Diplomarbeit, 2011
112 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
1.1 Gang der Untersuchung
2. Konflikte im Unternehmen
2.1 Konflikttheoretischer Hintergrund
2.1.1 ...nach Hobbes
2.1.2 ...nach Marx
2.1.3 ...nach Simmel
2.1.4 ...nach Coser
2.1.5 ...nach Dahrendorf
2.2 Der Konfliktbegriff
2.3 Konflikttypologien
2.3.1 Intrapersonale Konflikte
2.3.2 Interpersonale Konflikte
2.3.2.1 Sachkonflikte
2.3.2.2 Beziehungskonflikte
2.3.2.3 Strukturkonflikte
2.3.2.4 Rangkonflikte
2.3.2.5 Verteilungskonflikte
2.3.2.6 Interessenskonflikte
2.3.2.7 Wertkonflikte
2.3.2.8 Informationskonflikte
2.4 Konfliktentstehung
2.4.1 Bedürfnisbedrohung
2.4.2 Kommunikationsstörungen
2.5 Konflikteskalation
2.6 Auswirkung von Konflikten
2.6.1 ...auf das Unternehmen
2.6.2 ...auf den Einzelnen
2.7 Konflikt: Risiko und Chance
3. Wirtschaftsmediation
3.1 Definition
3.2 Geschichte der Mediation
3.3 Abgrenzung zu anderen Verfahren
3.3.1 Gerichtsverfahren
3.3.2 Schiedsgerichtsverfahren
3.3.3 Schlichtungsverfahren
3.4 Das Mediationsverfahren
3.4.1 Pre-Mediation
3.4.2 Main-Mediation
3.4.3 Post-Mediation
3.5 Der Mediator
3.5.1 Rolle
3.5.2 Innere Haltung
3.6 Verbreitung und Akzeptanz von Wirtschaftsmediation in deutschen Unternehmen
4. Conclusio und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen sozialer Konflikte, insbesondere in unternehmerischen Kontexten, und analysiert die Wirtschaftsmediation als konstruktive Methode zur außergerichtlichen Konfliktbewältigung. Das Ziel ist es, die Dynamik von Konfliktentstehung und -eskalation theoretisch zu fundieren sowie die Potenziale, Herausforderungen und die Verbreitung von Mediationsverfahren in deutschen Unternehmen aufzuzeigen.
2.5 Konflikteskalation
„Konflikt ist nichts Statisches, kein Ist-Zustand, sondern ein Verlaufsgeschehen mit einer Eigendynamik und einer Eigenlogik.“ (Krainz 1998: 309), schreibt Ewald Krainz. Konflikte entwickeln sich regelmäßig in eine bestimmte Richtung, sie bleiben nicht in ihrer Ausgangslage, sie sind dynamisch. Und je länger die Konfliktursache besteht, desto mehr geht der Konflikt in die Tiefe. Er weitet sich aus und nimmt weitere Themen und Personen in sich auf. Eine Steuerung des Konflikts durch die Parteien wird immer schwieriger. Mit fortschreitender Entwicklung des Konflikts verringert auch die Möglichkeit einer Konfliktintervention. Man geht davon aus, dass je länger ein Konflikt andauert, er sich desto mehr kataklysmisch entwickelt, d.h. der Konflikt steigert auch unkontrolliert. Diese kataklysmische Tendenz wird auch Eskalation bezeichnet. (Hagen/ Lenz 2008: 42 f.)
Die Eskalation des Konflikts vollzieht sich in den meisten Fällen ungewollt. Der ständige, antagonistische Wechsel von Aktion und Reaktion erhöht die Spannungen. In der Regel wird von den Parteien zwar absichtlich und rational gehandelt, es ergeben sich jedoch zumeist Situationen, die von den Handelnden weder vorhersehbar, noch gewollt waren. Sachlichkeit und Kompromissbereitschaft gehen mehr und mehr verloren, weil die Akteure nicht mehr in der Lage sind, eigene Irrtümer zu erkennen und einzugestehen. Auge um Auge, Gleiches wird mit Gleichem vergolten. So entsteht eine Konfliktspirale, in die die Beteiligten immer tiefer hineingezogen werden. (vgl. Hagen/ Lenz 2008: 43 f.; vgl. auch Glasl 2010: 197 f.)
Es gibt Eskalationsmechanismen, die die gegenseitig verstärkenden Rückkopplungen erklärt, auf denen Eskalation basiert. Diese sind: Generalisierung, Interpunktion, Projektion, Feindbild und Self-fullfilling prophecy.
1. Einleitung: Stellt das Thema Konflikt in den gesellschaftlichen Kontext und definiert das Forschungsziel, den Fokus auf Wirtschaftsmediation als konstruktive Konfliktlösung zu legen.
2. Konflikte im Unternehmen: Bietet einen tiefgreifenden theoretischen Rahmen und klassifiziert Konfliktursachen, -typen und Eskalationsverläufe im betrieblichen Umfeld.
3. Wirtschaftsmediation: Erläutert das Verfahren der Mediation, dessen geschichtliche Herkunft, die Abgrenzung zu anderen juristischen Methoden sowie die praktische Relevanz in Unternehmen.
4. Conclusio und Ausblick: Fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für die stärkere Etablierung von Mediation als Chance zur Transformation destruktiver Konflikte in nachhaltige Lösungen.
Konflikt, Konflikttheorie, Wirtschaftsmediation, Mediation, Konflikteskalation, Konfliktkosten, Konfliktmanagement, Arbeitswelt, Unternehmenskultur, Streitkultur, Verhandlung, Interpersonale Konflikte, Organisationssoziologie, Konfliktspirale, Konsens.
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Betrachtung von Konflikten, insbesondere innerhalb von Unternehmen, und untersucht die Wirtschaftsmediation als ein effektives Verfahren, um diese Konflikte konstruktiv zu lösen.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Konflikten, deren Entstehungsursachen, die Dynamik der Eskalation, die Analyse von Konfliktkosten sowie der strukturierte Prozess der Wirtschaftsmediation.
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass Konflikte nicht nur destruktiv wirken, sondern als Chance für Wandel genutzt werden können, wobei Mediation eine zentrale Rolle in der modernen Unternehmenskultur einnimmt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer Konflikttheorien und wertet zudem empirische Studien zur Verbreitung und Akzeptanz von Mediation in deutschen Unternehmen aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung durch klassische Soziologen, eine detaillierte Typologisierung von Konflikten, eine Darstellung der Eskalationsmechanismen nach Glasl sowie eine umfassende Einführung in die Methoden der Wirtschaftsmediation.
Konfliktmanagement, Wirtschaftsmediation, Organisationssoziologie, Konflikteskalation, Konstruktiver Konflikt, Unternehmenskultur, Streitkultur.
Im Gegensatz zum Gerichtsverfahren, bei dem ein Richter autoritativ entscheidet, bietet die Mediation den Beteiligten die Möglichkeit, selbstbestimmt und kooperativ eine tragfähige, zukunftsorientierte Lösung zu erarbeiten, wobei der Mediator als neutraler Dritter nur den Prozess steuert.
Die innere Haltung des Mediators, geprägt durch Gelassenheit, Selbstsicherheit und echtes Interesse an den Anliegen der Parteien, ist entscheidend, um den Konfliktparteien einen geschützten Raum für einen Perspektivwechsel zu bieten und Professionalität im Mediationsprozess zu gewährleisten.
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