Bachelorarbeit, 2012
50 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
2. Terminologische Festlegungen
2.1. Grundprinzipien der Fregeschen Terminologie und das, was er „Gedanke“ nennt
2.2. Zur Klassifikation indexikalischer Ausdrücke
2.2.1. Die Ergänzungsbedürftigkeit indexikalischer Gedankenausdrücke bei Frege
3. Sätze mit „ich“ und deren Besonderheiten im Kontext von Frege
3.1. Probleme mit dem Indikator „ich“
3.2. Sinn-Beitrag der sprechenden Person
3.2.1. Kemmerlings Interpretation zum Sinn-Beitrag der ersten Person Singular
3.2.2. Künnes Ausdeutung zum Sinn-Beitrag der ersten Person Singular
4. Indikatoren und Fregescher Sinn in der Semantik von John Perry und Gareth Evans
4.1. Perrys Logik der reinen Indexwörter
4.1.1. Auseinandersetzung mit Freges Prinzipien
4.1.2. Das Dilemma der wesentlichen Indexwörter
4.1.3. Perrys Lösung zur Ich-Bestimmung
4.2. Evans zu indexikalischer Referenz
4.2.1. Skizze der Sprachphilosophie und Erkenntnistheorie Evans´
4.2.2. Selbstbewusstsein und die erste Person Singular
4.2.3. Evans´ Lösung zur Ich-Bestimmung
4.2.3.1. Immunität gegen Irrtum durch Fehlidentifikation körperlicher Selbstzuschreibungen
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das semantische Verständnis von Freges Theorie des Gedankens, insbesondere im Hinblick auf die Verwendung des Indexwortes „ich“. Ziel ist es, die Problematik der Sinnbestimmung dieses Indikators aufzuzeigen und alternative Konzeptionen der Sprachphilosophen John Perry und Gareth Evans dem Fregeschen Ansatz gegenüberzustellen.
3.2.1 Kemmerlings Interpretation zum Sinn-Beitrag der ersten Person Singular
Um Freges nicht beantwortetes Rätsel, wie eine Person überhaupt einen Fregeschen Sinn ausdrücken kann, der zu dem Sinn der von ihr ausgedrückten Worte noch hinzutritt, näher zu kommen, wäre die einfachste Lösung, der gesuchte Sinn wäre einer, der gemeinsam mit dem Ausdruck „ich“ genau denjenigen Sinn ergibt, den der Name N.N., bzw. Dr. Gustav Lauben hat. So würde das von N.N. geäußerte „ich“, im Verbund mit ihm selbst, einen Sinn ausdrücken, den Frege im Rahmen seiner Theorien bereits vorgesehen hatte, nämlich der Sinn des Namens „N.N.“.
Kemmerling geht im weiteren von der Überlegung aus, dass der Eigenname „Dr. Gustav Lauben“ genau einen Sinn habe. Er stellt die Annahme auf, dass die Ausdrücke in den Sätzen den gleichen ungesättigten Sinn ausdrücken. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass Sätze, nach Frege, einen vollständigen Gedanken ausdrücken, während andere das nicht tun. Gemäß Freges Lehre bedarf der erste Satz, aufgrund der Indexikalität des Personalpronomen, einer Ergänzung, um einen abgeschlossenen Sinn zu formen.
So eröffnet sich im Sinn eine „logische Lücke“, nämlich die den Sinn des Wortes „ich“ begreift. In Anlehnung an Frege kann die Problematik folgendermaßen aufgefasst werden, dass „ich“ keinen vollständigen Sinn hat, sondern „den eines Funktors, der mit einem passenden Argument einen Eigennamen bildet.“ Der Funktor „ich“ hätte, so Kemmerling, eine Besonderheit, denn seine Argumente sind nicht Wörter oder andere sprachliche Ausdrücke, sondern Personen.
1. Einleitung: Einführung in die analytische Philosophie Gottlob Freges und die Relevanz seiner Schriften für das Verständnis indexikalischer Ausdrücke.
2. Terminologische Festlegungen: Erläuterung der Fregeschen Grundbegriffe "Gedanke", "Sinn" und "Bedeutung" sowie die Klassifikation indexikalischer Ausdrücke.
3. Sätze mit „ich“ und deren Besonderheiten im Kontext von Frege: Analyse der Probleme des Indikators „ich“ und der Frage, welchen Sinn-Beitrag die sprechende Person leistet.
4. Indikatoren und Fregescher Sinn in der Semantik von John Perry und Gareth Evans: Gegenüberstellung von Perrys Logik der reinen Indexwörter und Evans' Theorie der indexikalischen Referenz im Rückgriff auf Frege.
5. Schlussbetrachtung: Fazit über das Scheitern klassischer Substitutionsversuche von "ich" und Ausblick auf die Rolle des Körperbewusstseins bei der Selbstidentifikation.
Gottlob Frege, Der Gedanke, Sinn und Bedeutung, Indexikalität, Personalpronomen ich, John Perry, Gareth Evans, Selbstbewusstsein, Selbstidentifikation, Immunität gegen Irrtum, Fehlidentifikation, referentielle Eigenschaften, Sprachphilosophie, hybride Eigennamen, Wahrheitswertfähigkeit.
Die Arbeit untersucht die semantische Problematik, wie das Personalpronomen „ich“ in Sätzen eingebettet ist und welcher Sinn diesem Wort zukommt, basierend auf der Sprachphilosophie von Gottlob Frege.
Die zentralen Themen sind die Fregesche Theorie von Sinn und Bedeutung, die logische Analyse von Indexwörtern sowie die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen des Selbstbewusstseins.
Die Arbeit fragt, wie das Wort „ich“ einen Sinn beisteuern kann, um einen vollständigen Gedanken auszudrücken, und inwieweit die Analysen von Perry und Evans diesen Fregeschen Ansatz erweitern oder kritisieren.
Die Arbeit nutzt die Methode der philosophischen Analyse und der kritischen Interpretation bestehender sprachphilosophischer Theorien (insbesondere Freges Texte sowie deren Rezeption durch Kemmerling, Künne, Perry und Evans).
Der Hauptteil analysiert intensiv die Herausforderungen, die der Gebrauch von „ich“ für die Fregesche Semantik darstellt, diskutiert die "hybriden Eigennamen" und untersucht die Bedeutung der Immunität gegen Irrtum durch Fehlidentifikation bei Evans.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Indexikalität, Fregescher Sinn, Selbstbewusstsein, Selbstidentifikation und Referenztheorie charakterisiert.
Dies beschreibt den Umstand, dass man sich bei bestimmten Selbstzuschreibungen (z.B. „Ich habe Zahnschmerzen“) nicht durch eine Identifikation (das Erkennen einer Person im Spiegel o.ä.) irren kann, wer das Subjekt der Zuschreibung ist.
Die Autorin stellt fest, dass Freges Ansatz, „ich“ über eine indikatorenfreie Kennzeichnung („derjenige, der gerade spricht“) zu definieren, die Komplexität der Selbstbezüglichkeit nicht vollständig und widerspruchsfrei auflösen kann.
Dr. Gustav Lauben ist ein zentrales Fallbeispiel aus Freges Schriften, an dem die Autorin diskutiert, wie ein Sprecher durch seine Äußerung einen Sinn beisteuert, um eine Mitteilung an andere zu ermöglichen.
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