Diplomarbeit, 2011
107 Seiten, Note: 2,0
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit und methodisches Vorgehen
2 Personalstrukturen und Beschäftigungsentwicklung in der stationären Krankenpflege
2.1 Ältere Mitarbeiter – Abgrenzung und Begriffsklärung
2.2 Altersverteilung der Mitarbeiter/ -innen in der Pflege
2.3 Demographische Entwicklung
3 Veränderte strukturelle Rahmenbedingungen in der stationären Krankenversorgung und ihre Auswirkungen auf die Pflege
3.1 Diagnosis related groups (DRG)
3.2 Prozessorientierung
3.3 Entwicklung der Krankenhäuser zu modernen Dienstleistungsunternehmen
3.4 Change Management
4 Arbeitsaufgaben in der stationären Gesundheits-und Krankenpflege
4.1 Merkmale pflegerischer Tätigkeit
4.1.1 Rahmenbedingungen und Arbeitsorganisation
4.1.2 Pflegeorganisationsmodelle
4.2 Empirische Befunde zur Arbeitssituation Pflegender im Krankenhaus
4.2.1 Fachkräftesituation in der Pflege
4.2.2 Nachwuchssituation in der Pflege
4.2.3 Erkrankungsbedingte Fehlzeiten, Erkrankungsarten und -häufigkeiten
5 Theoretische Grundlagen
5.1 Belastungs-Beanspruchungsmodell
5.2 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus
5.3 Handlungsregulationstheorie
5.4 Das Modell der Salutogenese (A. Antonovsky)
5.4.1 Gesundheits-Krankheitskontinuum
5.4.2 Stressoren und Generalisierte Widerstandressourcen
5.4.3 Kohärenzgefühl
5.4.4 Das Modell der Salutogenese im Überblick
5.4.5 Bedeutung des Salutogenetischen Modells für die Betriebliche Gesundheitsförderung
5.4.6 Empirische Studien zum Kohärenzgefühl
5.5 Ressourcen am Arbeitsplatz
5.6 Ausgewählte Arbeitsanalyseverfahren
6 Betriebliche Gesundheitsförderung im Krankenhaus
6.1 Begriffsklärung: Arbeitsschutz, Betriebliche Gesundheitsförderung, Betriebliches Gesundheitsmanagement
6.2 Nutzen der Betrieblichen Gesundheitsförderung
7 Leistungsfähigkeit und Kompetenzen älterer Beschäftigter
7.1 Defizitmodell und Kompensationsmodell
7.2 Ältere Menschen in der öffentlichen Wahrnehmung
8 Konzeption einer altersorientierten betrieblichen Gesundheitsförderung
8.1 Betriebspolitische Voraussetzungen für die Gestaltung betrieblicher Gesundheitsförderung
8.2 Betriebliche Gesundheitsförderung als Managementprozess
8.2.1 Diagnose / Analyse der Ist-Situation
8.2.2 Maßnahmenplanung
8.2.3 Maßnahmendurchführung und -steuerung
8.2.4 Evaluation / Erfolgskontrolle
8.3 Handlungsfelder für eine altersorientierte betriebliche Gesundheitsförderung
8.3.1 Unternehmenskultur und Führung
8.3.2 Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, Arbeitszeitgestaltung
8.3.3 Professionelle Kompetenzen
8.3.4 Individuelles Gesundheitsverhalten
9 Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Konzepts zur betrieblichen Gesundheitsförderung auf der Grundlage des Salutogenese-Modells, das unter Berücksichtigung des demographischen Wandels und der alternden Belegschaft in der stationären Gesundheits- und Krankenpflege dazu beitragen soll, Arbeitsfähigkeit zu erhalten und die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern.
1.1 Problemstellung
Arbeit kann überfordern und krank machen, sie kann aber auch die Möglichkeit bieten, Handlungsfähigkeit, Anerkennung und Sinnhaftigkeit für das eigene Tun zu entwickeln und zu erleben. In diesem Sinne kann Arbeit eine Quelle von Gesundheit sein. Für die Gestaltung einer gesunden Arbeit bietet das von Antonovsky entwickelte Modell der Salutogenese einen geeigneten theoretischen Rahmen. Der salutogenetische Ansatz fragt danach, welche Ressourcen die Bewältigung von Belastungen unterstützen. In Antonovskys Modell stellt das Kohärenzgefühl die entscheidende individuelle, psychologische Einflussgröße dar, die es dem Menschen ermöglicht, belastende Anforderungen im Leben erfolgreicher zu bewältigen. Es handelt sich dabei um ein grundlegendes Vertrauen darin, dass erstens die Anforderungen, die sich im Laufe des Lebens aus der äußeren und inneren Umgebung ergeben, strukturiert, vorhersagbar und erklärbar sind, zweitens einem die Ressourcen zur Verfügung stehen, um diesen Anforderungen begegnen zu können und drittens diese Anforderungen Herausforderungen sind, die Anstrengung und Engagement lohnen (Antonovsky 1997: 36). Eine salutogene Arbeitsgestaltung berücksichtigt diese drei Komponenten und ermöglicht so den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ihre eigene Gesundheitsbalance selbst und aktiv herzustellen.
