Masterarbeit, 2011
113 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Verwendete Theorien und Begriffe
2.1 Finanz- und Wirtschaftskrise
2.2 Angebot und Nachfrage nach Geldkapital
2.2.1 Geldmarkt und Kapitalmarkt
2.2.2 Das „magische Zieldreieck“ der Geldanlage
2.3 Langfristige Veranlagungsformen
2.3.1 Versicherungsprodukte
2.3.2 Bankprodukte
2.3.3 Neuverträge und Investitionssummen
2.4 Private Investoren
2.5 Gewerbliche Vermögensberatung
2.5.1 Beratungsqualität und Beratungsumfang
2.5.2 Rechtliche Vorgaben
2.6 Theoretische Bezüge
2.6.1 Sozialpsychologische Definition von Vertrauen
2.6.2 Zum Komplex Vertrauen und jüngste Entwicklungen
2.6.3 Vertrauen nach Niklas Luhmann
2.7 Forschungsfrage
3 Empirischer Teil der Arbeit
3.1 Expertenbefragung und Vorgangsweise
3.2 Methode der Auswertung
3.3 Qualitative Inhaltsanalyse – intervieworientierte Reduktion
3.4 Qualitative Inhaltsanalyse – interviewübergreifende Reduktion
3.5 Qualitative Inhaltsanalyse – Gesamtergebnisse kompakt
4 Zusammenfassung
4.1 Vertrauen und Beratungsqualität
4.2 Langfristige Veranlagungsformen und Investitionssummen
4.3 Ausblick
4.4 Ansatz für weitere Forschung
Die Arbeit untersucht, wie sich die Finanz- und Wirtschaftskrise auf das Anlegerverhalten von Privatkunden in Bezug auf langfristige Veranlagungsformen auswirkt, insbesondere unter dem Aspekt des Vertrauensverlustes gegenüber Finanzdienstleistern in Wien.
2.6.3 Vertrauen nach Niklas Luhmann
Luhmann hat das Thema Vertrauen 1968 in einer eigenen Abhandlung systemtheoretisch untersucht (siehe Luhmann, 2009). Er sieht in Vertrauen eine riskante Vorleistung. In jeder wirtschaftlichen Transaktion ist Vertrauen eine Grundvoraussetzung für das Geschehen selbst. Ohne jegliches Mindestmaß an Vertrauen wäre das Individuum Mensch handlungsunfähig.
Für Niklas Luhmann ist Vertrauen ein Mittel zur Verringerung der Komplexität und stellt deshalb eine Art Vorleistung dar, da Vertrauen auf die Zukunft gerichtet ist: „Aber Vertrauen ist keine Folgerung aus der Vergangenheit, sondern es überzieht die Informationen, die es aus der Vergangenheit besitzt und riskiert eine Bestimmung der Zukunft“ (Luhmann, 2009, S. 23 f.). Vertrauen ermöglicht es daher, mit größerer Komplexität in Bezug auf Ereignisse zu leben und zu handeln (ebenda, S. 18). Vertrautheit und Vertrauen ermöglichen daher ein relativ sicheres Erwarten und damit auch das Aufnehmen und Absorbieren verbleibender Risiken.
Überdies können folgende Formulierungen von Luhmann in seinem, als übergreifende Theorie der Gesellschaft anzusehenden Werk „Die Gesellschaft der Gesellschaft“ aus 1997 als Beschreibung der globalen Geschehnisse vor (siehe folgenden Punkt a) und nach (siehe folgenden Punkt b) der Finanzkrise 2007/2008 gelesen werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung der Finanzkrise und deren Einfluss auf das Anlegerverhalten ein und definiert die Forschungsfrage.
2 Verwendete Theorien und Begriffe: Hier werden theoretische Grundlagen zu Finanzmärkten, langfristigen Anlageformen sowie der soziologische Vertrauensbegriff nach Luhmann erläutert.
3 Empirischer Teil der Arbeit: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen der Expertenbefragungen und präsentiert die Auswertung der qualitativen Interviews.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse zu Beratungsqualität, Anlegerverhalten und langfristigen Veranlagungsformen sowie zukünftige Forschungsansätze.
Finanzkrise, Anlegerverhalten, Vertrauen, Vermögensberatung, langfristige Veranlagungsformen, Lebensversicherung, Risiko, Kapitalmarkt, qualitative Inhaltsanalyse, Beratungsqualität, Altersvorsorge, Finanzprodukte, Neuverträge, Investitionssummen, Niklas Luhmann.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf das Verhalten von privaten Anlegern in Wien, speziell bei langfristigen Veranlagungsformen.
Im Zentrum stehen die Veränderungen des Vertrauensverhältnisses zwischen Kunden und Vermögensberatern, die gestiegenen Anforderungen an die Beratungsqualität sowie die Verschiebung hin zu sichereren Anlageprodukten.
Ziel ist es zu klären, wie sich das Abschlussverhalten privater Investoren bei langfristigen Produkten seit Ausbruch der Finanzkrise verändert hat, betrachtet aus der Perspektive gewerblicher Vermögensberater.
Der Autor führt eine empirische Feldforschung mittels fünf Experteninterviews durch, deren Ergebnisse anschließend mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Finanzmarktgrundlagen und Vertrauenstheorien sowie den umfangreichen empirischen Teil mit Auswertung und Darstellung der Interviewergebnisse.
Wesentliche Begriffe sind Vertrauen, Finanzkrise, Vermögensberatung, langfristige Veranlagungsformen und Kapitalerhalt.
Es dient dazu, die konkurrierenden Ziele von Anlegern – Rendite, Risiko und Liquidität – strukturiert darzustellen, was für das Verständnis der aktuellen Risikoeinschätzung privater Investoren unerlässlich ist.
Das Beratungsgespräch hat erheblich an Umfang und Komplexität gewonnen, da Kunden heute eine umfassendere Aufklärung über Risiken fordern und ein persönliches Vertrauensverhältnis zum Berater wichtiger geworden ist als das Produkt selbst.
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