Diplomarbeit, 2011
58 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Problemstellung
3 Rahmenbedingungen in der GKV
3.1 Solidaritäts- und Sachleistungsprinzip - Philosophie der GKV
3.2 Prinzip der Mitgliedschaft
3.3 Bemessungsgrundlage und Beitragserhebung
3.4 Der Generationenvertrag
4 Gesundheit als Gut- ein Exkurs
4.1 Gesundheit-ein besonderes Gut?
4.1.1 Grenznutzen und Grenzkosten
4.1.2 Direkte und indirekte Kosten
5 Fehlanreize im Gesundheitswesen
5.1 Freifahrereffekt und Moral-Hazard
5.2 Steuerungsproblematik
5.3 Zwischenfazit
6 Vorbemerkung- Demografische Entwicklung
6.1 Direkter demografischer Ausgabeneffekt-Veränderungen im Altersaufbau, die Umlagefinanzierung und der doppelte Alterungsprozess
6.2 Der demografische Finanzierungseffekt
6.3 Der indirekte demografische Ausgabeneffekt
6.3.1 Kompressionsthese und Medikalisierungsthese
6.3.2 Pro-Kopf-Altersabhängiges Risikoprofil
6.3.2.1 Verschiebungen des Pro-Kopf-Ausgabenprofils
7 Medizinisch-technischer Fortschritt-Vorbemerkung
7.1 Untersuchungsansätze zur Effektmessung des medizinisch-technischen Fortschritts
7.2 Die Generationenbilanzierung und die Nachhaltigkeitslücke
7.3 Beitragssatzentwicklung unter dem Einfluss des medizinisch-technischen Fortschritts
8 Reformoptionen zum derzeitigen System
8.1 Konzept der Bürgerversicherung
8.2 Konzept der Kopfpauschale
8.3 Gegenüberstellung der Reformoptionen
8.4 Bewertung der Reformoptionen
8.5 Teilweise Kapitaldeckung
8.6 Vollständige Kapitaldeckung
8.7 Bewertung der Reformoptionen
8.8 Fazit
9 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der demografischen Entwicklung und des medizinisch-technischen Fortschritts auf die zukünftige Finanzierbarkeit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und analysiert mögliche Lösungsansätze.
6.3.1 Kompressionsthese und Medikalisierungsthese
Die möglichen Auswirkungen der zunehmenden Lebenserwartung auf die Gesundheit und somit auf die Gesundheitsausgaben werden in der Literatur unterschiedlich diskutiert. Die Kompressionsthese geht davon aus, dass die Krankheit erst kurz vor dem Tod auftritt, die Menschen in jungen und mittleren Alter immer gesünder werden und somit einen kürzeren Zeitraum ihres Lebens in Krankheit verbringen.
Die Medikalisierungsthese geht entgegen davon aus, dass die gewonnenen Lebensjahre aufgrund der steigenden Lebenserwartung überwiegend in Krankheit verlebt werden und in der Konsequenz einen überproportionalen Ausgabenanstieg nach sich ziehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Krankheiten im Laufe dieses verlängerten Lebens auftreten, steigt.
1 Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung des deutschen Sozialsystems und die zunehmenden Herausforderungen durch Kostensteigerungen im Gesundheitswesen.
2 Problemstellung: Formuliert die Forschungsfrage zum Einfluss von Demografie und technischem Fortschritt auf die Finanzierung der GKV.
3 Rahmenbedingungen in der GKV: Erläutert die grundlegenden Funktionsweisen wie Solidaritätsprinzip, Generationenvertrag und Beitragsbemessung.
4 Gesundheit als Gut- ein Exkurs: Analysiert Gesundheit aus ökonomischer Sicht unter Anwendung von Grenznutzen- und Kostenbegriffen.
5 Fehlanreize im Gesundheitswesen: Untersucht Probleme wie Moral-Hazard und Freifahrerverhalten, die durch die Vollversicherung entstehen.
6 Vorbemerkung- Demografische Entwicklung: Analysiert die Auswirkungen des veränderten Altersaufbaus und der alternden Bevölkerung auf das umlagefinanzierte System.
7 Medizinisch-technischer Fortschritt-Vorbemerkung: Beleuchtet, wie neue medizinische Technologien zu steigenden Kosten und erhöhter Nachfrage beitragen.
8 Reformoptionen zum derzeitigen System: Vergleicht verschiedene Reformansätze wie Bürgerversicherung und Kapitaldeckungsverfahren hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit.
9 Zusammenfassung und Ausblick: Zieht ein Fazit über die Notwendigkeit grundlegender Systemveränderungen zur Bewältigung künftiger finanzieller Herausforderungen.
Gesetzliche Krankenversicherung, GKV, Demografischer Wandel, Medizinisch-technischer Fortschritt, Solidaritätsprinzip, Generationenvertrag, Moral-Hazard, Nachhaltigkeitslücke, Kapitaldeckung, Bürgerversicherung, Kopfpauschale, Gesundheitsausgaben, Altersabhängiges Risikoprofil.
Die Arbeit analysiert die finanziellen Herausforderungen der gesetzlichen Krankenversicherung durch demografische Alterung und den medizinisch-technischen Fortschritt.
Die zentralen Felder umfassen die ökonomische Betrachtung der GKV-Finanzierung, die Auswirkungen des demografischen Wandels sowie die Analyse aktueller Reformmodelle.
Ziel ist es, den Einfluss von demografischer Entwicklung und technischem Fortschritt auf die zukünftige Finanzierung der GKV zu bestimmen und Reformoptionen zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine ökonomische Analyse von Modellen wie der Generationenbilanzierung und wertet vorliegende empirische Studien zur Ausgabenentwicklung aus.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Ausgabenstruktur, der Gegenüberstellung von Reformoptionen wie der Bürgerversicherung und der Diskussion von Kapitaldeckungsverfahren.
Wichtige Schlagworte sind demografischer Wandel, GKV, Nachhaltigkeitslücke, Moral-Hazard, Kapitaldeckung und medizinisch-technischer Fortschritt.
Die Kompressionsthese postuliert, dass sich Krankheitsphasen auf das hohe Alter konzentrieren, wodurch Gesundheitsausgaben trotz höherer Lebenserwartung nicht zwangsläufig steigen müssen.
Das umlagefinanzierte System stößt aufgrund des demografischen Wandels und des medizinischen Fortschritts an seine Grenzen, da die Einnahmebasis schrumpft, während die Ausgaben überproportional steigen.
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