Examensarbeit, 2008
128 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Der Lernbegriff und die drei klassischen lerntheoretischen Grundlagen: Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus
2.1 Begriffsklärung: Lernen
2.2 Die drei klassischen Lerntheorien
2.2.1 Behaviorismus - Lernen als Verhaltensänderung
2.2.2 Kognitivismus - Lernen durch Einsicht
2.2.3 Konstruktivismus - Lernen durch Interpretation
2.3 Auswirkungen dieser Theorien auf schulisches Lernen
3. Begriff und Konzeption des selbständigen Lernens
3.1 Begriffsklärung und Definitionen
3.2 Wegbereiter (reformpädagogische Ansätze)
3.3 Begründungen und Ziele
3.3.1 gesellschaftlich
3.3.2 bildungstheoretisch
3.3.3 lerntheoretisch
3.3.4 sozialerzieherisch
3.4 Methoden
3.4.1 Die Projektmethode
3.4.2 Freiarbeit
3.4.3 Wochenplanarbeit
3.4.4 Wahldifferenzierter Unterricht
3.5 Voraussetzungen
3.5.1 Motivation
3.5.2 Lernstrategien
3.5.3 Metakognition
3.5.4 Leistungsbeurteilung
3.5.5 Situative Aspekte
3.6 Die Rolle der Lernenden und Lehrenden
3.6.1 Die Gruppe der Lernenden
3.6.2 Die Lehrpersonen
4. Der Einsatz Neuer Medien im schulischen Bereich sowie die Rolle der Neuen Medien im Rahmen des selbständigen Lernens
4.1 Begriffsklärung: Neue Medien
4.2 Der Einsatz Neuer Medien im schulischen Bereich (zur Unterstützung von Lernprozessen)
4.2.1 Begründungen für den Einsatz Neuer Medien im schulischen Bereich
4.2.2 Vorteile beim Einsatz Neuer Medien im schulischen Bereich
4.2.3 Nachteile und kritische Aspekte beim Einsatz Neuer Medien im schulischen Bereich
4.3 Konsequenzen der Vor- und Nachteile Neuer Medien im schulischen Bereich - besonders im Hinblick auf die Rolle der Neuen Medien im Rahmen des selbständigen Lernens
4.3.1 Allgemeine Voraussetzungen für den Einsatz Neuer Medien im schulischen Bereich
4.3.2 Medienkompetenz
4.3.3 Lernsoftware
5. Das Modellprojekt SelGO (Selbstständiges Lernen mit digitalen Medien in der gymnasialen Oberstufe) des Landes NRW
5.1 Das Rahmenkonzept von SelGO
5.2 Konzeption des selbständigen Lernens mit Neuen Medien im SelGO-Projekt
5.2.1 Selbständiges Lernen
5.2.2 Der Einsatz Neuer (digitaler) Medien
5.3 Die SelGO-Materialien und Lernarrangements
5.3.1 Die SelGO-Lehr- und Lernplattform
5.3.2 Die SelGO-Fachmodule
5.4 Voraussetzungen für SelGO
5.5 Erste Evaluationen zu SelGO
5.5.1 Eine Schulleiter- und Lehrerberfragung zu SelGO von 2004
a.) Ausgewählte Ergebnisse der Schulleiterbefragung
b.) Ausgewählte Ergebnisse der Lehrerbefragung
5.5.2 Eine qualitative Studie zu den Erfahrungen mit SelGO von 2006
5.5.3 Fazit dieser ersten Evaluationen zu SelGO
6. Schluss
8. Appendix
8.1 Erläuterungen
8.2 Eine eigene Befragung
8.2.1 Teilnehmer, Vorgehensweise und Ziele dieser Befragung
8.2.2 Der Fragebogen
8.2.3 Die Auswertung der Umfrageergebnisse
Die Arbeit untersucht, wie selbständiges Lernen in der Schule durch den gezielten Einsatz neuer Medien bestärkt werden kann, wobei das Modellprojekt "SelGO" in Nordrhein-Westfalen als zentrales Fallbeispiel dient, um die theoretischen Konzepte mit der Schulpraxis zu verknüpfen.
2.2.1 Behaviorismus - Lernen als Verhaltensänderung
Da das Lernen beziehungsweise der Lernprozess den Menschen dabei helfen kann sich an spezifische Anforderungen des Lebens anzupassen, kann Lernen einerseits als Verhaltensänderung verstanden werden. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts haben die Vertreter des Behaviorismus lange Zeit den Schwerpunkt ihrer Forschungen lediglich auf beobachtbare, das heißt direkt wahrnehmbare Verhaltensweisen gelegt. Durch die Forschungsmethode des sogenannten Klassischen Konditionierens konnte gezeigt werden, dass durch Reiz-Reaktions-Verbindungen, die unter bestimmten Bedingungen erhalten bleiben und unter anderen eben wieder gelöscht werden, neue Verhaltensweisen erlernt (und auch wieder verlernt) werden können. Wichtig für diese Auffassung ist also, dass sich Lernen durch bestimmte Reize von außen steuern lässt und der Mensch somit unter die Kontrolle der Umwelt gestellt wird. Lernen wird hierbei sozusagen als konditionierter Reflex angesehen, der nur durch Adaption erworben werden kann.