Untersuchungen zur Theorie der Salutogenese zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen Alter und Kohärenzgefühl (vgl. Bengel 2001: 122, 125). Praktisch lässt sich daraus ableiten, dass ältere Beschäftigte weniger stark auf Stresssituationen reagieren oder aufgrund ihres Erfahrungswissens eher in der Lage sind, bestimmte Belastungen zu bewältigen. Diese Vorteile, aber auch tatsächlich vorhandene Leistungseinschränkungen, gilt es bei der Arbeitsgestaltung für ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu berücksichtigen.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den demographischen Wandel und den wachsenden Fachkräftemangel in der Pflege sowie die Notwendigkeit, durch betriebliche Gesundheitsförderung die Attraktivität des Berufs zu sichern.
2 Personalstrukturen und Beschäftigungsentwicklung in der stationären Krankenpflege: Dieses Kapitel analysiert die demographische Alterung der Pflegenden und die Entwicklung von Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten in deutschen Krankenhäusern.
3 Veränderte strukturelle Rahmenbedingungen in der stationären Krankenversorgung und ihre Auswirkungen auf die Pflege: Es werden die Auswirkungen der Einführung von DRG-Fallpauschalen und der Trend zur Prozessorientierung auf die Arbeitsbedingungen und das Pflegemanagement diskutiert.
4 Arbeitsaufgaben in der stationären Gesundheits-und Krankenpflege: Dieses Kapitel beschreibt die Merkmale pflegerischer Tätigkeit, verschiedene Organisationsmodelle sowie empirische Befunde zu Fehlzeiten und Fachkräftemangel.
5 Theoretische Grundlagen: Hier werden arbeitswissenschaftliche Modelle wie das Belastungs-Beanspruchungsmodell, das transaktionale Stressmodell und ausführlich das Modell der Salutogenese vorgestellt.
6 Betriebliche Gesundheitsförderung im Krankenhaus: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe der Gesundheitsförderung und beleuchtet deren Nutzen für Krankenhäuser jenseits bloßer Kostenreduktion.
7 Leistungsfähigkeit und Kompetenzen älterer Beschäftigter: Dieser Abschnitt räumt mit dem klassischen Defizitmodell auf und erläutert die Potenziale und Stärken älterer Mitarbeiter anhand des Kompensationsmodells.
8 Konzeption einer altersorientierten betrieblichen Gesundheitsförderung: Das Kernkapitel skizziert Managementprozesse, Diagnoseverfahren und konkrete Handlungsfelder zur Umsetzung altersgerechter Arbeitsbedingungen.
9 Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse: Das Fazit fasst die zentrale Bedeutung der Führungskräfte und der salutogenetischen Ausrichtung für eine nachhaltige betriebliche Gesundheitsförderung zusammen.
Salutogenese, Kohärenzgefühl, Betriebliche Gesundheitsförderung, Krankenpflege, Fachkräftemangel, Altersorientierte Arbeitsgestaltung, Personalmanagement, Arbeitsbelastung, Ressourcenorientierung, Bezugspflege, Arbeitszufriedenheit, Demographischer Wandel, Führungskompetenz, Organisationsdiagnose, Gesundheitsbericht
Die Arbeit entwickelt ein Konzept für eine altersorientierte betriebliche Gesundheitsförderung in der stationären Krankenpflege, basierend auf dem Modell der Salutogenese von Antonovsky.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern, der Bewältigung des Fachkräftemangels, der Stärkung von Gesundheitsressourcen und der Rolle der Führungskräfte für ältere Beschäftigte.
Das Ziel ist es, Ansätze zur Arbeitsgestaltung aufzuzeigen, die die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit älterer Pflegekräfte erhalten und den Pflegeberuf attraktiver gestalten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und Inhaltsanalyse einschlägiger arbeitswissenschaftlicher und pflegemanagementrelevanter Quellen basiert.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zur Stressbewältigung, die empirische Situation der Pflege, Instrumente der Organisationsdiagnose sowie praktische Handlungsfelder der Gesundheitsförderung.
Wesentliche Begriffe sind Salutogenese, Kohärenzgefühl, Bezugspflege, altersorientiertes Personalmanagement und organisationale Ressourcen.
Das Kohärenzgefühl dient als zentrale personale Ressource, die es älteren Pflegenden ermöglicht, Anforderungen als verstehbar, handhabbar und sinnhaft zu erleben, was ihre Arbeitsfähigkeit stützt.
Im Gegensatz zum klassischen, korrektiv orientierten Fehlzeitengespräch ermöglicht der Anerkennende Erfahrungsaustausch einen präventiven Dialog, der gezielt Ressourcen aufdeckt und Mitarbeiter aktiv in die Zukunftsgestaltung einbindet.
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