Fachbuch, 2011
44 Seiten
1. Zum Entwicklungsstand der schulischen Inklusion in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich
2. Die Bedeutung von Diagnostik in der Berufspraxis von Lehrerinnen und Lehrern
2.1. Diagnostische Kompetenz ist eine Schlüsselkompetenz
2.2. Die Bedeutung der Diagnostik in inklusiven Schulsystemen
2.3 Abschaffung der Sonderpädagogik oder Neudefinition der Sonderpädagogenrolle?
2.4 Aufgaben von Sonderpädagogen in inklusiven Schulsystemen
2.5 Vorbereitung auf die Arbeit in inklusiven Schulsystemen in der Rahmenvorgabe der Kultusministerkonferenz?
2.6 Konzeptionen für die Vermittlung sonderpädagogischer Kompetenz unter besonderer Berücksichtigung von Diagnostik in der Bundesrepublik Deutschland
2.6.1 Zusammenfassende Betrachtung der Lösungsvorschläge zur Vermittlung sonderpädagogischer Kompetenz
2.6.2 Der Ansatz der Diversifikation sonderpädagogischer Lehrerbildung nach LINDMEIER und des Erwerbs sonderpädagogischer Kompetenzen im allgemeinen Lehramt
2.6.3 Die Vorschläge von KLEMM und PREUSS-LAUSITZ
2.6.4 Diagnostikausbildung für alle Lehrkräfte: der Ansatz von KRETSCHMANN
2.6.5 Neuordnung der Lehrerausbildung 2009 in Nordrhein-Westfalen: Diagnostik als obligatorischer Bestandteil in allen Lehrämtern
2.7 Die Neugestaltung der Lehrerbildung in Österreich
2.7.1 Einheitliche Architektur für alle Lehrämter in Österreich
2.7.2 Unterstützt die LehrerInnenngNEU die Entwicklung hin zu mehr Inklusion?
2.7.3. Konsequenzen auf der LehrerInnenbildungNEU für Studienpläne
2.7.4. Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit die neue Lehrerausbildung in Österreich tatsächlich Inklusion unterstützen kann?
2.7.5 Didaktische und methodische Aspekte von Diagnostik in der Lehrerausbildung
2.7.6 Inhalte einer inklusionstauglichen (sonder)pädagogischen Diagnostik
3. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der (sonder)pädagogischen Diagnostik für das Gelingen inklusiver Schulsysteme in Österreich und der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrerinnen und Lehrer durch eine kompetenzenorientierte Diagnostik, die sich von einer reinen Defizitorientierung löst, individuelle Förderprozesse erfolgreich gestalten und Inklusion in der Schulpraxis effektiv umsetzen können.
6. Fokus auf Coping-Strategien
Last but not least muss inklusive Diagnostik effektive Möglichkeiten der Bewältigung von Lastsituationen identifizieren. Diese Bewältigung wird als Coping bezeichnet (vgl. a. a. O., 62).
Um die Coping-Strategien zu erfassen, ist eine Kombination von Fragebogenmethode, Beobachtung und strukturiertem Dialog geeignet (vgl. a. a. O., 67).
Wie Wocken in seinem neuen Buch aus 2011 schreibt, kann eine inklusionstaugliche Diagnostik auch aktuell erst in Ansätzen mit den folgenden Kriterien beschrieben werden:
• „Pädagogische Relevanz (Handlungsrelevanz)
• Prozessorientierung (in Verbindung mit Unterricht und Förderung, hypothetisch und informell, niederschwellig, zeitnah, nicht eigenschafts-, sondern curriculums- und lerngegenstandsbezogen, unaufwändige Begleitung pädagogischer Prozesse)
• Situationsorientierung (die gesamte Lernsituation, das Kind-Umfeld steht im Mittelpunkt diagnostischer Erkenntnisbemühungen)
• Kompetenzorientierung (nicht die Schwächen, Defizite, Mängel sondern die vorhandenen Stärken sind Ausgangspunkt effektiver Förderung, es wird daher gezielt nach Stärken der SchülerInnen gesucht)
• Partizipationsorientierung (andere LehrerInnen, aber auch die Eltern und SchülerInnen selbst werden am Prozess beteiligt)
• Verstehend und nicht erklärend (es geht nicht darum, etwas objektiv zu erklären, sondern darum, das Kind empathisch zu verstehen)“ (FEYERER 2011, 14).
1. Zum Entwicklungsstand der schulischen Inklusion in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich: Das Kapitel analysiert den Stand der Inklusion in Österreich, Deutschland und der Schweiz, wobei Österreich eine vergleichsweise positive Entwicklung zur Integration aufweist, wenngleich regionale Unterschiede bestehen.
2. Die Bedeutung von Diagnostik in der Berufspraxis von Lehrerinnen und Lehrern: Es wird die zentrale Rolle der diagnostischen Kompetenz als Schlüsselqualifikation für alle Lehrkräfte in inklusiven Systemen und die daraus resultierende Notwendigkeit einer Neudefinition des sonderpädagogischen Auftrags dargestellt.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Der Autor resümiert die Notwendigkeit einer inklusionstauglichen Diagnostik und verweist auf weiterführende Literatur sowie Ansätze, die den Wandel von einer Defizit- hin zu einer Ressourcenorientierung unterstützen.
Inklusion, (sonder)pädagogische Diagnostik, Inklusive Schule, Lehrerbildung, Diagnosekompetenz, individuelle Förderung, sonderpädagogischer Förderbedarf, Kompetenzorientierung, Prozessdiagnose, Förderplanung, Schulentwicklung, UN-Behindertenrechtskonvention, Unterrichtsgestaltung, Inklusive Didaktik, Prävention.
Die Arbeit behandelt die Bedeutung und methodische Ausgestaltung der (sonder)pädagogischen Diagnostik für das Gelingen inklusiver Schulsysteme.
Zentrale Themen sind der internationale Vergleich der Inklusionsentwicklung, die diagnostische Kompetenz als Schlüsselkompetenz von Lehrkräften sowie Reformansätze für die Lehrerausbildung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine kompetenzenorientierte Diagnostik, die sich von einer defizitorientierten Sichtweise abwendet, die unverzichtbare Voraussetzung für erfolgreiche inklusive Lehr-Lern-Prozesse darstellt.
Der Beitrag basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der aktuellen bildungspolitischen und pädagogischen Literatur sowie der Analyse von Konzepten zur Lehrerausbildung und inklusiven Diagnostik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Bedeutung diagnostischer Kompetenzen, eine Diskussion zur Rolle der Sonderpädagogik und eine detaillierte Erörterung von Reformen der Lehrerausbildung unter besonderer Berücksichtigung diagnostischer Standards.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, (sonder)pädagogische Diagnostik, Lehrerbildung, Diagnosekompetenz und individuelle Förderung.
Während die traditionelle Diagnostik oft defizitorientiert auf Zuweisung zu Förderorten abzielt, versteht sich die inklusive Diagnostik als mehrperspektivische, ressourcenorientierte und verstehende Analyse von Lernprozessen.
Sie bildet den rechtlichen Rahmen und den Impuls für die Modernisierung des Schulsystems und der Lehrerausbildung hin zu mehr Inklusion.
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