Nach Meinung der Behavioristen ereignet sich Lernen aufgrund allgemeiner und jederzeit gültiger Lerngesetze. Es wird bei dieser Lern- und Lehrstrategie davon ausgegangen, dass die „Lehrenden wissen, was und wie die Lernenden zu lernen haben“. Die Schüler für das Erreichen von festegelegten Normen kompetent zu machen, ist demzufolge die (Haupt-) Aufgabe der Schule. Als Lernziel können dann hierbei „richtige“ Verhaltensweisen und Antworten bestimmt werden, die der Schüler vom Lehrer als Autorität angelernt bekommt. Die im Gehirn ablaufenden Prozesse haben dabei keinerlei Bedeutung für die Behavioristen, da das Gehirn als „black box“ aufgefasst wird, das einen Input erhält und darauf deterministisch reagiert.
Weiterhin haben die Behavioristen herausgefunden, dass ein ursprünglich unbedeutendes Spontanverhalten beispielsweise durch einen positiven Verstärker (z. B. eine Belohnung) verstärkt werden kann und der Organismus zudem aktiv beteiligt ist, wenn es um die Ausbildung von bestimmten Verhaltensweisen geht. Bei diesem operanten Konditionieren ist somit nicht mehr der Reiz das Entscheidende, sondern die Verstärkung. Demnach reagiert die Umwelt positiv oder negativ auf bestimmte Verhaltensweisen und beeinflusst somit den Organismus in seinem zukünftigen Handeln. Lernen oder ein erfolgreicher Lernprozess sind demnach dann erkennbar, wenn sich ein ganz bestimmtes Verhalten häufiger einstellt als vorher.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, Schule auf die Informationsgesellschaft vorzubereiten und stellt die Forschungsfrage zur Unterstützung selbständigen Lernens durch neue Medien.
2. Der Lernbegriff und die drei klassischen lerntheoretischen Grundlagen: Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ansätze der Lernforschung und deren Implikationen für schulisches Lernen.
3. Begriff und Konzeption des selbständigen Lernens: Es werden Definitionen, reformpädagogische Wurzeln, Zielsetzungen und methodische Ansätze des selbständigen Lernens sowie dessen Voraussetzungen analysiert.
4. Der Einsatz Neuer Medien im schulischen Bereich sowie die Rolle der Neuen Medien im Rahmen des selbständigen Lernens: Das Kapitel diskutiert Chancen und Risiken digitaler Medien und definiert notwendige Voraussetzungen für deren erfolgreiche pädagogische Integration.
5. Das Modellprojekt SelGO (Selbstständiges Lernen mit digitalen Medien in der gymnasialen Oberstufe) des Landes NRW: Die Arbeit stellt das Modellprojekt vor, analysiert dessen Konzeption und präsentiert Evaluationsergebnisse zur praktischen Umsetzung.
6. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung einer didaktisch fundierten Medienintegration.
8. Appendix: Der Anhang bietet Erläuterungen zur Methodik der eigenen Befragung sowie das verwendete Instrumentarium.
Selbständiges Lernen, Neue Medien, SelGO, Lernkonzeption, Medienkompetenz, Schulentwicklung, Informatikunterricht, Lernsoftware, Konstruktivismus, Kognitivismus, Behaviorismus, Projektmethode, Freiarbeit, Binnendifferenzierung, Lehrerrolle.
Die Arbeit untersucht, inwiefern selbständiges Lernen im schulischen Kontext durch den Einsatz neuer Medien unterstützt und gefördert werden kann.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Lerngrundlagen, Konzepte des selbständigen Arbeitens, die Integration digitaler Medien in den Unterricht und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Modellprojekt SelGO.
Die Forschungsfrage lautet: Wie kann selbständiges Lernen in der Schule durch den Einsatz neuer Medien bestärkt werden? Dies wird am Beispiel des Modellprojekts SelGO in Nordrhein-Westfalen untersucht.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur Fundierung des Theorie-Rahmens sowie auf eine Auswertung von Evaluationsberichten und einer eigenen Umfrage im Rahmen des Modellprojekts SelGO.
Der Hauptteil analysiert die lerntheoretischen Grundlagen, die methodische Ausgestaltung des selbständigen Lernens, die Chancen und Nachteile neuer Medien in der Schule und stellt das SelGO-Projekt detailliert vor.
Selbständiges Lernen, neue Medien, Medienkompetenz, Schulentwicklung, Konstruktivismus, SelGO und Lernumgebungen.
SelGO dient als konkretes, praktisches Fallbeispiel, anhand dessen die theoretischen Überlegungen zur Wirksamkeit digitaler Lernarrangements im gymnasialen Unterricht evaluiert werden.
Die Evaluation zeigt eine gemischte Bilanz: Während das Konzept für sinnvoll erachtet wird, werden technische Schwierigkeiten und ein hoher zusätzlicher Zeitaufwand kritisch angemerkt.
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