürgerliches Trauerspiel
politischer Gehalt
Ein Erziehungsroman
Inquisition und Absolutismus
privater Verzicht und öffentliche Pflichterfüllung
der Vater-Sohn-Konflikt
Freundschaft
Anthropologie des absoluten Herrschers
Theorie und Praxis des Absolutismus
die Zerrissenheit Philipps
Politische Funktion versus private Wunscherfüllung
Anthroplogie des absoluten Herrschers: historisch-stofflich
der eindimensional Zugerichtete: poetisch-symbolisch
Bürgerliches Trauerspiel
Transponierung in königliche Kreise
Erziehungsroman - vom Privatmann zum politisch Handelnden
Entsagung hier schon
Geschichtstheorie
Prozeßcharakter von Geschichte
Freiheit als Herzustellendes
Scheitern menschlicher Pläne
Hamartia und nicht gelingende Kommunikation
Freiheit
Gerichtsbarkeit der Bühne
Bürgerliches Selbstbewußtsein contra Absolutismus
Gedankenfreiheit und der Versuch von Glücksfindung
Poetologisches
Hauptidee
Die vorliegende Arbeit interpretiert Friedrich Schillers "Don Karlos" als komplexes Zusammenspiel aus politischem Drama, bürgerlichem Trauerspiel und Erziehungsroman, wobei die zentrale Forschungsfrage die Vereinbarkeit von privatem Glück und öffentlicher Pflichterfüllung unter den Bedingungen des Absolutismus untersucht.
Anthropologie des absoluten Herrschers: der eindimensional Funktionalisierte
Daß die unumschränkte Majestät (V. 945) ein Gott sei, wird im Stück mindestens fünfmal versichert. Die leitmotivische Häufung bestätigt, daß damit ein für den Poeten zentrales Thema getroffen ist. Schiller diskutiert in diesem Stück, wie es um Theorie und Praxis des Absolutismus steht. Verständlich wird diese Thematik, weil 1785 die absolutistische Form der Regierung noch lange nichts Vergangenes war. Schiller greift damit ein Problem der Zeit auf, das schon lange theoretisch behandelt wurde - etwa bei Macchiavelli, Bodin, bei Hobbes, bei Rousseau, Montesquieu, implizite oder explizite in allen staatsphilosophischen Schriften - das auch poetisch schon gestaltet worden war die Figur des Herrschers gehört zum festen Inventar der hohen Barocktragödie.
Schiller hat den Komplex unter zwei Aspekten referiert: einmal geht es nur um die Person des Herrschers, konkret um Philipp, dann um die Institution des Absolutismus. Im Hinblick auf die Person ist Beweisinteresse, ein umfassendes Gemählde von Monarchen (V. 970) zu entwerfen. Gleichzeitig gehen solche Motive über ihre spezifische Konkretion hinaus; das macht die Klassizität der Schillersehen Vertextung aus: denn in diesem Verhalten Philipps artikuliert sich eine Moral, die insofern allgemein menschlich ist, als sie zumindest bis weit in das 20. Jahrhundert hinein galt: was dem Mann allenfalls als Kavaliersdelikt positiv angerechnet wird, ist der Frau verboten.
Der erste Akt: Der erste Akt legt die zentralen Motive des Stückes dar, insbesondere den Vater-Sohn-Konflikt und die verbotene Liebe zu Elisabeth, während er gleichzeitig den politischen Konflikt mit der Inquisition und dem Absolutismus andeutet.
Anthropologie des absoluten Herrschers: der eindimensional Funktionalisierte: In diesem Kapitel wird untersucht, wie Schiller die Figur Philipps als Repräsentant einer absolutistischen Institution darstellt, die ihre menschlichen Bedürfnisse zugunsten funktionaler Machtzwänge unterdrückt.
Bürgerliches Trauerspiel: Hier wird analysiert, wie Schiller durch die Konzentration auf familiäre Konflikte innerhalb königlicher Kreise die moralische Integrität und die Unfehlbarkeit der absolutistischen Herrscher dekonstruiert.
Erziehungsroman: Dieses Kapitel betrachtet die Entwicklung von Don Karlos von einem introvertierten, privat handelnden Liebhaber hin zu einem Helden, der die Notwendigkeit politischer Verantwortung begreift.
Geschichtstheorie: Die Ausführungen beleuchten Schillers Auffassung von Geschichte als einen dynamischen Prozess, in dem der Mensch versucht, Freiheit gegen veraltete despotische Strukturen durchzusetzen.
Freiheit: Dieses Kapitel untersucht den Freiheitsbegriff im Stück, insbesondere die Forderung nach Gedankenfreiheit als notwendige Voraussetzung für gesellschaftliche und politische Reformen.
Poetologisches: Hier wird reflektiert, wie dramaturgische Technik, wie etwa die Technik der Peripetie, dazu genutzt wird, die emotionale Wirkung beim Zuschauer zu maximieren und den Gehalt des Stückes zu transportieren.
Hauptidee: Das abschließende Kapitel resümiert, dass "Don Karlos" eine tragische politische Tragödie ist, die das Scheitern individueller Freiheitsideale an den harten Realitäten des Absolutismus zeigt.
Friedrich Schiller, Don Karlos, Absolutismus, Bürgerliches Trauerspiel, Freiheit, Erziehungsroman, Vater-Sohn-Konflikt, Inquisition, Politische Tragödie, Geschichte, Aufklärung, Sturm und Drang, Menschenwürde, Entsagung, Freundschaft
Es ist ein Familiendrama in fürstlichen Kreisen, das zugleich als politisches Stück die Zerrissenheit zwischen privatem Wunsch und öffentlicher Pflicht vor dem Hintergrund absolutistischer Herrschaftsstrukturen thematisiert.
Die Arbeit behandelt die Spannung zwischen Individuum und Macht, die Rolle des Absolutismus, das Ideal der Freiheit, die Funktion der Freundschaft sowie die Entwicklung des Protagonisten zum politisch Handelnden.
Ziel ist es, durch die Darstellung der Unvereinbarkeit von absolutistischem Zwang und menschlicher Freiheit eine kritische Reflexion über die gesellschaftlichen Zustände anzuregen.
Der Autor verbindet literaturwissenschaftliche Textanalyse mit historischen Kontextualisierungen und geistesgeschichtlichen Vergleichen, insbesondere unter Einbeziehung der psychoanalytischen Sublimierungsthese.
Im Hauptteil werden die einzelnen Akte und Leitmotive (wie das Riesen-Motiv, die Inquisition, die Freundschaft und das Gesetz des Tausches) detailliert analysiert, um die Entwicklung der Handlung und der Charaktere zu belegen.
Schlüsselbegriffe sind Freiheit, Absolutismus, Entsagung, Menschenwürde, bürgerliches Trauerspiel, Aufklärung und die historische Dialektik von Macht und Moral.
Posa fungiert als idealistischer Gegenpol zum absolutistischen Philipp, wobei sein Scheitern die Unmöglichkeit aufzeigt, abstrakte Freiheitsideen in einer repressiven Welt unmittelbar zu realisieren.
Das tragische Ende unterstreicht die explizite Absage an falsche Versöhnung; der Zuschauer soll durch den Triumph des Bösen zur Auseinandersetzung mit der herrschenden Ordnung provoziert werden.
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