Examensarbeit, 2005
72 Seiten
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Einleitung
1 Überblick über Rassows akademische Karriere
2 Rassows Veröffentlichungen während des Ersten Weltkrieges
3 Rassow als Berater des ehemaligen Reichskanzlers Bethmann Hollweg
4 Hans Delbrück und Peter Rassow
4.1 Hans Delbrücks Einfluss auf Peter Rassow
4.2 Kurzbiographie Hans Delbrücks
4.3 Peter Rassow über Hans Delbrück
5 Schwierigkeiten in Rassows akademischer Laufbahn in der NS-Zeit
5.1 Rassows Ernennung zum außerordentlichen Professor in Breslau
5.2 Berufung Rassows an die Universität Köln und seine Tätigkeit dort bis 1945
5.2.1 Erste Erkundigungen über Rassow seitens des Dekanats
5.2.2 Stellungnahme des Dozentenbundes zu den Vorschlägen des Dekans
5.2.3 Übertragung der Kölner Professur an Rassow
5.2.4 Einspruch des Dozentenbundes gegen Rassows Berufung
5.2.5 Rücknahme der Beschwerde
5.2.6 Bewertung der Ereignisse um Rassows Berufung
5.2.7 Rassows Historikerkollegen an der Universität Köln
5.2.8 Rassows Zeit an der Universität Köln bis 1945
6 Veröffentlichungen Rassows in nationalsozialistischer Zeit
6.1 Rassow über die Kriegsschuldfrage des Ersten Weltkrieges
6.2 Rassow über Moltkes Plan für einen Zweifrontenkrieg
6.3 Rezensionen Rassows
6.4 Rassow über die Politik Friedrich Barbarossas
6.5 Die Wirkung der Erhebung Spaniens auf die deutsche Erhebung gegen Napoleon I.
6.6 Bach-Aufsatz
6.7 Rassows Vorlesungen
6.7.1 „Bismarck und sein Werk“
6.7.2 „Die Reichsgründung - Krieg und Politik 1862-1871“
6.7.3 „Zeitalter der Erhebung 1812-1815“
6.7.4 Weitere Vorlesungen Rassows
6.8 Rassows Reden an der Universität Köln
6.8.1 Rassows Rede über „Epochen neuzeitlicher Kriegführung“
6.8.1.1 Die Rede
6.8.1.2 Persönliches Schreiben Rassows an Gerhard Ritter
6.8.1.3 Ansprache des Rektors Otto Kuhn
6.9.2 Lutherrede
6.9.2.1 Der Vortrag
6.9.2.2 Gerhard Kallens Ausführungen über Luther
6.9.2.3 Rassows Aussagen über Luther 1918
6.9.2.4 Die Bewertung Luthers aus nationalsozialistischer Sicht
7 Rassows Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus nach dem Krieg
7.1 Rassows Tätigkeit als Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Köln nach Kriegsende
7.2 Rassows Urteile über den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit
7.3 Rassows Stellungnahmen zur Epoche des Nationalsozialismus
7.4 Demokratisches Bekenntnis
8 Geschichtswissenschaft im Nationalsozialismus
8.1 Nationalsozialistische Forderungen an die Geschichtswissenschaft
8.2 Urteile über Historiker im Nationalsozialismus
8.2.1 Peter Schöttler
8.2.2 Karen Schönwälder
8.2.3 Eike Wolgast
8.2.4 Ursula Wolf
8.2.5 Karl Ferdinand Werner
8.2.6 Thomas E. Fischer
8.2.7 Hans-Ulrich Wehler
8.2.8 Winfried Schulze
8.2.9 Die Historischen Seminare in Göttingen und Bonn in der NS-Zeit
8.2.10 Wolfgang Kunkel
8.2.11 Fritz Leist
8.2.12 Rassow im Vergleich zu den geschilderten Ergebnissen
9 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Wirken des Historikers Peter Rassow bis 1945, wobei der Schwerpunkt auf seinem Verhalten während der Zeit des Nationalsozialismus liegt. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Rassow als Historiker in einer Diktatur agierte, inwieweit er wissenschaftliche Konzepte mit den Erwartungen des Regimes in Einklang brachte oder sich diesen entzog und wie er nach 1945 seine Tätigkeit während der NS-Zeit rechtfertigte bzw. einordnete.
6.1 Rassow über die Kriegsschuldfrage des Ersten Weltkrieges
Im November 1935 veröffentlichte Rassow den Aufsatz „Die Kriegsschuldfrage in ihren Abwandlungen während des Krieges“, in dem er sich mit den moralischen Rechtfertigungen der beteiligten Kriegsnationen, die sie für den Ersten Weltkrieg vorgaben, beschäftigte. Dabei ging Rassow davon aus, dass die „Frage nach der Kriegs-Schuld [...] ethischer Natur [sei], [...] ein ethisches Problem im Bereich der Massenpsychologie“ darstelle. Außerdem würden „alle Kriege, ja selbst Eroberungskriege, [...] von den Staatsmännern ihren Bevölkerungen als Verteidigungskriege dargestellt“. Rassow kam in diesem Aufsatz zu dem Schluss, dass vor allem England, Frankreich und Russland Tatsachen über die politischen Entwicklungen hin zum Ersten Weltkrieg bewusst verdreht hätten, um in ihrer jeweiligen Bevölkerung die Massen hinter sich zu bringen und sie zu mobilisieren.
