Diplomarbeit, 2009
84 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Expertenberatung
3 Organisationsentwicklung (OE)
3.1 Wurzeln der OE
3.2 Organisationsverständnis
3.3 Menschenbild
3.4 Definitionen
3.5 Eigenschaften, Kriterien und Voraussetzungen der OE
3.6 OE-Interventionen
3.7 Kritik
4 Systemische Beratung
4.1 Was ist systemisch?
4.2 Konsequenzen für den Beratungsprozess
4.3 Interventionsebenen
5 Fazit, Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Verständnis von Beratung in den zwei sozialwissenschaftlichen Ansätzen Organisationsentwicklung und systemische Beratung, stellt diese dar und grenzt sie gegen die klassische Expertenberatung ab.
Die Berater/Klienten-Beziehung
French/Bell halten für den Anfangskontakt bei Organisationsentwicklungsvorhaben einen einzelnen Ansprechpartner als Klient für ideal, aber sobald man miteinander vertrauter sei und das Vorhaben in die Tat umsetzen wolle, entwickelt sich die gesamte Organisation bzw. deren Mitglieder zu Klienten. Würden die Berater nur für das obere Management arbeiten, ließe sich den Autoren zufolge keine Beziehung zu den übrigen Mitgliedern aufbauen und somit bliebe der Erfolg minimal (French/Bell 1982, S. 208 f). In der OE ist die Beziehung zu den einzelnen Mitgliedern wichtig, da man der Ansicht ist, diese nur durch den persönlichen Kontakt beeinflussen zu können (vgl. French/Bell 1982, S. 209).
French/Bell geben aber zu bedenken, dass wenn mit einer Abteilung gearbeitet werde, dies Konsequenzen für die gesamte Organisation habe und zwar nicht nur in organisatorischer Hinsicht, sondern auch auf der menschlichen Ebene: die (noch) nicht involvierten Mitarbeiter können Skepsis, Ablehnung oder Neid entwickeln. Deshalb müsse mit dem „Hauptklienten“, der der „wirkliche Fachmann“ für seine Organisation sei, auf die Verbesserung der gesamten Organisation geachtet werden. Dabei sei Offenheit ein entscheidender Faktor (French/Bell 1982, S. 208 f).
In engem Zusammenhag mit Offenheit steht Vertrauen. Gegenseitiges Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung für OE. Dem könne auf Klientenseite die Befürchtung entgegenstehen, so French/Bell, dass organisationsinterne Vorgänge „außer Kontrolle“ gerieten oder dass Mitglieder sich durch die Maßnahmen manipuliert fühlten. Vertrauen müsse also erst einmal vom Berater erarbeitet werden. Auf der anderen Seite müsse auch der Berater erst einmal Vertrauen ins Klientensystem entwickeln. Dazu müssten die wirklichen Motive des Klienten erkannt werden; oftmals seien die verschiedenen Motive nicht wirklich bewusst oder einzelne Vorgesetzte versuchten mit den OE-Maßnahmen andere als die ausgesprochenen Ziele zu erreichen.
1 Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die drei großen Beratungstraditionen und führt in die sozialwissenschaftlichen Ansätze ein.
2 Expertenberatung: Dieses Kapitel erläutert das Fachexpertenmodell und den Manager auf Zeit als klassische, ingenieurwissenschaftlich geprägte Beratungsformen.
3 Organisationsentwicklung (OE): Hier werden die Wurzeln, das Menschenbild und das systemtheoretische Verständnis der Organisationsentwicklung ausführlich dargestellt.
4 Systemische Beratung: Das Kapitel klärt das systemische Weltbild und dessen Konsequenzen für den Beratungsprozess und die Interventionsebenen.
5 Fazit, Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Ansätze zusammen und bewertet deren Anwendbarkeit in der Praxis.
Organisationsberatung, Expertenberatung, Organisationsentwicklung, systemische Beratung, Organisationsverständnis, Wandel, Intervention, Aktionsforschung, Systemtheorie, Komplexität, Partizipation, Prozessberatung, Autopoiesis, Beratungskontext, Organisationskultur
Die Arbeit analysiert das Verständnis von Beratung in der Organisationsentwicklung und der systemischen Beratung und setzt diese zur klassischen Expertenberatung in Beziehung.
Zentral sind die Expertenberatung, die Organisationsentwicklung (OE) sowie die systemische Organisationsberatung.
Ziel ist es, die theoretischen Hintergründe, Menschenbilder und Interventionsmechanismen dieser Ansätze transparent zu machen und ihre Eignung für moderne Beratungsprozesse zu reflektieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und dem Vergleich der verschiedenen wissenschaftlichen Beratungsphilosophien.
Während der Mensch in der Expertenberatung oft vernachlässigt wird, stellt die OE ihn in den Mittelpunkt, während in der systemischen Beratung eher Kommunikationsstrukturen als Basiselemente sozialer Systeme betrachtet werden.
Zu den Kernbegriffen zählen Organisationsberatung, Intervention, Organisationsentwicklung, Systemtheorie und Komplexität.
Der Begriff soll der Ausweitung des Beratungsspektrums auf Schulen, Behörden und andere Institutionen gerecht werden und markiert eine Abwendung von rein inhaltlicher Expertenberatung hin zur Prozessberatung.
Das klassische Modell sieht Organisationen als mechanistische, steuerbare Gebilde, während die Systemtheorie sie als operational geschlossene, komplexe Systeme versteht, die ihre Realität autopoietisch erzeugen.
Systeme sind so komplex und selbstreferentiell, dass von außen "mitgebrachte" Lösungen meist nicht anschlussfähig sind; systemische Beratung setzt daher eher auf Irritation zur Selbstaktivierung.
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