Beim Lesen des Aufsatzes von Rassow entsteht der Eindruck, dass Deutschland in den Augen des Autors überhaupt keine Schuld an der Entfesselung des Ersten Weltkriegs gehabt habe. Zwar drückt der Verfasser dies nicht explizit aus, aber durch das Abladen der Schuld auf die Entente-Mächte bleibt kaum mehr Schuld für das Deutsche Reich übrig. Letztlich verfuhr Rassow damit genau so, wie er es den verschiedenen Staaten vorwarf.
1 Überblick über Rassows akademische Karriere: Der Werdegang von der Ausbildung bis zu den beruflichen Stationen in Breslau und Köln wird skizziert.
2 Rassows Veröffentlichungen während des Ersten Weltkrieges: Untersuchung der frühen Schriften Rassows, die ein befürwortendes Bild zum Krieg widerspiegeln.
3 Rassow als Berater des ehemaligen Reichskanzlers Bethmann Hollweg: Analyse der Tätigkeit Rassows für Bethmann Hollweg nach dem Ersten Weltkrieg.
4 Hans Delbrück und Peter Rassow: Darstellung des prägenden Einflusses von Rassows Onkel, Hans Delbrück, auf seine politische und wissenschaftliche Ausrichtung.
5 Schwierigkeiten in Rassows akademischer Laufbahn in der NS-Zeit: Untersuchung der Berufungsverfahren und der politischen Hindernisse bei den Ernennungen in Breslau und Köln.
6 Veröffentlichungen Rassows in nationalsozialistischer Zeit: Analyse ausgewählter Schriften und Vorlesungen Rassows unter der NS-Diktatur auf mögliche Anpassungen oder kritische Zwischentöne.
7 Rassows Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus nach dem Krieg: Blick auf die Rolle Rassows als Dekan und seine öffentliche sowie private Aufarbeitung des Nationalsozialismus nach 1945.
8 Geschichtswissenschaft im Nationalsozialismus: Kontextualisierung von Rassows Verhalten durch einen Vergleich mit der Situation und den Publikationen anderer Historiker jener Zeit.
9 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse über Rassows Rolle, seine Distanz zum NS-Regime und seine Einordnung als „politisch unbelasteter“ Historiker.
Peter Rassow, Geschichtswissenschaft, Nationalsozialismus, Erstes Staatsprüfung, Hans Delbrück, Bethmann Hollweg, Kriegsschuldfrage, NS-Zeit, Universitätsgeschichte, historische Karriere, Wissenschaftsgeschichte, politischer Widerstand, Vernunftrepublikaner, Zweiter Weltkrieg, Historikerzunft.
Die Arbeit untersucht das Wirken des Historikers Peter Rassow bis 1945 und analysiert kritisch seine historische Tätigkeit während des Nationalsozialismus.
Zu den zentralen Themen gehören die akademische Laufbahn Rassows, sein Verhältnis zu Mentoren wie Hans Delbrück, seine Schriften zur Kriegsschuldfrage und seine berufliche Position in der NS-Zeit.
Das Ziel ist es, Rassows Einordnung als „politisch unbelasteter“ Historiker zu überprüfen, indem seine akademischen Karrieresprünge und seine Veröffentlichungen im Kontext der NS-Diktatur untersucht werden.
Der Autor nutzt eine historisch-biographische Methode unter Einbeziehung von Akten aus Universitätsarchiven, privater Korrespondenz sowie den Veröffentlichungen und Vorlesungsskripten Rassows.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Berufungsverfahren, Rassows Reden und Vorlesungen während der NS-Zeit sowie seine Positionierung nach 1945 und den Vergleich mit anderen Historikern der Epoche.
Die wichtigsten Begriffe sind Peter Rassow, Geschichtswissenschaft, Nationalsozialismus, historische Karriere, Kriegsschuldfrage und Wissenschaftsethik.
Hans Delbrück war für Rassow ein berufliches und menschliches Vorbild, das Rassows politische Grundanschauungen nachhaltig prägte und ihn in das konservativ-liberale Lager einordnete.
Rassow agierte als Dekan differenziert; er setzte sich für die Integration von Kollegen ein, lehnte aber gleichzeitig die Rückkehr überzeugter Nationalsozialisten ab, wobei er das Problem der Kollektivschuld reflektierte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

